Zecher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zechers · Nominativ Plural: Zecher
Aussprache
WorttrennungZe-cher
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich jmd., der (gern und oft) zecht
Beispiele:
ein fröhlicher, stiller Zecher
die Kneipe war voll lärmender Zecher
Liebhaber eines guten Tropfens, nicht wahr, und, wie man sagt, ein rechter Zecher vor dem Herrn [Th. MannKrull8,369]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeche · zechen · Zecher · Zechbruder · Zechgenosse · bezecht
Zeche f. ‘Rechnung für genossene Speisen und Getränke in einer Gaststätte, Bergwerk’, ahd. zehha ‘gemeinsamer Beitrag’ (9. Jh.), mhd. zech(e), mnd. teche ‘reihumgehende Verrichtung, Reihenfolge, Anordnung, Einrichtung, Vereinigung zu gemeinsamen Zwecken (Trinkgesellschaft, Zunft, Bergwerksgenossenschaft und deren Grube), Ort der Zusammenkunft, Geldbeitrag zu gemeinsamem Verzehr’, spätmhd. auch ‘Wirtsrechnung für Gelage und Schmaus’; vgl. dazu ahd. zehōn ‘ausrüsten, in Ordnung bringen, instand setzen, besudeln, färben, verfälschen’ (8. Jh.), mhd. zechen ‘anordnen, verfügen, veranstalten, zustande bringen’, auch ahd. gizeh ‘geordnet’ (10. Jh.), mhd. gezech. Weiterhin sind vergleichbar aengl. teoh m. f. ‘Geschlecht, Trupp, Schar, Bande, Gesellschaft’, (ge)teohhian ‘bestimmen, meinen, beabsichtigen, vorschlagen, betrachten, denken, urteilen’, wohl auch anord. (aus *tehwa) ‘Erlaubnis’. Eine Weiterbildung (mit dem Suffix germ. -sman-) ist mhd. zesem, zesen ‘ununterbrochene Reihe’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *dek̑-, doch außergerm. Beziehungen sind ganz unsicher. Formal könnten herangezogen werden aind. daśasyáti ‘tut Dienste, ist gefällig, unterstützt’, griech. déchesthai (δέχεσθαι) ‘annehmen, aufnehmen, erwarten, scheinen’, lat. decēre ‘zieren, kleiden, sich ziemen, sich schicken’, air. dech ‘der beste’, die ebenfalls eine Wurzel ie. *dek̑- ‘nehmen, aufnehmen’, auch ‘gut passend, geeignet, sich schicken, ziemen’ voraussetzen. Zeche geht sehr wahrscheinlich von der Bedeutung ‘Ordnung, Reihenfolge’ aus, vgl. umzech(ig) Adv. ‘der Reihe nach, abwechselnd, umschichtig’ (15. bis 19. Jh.). zechen Vb. ‘gemeinsam mit anderen trinken, schmausen, ein Gelage halten’, spätmhd. zechen, zu mhd. zeche in der Bedeutung ‘gemeinsames Mahl, Gelage’. Zecher m. ‘wer gern und oft zecht’ (16. Jh.), mhd. zechære ‘(An)ordner’. Zechbruder m. ‘Zechgeselle, Saufkumpan’ (16. Jh.), spätmhd. zechbruoder ‘Vereinsgenosse, Zunftbruder’. Zechgenosse m. ‘wer mit anderen gemeinsam trinkt und schmaust’ (18. Jh.), älter ‘Genosse einer Zunft, Gilde’ (Anfang 17. Jh.). bezecht Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kneipe einsam fröhlich gewaltig lustig still

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zecher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber andererseits liebt der Herr niemanden mehr als den fröhlichen Zecher.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
So trinkt er alle unter den Tisch und lässt die Zecher todmüde in ihre Gräber zurücksinken.
Fath, Rolf: Werke - M. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22411
Der Verkauf in Kästen läuft vor allem über professionelle Zecher mit den üblichen Selbstvorwürfen.
Der Tagesspiegel, 27.05.2002
Obwohl es noch früh am Morgen war, saßen schon etliche Zecher an den Tischen, meist Blutschinken, vernebelt von beißendem Zigarrenrauch.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 897
Faust zaubert vier lärmenden Zechern ihre keifenden Weiber herbei und schlägt sie dadurch in die Flucht.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 939
Zitationshilfe
„Zecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zecher>, abgerufen am 25.03.2019.

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