Zecher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zechers · Nominativ Plural: Zecher
Aussprache 
Worttrennung Ze-cher
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich jmd., der (gern und oft) zecht
Beispiele:
ein fröhlicher, stiller Zecher
die Kneipe war voll lärmender Zecher
Liebhaber eines guten Tropfens, nicht wahr, und, wie man sagt, ein rechter Zecher vor dem Herrn [ Th. MannKrull8,369]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeche · zechen · Zecher · Zechbruder · Zechgenosse · bezecht
Zeche f. ‘Rechnung für genossene Speisen und Getränke in einer Gaststätte, Bergwerk’, ahd. zehha ‘gemeinsamer Beitrag’ (9. Jh.), mhd. zech(e), mnd. teche ‘reihumgehende Verrichtung, Reihenfolge, Anordnung, Einrichtung, Vereinigung zu gemeinsamen Zwecken (Trinkgesellschaft, Zunft, Bergwerksgenossenschaft und deren Grube), Ort der Zusammenkunft, Geldbeitrag zu gemeinsamem Verzehr’, spätmhd. auch ‘Wirtsrechnung für Gelage und Schmaus’; vgl. dazu ahd. zehōn ‘ausrüsten, in Ordnung bringen, instand setzen, besudeln, färben, verfälschen’ (8. Jh.), mhd. zechen ‘anordnen, verfügen, veranstalten, zustande bringen’, auch ahd. gizeh ‘geordnet’ (10. Jh.), mhd. gezech. Weiterhin sind vergleichbar aengl. teoh m. f. ‘Geschlecht, Trupp, Schar, Bande, Gesellschaft’, (ge)teohhian ‘bestimmen, meinen, beabsichtigen, vorschlagen, betrachten, denken, urteilen’, wohl auch anord. (aus *tehwa) ‘Erlaubnis’. Eine Weiterbildung (mit dem Suffix germ. -sman-) ist mhd. zesem, zesen ‘ununterbrochene Reihe’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *dek̑-, doch außergerm. Beziehungen sind ganz unsicher. Formal könnten herangezogen werden aind. daśasyáti ‘tut Dienste, ist gefällig, unterstützt’, griech. déchesthai (δέχεσθαι) ‘annehmen, aufnehmen, erwarten, scheinen’, lat. decēre ‘zieren, kleiden, sich ziemen, sich schicken’, air. dech ‘der beste’, die ebenfalls eine Wurzel ie. *dek̑- ‘nehmen, aufnehmen’, auch ‘gut passend, geeignet, sich schicken, ziemen’ voraussetzen. Zeche geht sehr wahrscheinlich von der Bedeutung ‘Ordnung, Reihenfolge’ aus, vgl. umzech(ig) Adv. ‘der Reihe nach, abwechselnd, umschichtig’ (15. bis 19. Jh.). zechen Vb. ‘gemeinsam mit anderen trinken, schmausen, ein Gelage halten’, spätmhd. zechen, zu mhd. zeche in der Bedeutung ‘gemeinsames Mahl, Gelage’. Zecher m. ‘wer gern und oft zecht’ (16. Jh.), mhd. zechære ‘(An)ordner’. Zechbruder m. ‘Zechgeselle, Saufkumpan’ (16. Jh.), spätmhd. zechbruoder ‘Vereinsgenosse, Zunftbruder’. Zechgenosse m. ‘wer mit anderen gemeinsam trinkt und schmaust’ (18. Jh.), älter ‘Genosse einer Zunft, Gilde’ (Anfang 17. Jh.). bezecht Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Zecher‹ (berechnet)

froehlichen fröhlich sitzen still

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zecher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zecher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer nicht weiß, wo er steht, kann sich den Raum voll mit frohgemuten Zechern vorstellen. [Die Zeit, 24.11.2005, Nr. 48]
Unter dem Hallo der Zecher schleppte man den Wirt wieder in sein Lokal zurück. [Die Zeit, 02.01.1989, Nr. 01]
Auf einer schmalen Bank hat sich ein erschöpfter Zecher zur Ruhe gebettet. [Die Zeit, 08.02.1988, Nr. 06]
Da gab es auch erstmals weibliche Bedienungen, zur großen Freude der bierseligen Zecher. [Die Zeit, 21.05.1982, Nr. 21]
Für trunkene Zecher gibt es dort auch ein paar karge Zimmer. [Die Zeit, 18.01.1982, Nr. 03]
Zitationshilfe
„Zecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zecher>.

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