Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
eWDG

Bedeutungen

1.
bildliche Darstellung, die vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführt ist
Beispiele:
eine saubere, flüchtige Zeichnung
eine Zeichnung entwerfen, ausführen, kopieren, vervielfältigen
ein Klischee nach einer Zeichnung herstellen
er hatte eine Mappe mit Zeichnungen unter dem Arm
a)
Beispiele:
eine künstlerische Zeichnung
das Kinderbuch ist mit vielen lustigen Zeichnungen illustriert
die Zeichnung ist naturgetreu
die Zeichnung zeugt von Begabung
besonders die Zeichnungen des Künstlers sind weltberühmt geworden
übertragen
Beispiel:
die Zeichnung der Charaktere, Figuren des Romans ist lebendig, lebensecht, realistisch, übertrieben, ist nicht durchweg gelungen
b)
Beispiele:
eine technische Zeichnung
die Zeichnungen zu einem neuen, für ein neues Projekt
eine Zeichnung im Maßstab 1:20
fachsprachlicheine maßstäbliche Zeichnung
ein Werkstück nach der Zeichnung herstellen, bearbeiten
2.
gehoben Kennzeichnung
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
Scharfe Leiden, die Zeichnung durch ein mühevolles, erfolgloses Leben … das schaut aus unserem Gesicht [ BrodZauberreich38]
3.
natürliche Musterung
Beispiele:
das Fell, Tier, der Schmetterling, das Blatt hat eine schöne, auffallende Zeichnung
[der Feuersalamander zieht] durch seine leuchtende schwarz‑gelbe Zeichnung von weitem die Aufmerksamkeit auf sich [ K. v. FrischLeben172]
4.
entsprechend der Bedeutung von zeichnen (4 c)
Beispiel:
die Zeichnung von Aktien, Anleihen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entwurf · Grundriss · Konzeption · Layout · Plan · Planung · Schema · Skizze · Vorlage · Zeichnung
Oberbegriffe
Assoziationen
  • nach Kundendefinition · nach Kundenspezifikation · nach Kundenwunsch  ●  nach Kundenvorgabe  Hauptform · nach Lastenheft  fachspr., technisch

Typische Verbindungen zu ›Zeichnung‹ (berechnet)

Goethezeit Jugendbegegnung Karikaturist Kriegsanleihe Pflichtwandelanleihe Prophet Schatzscheinanleihe anatomisch anfertigen angefertigt aquarelliert ausgeführt ausgestellt ausstellen entstanden erotisch farbig fertigen filigran geometrisch grossformatigen großformatig kleinformatig koloriert oeffentlichen satirisch schematisch schwarz-weiß zart zeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeichnung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zeichnung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zeichnung auf dem beigelegten Bogen zeigt das Muster des halben Kragens. [Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 82]
Die Zeichnung links zeigt noch einmal, wie der Raum eingerichtet ist. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 275]
Stempel die Herstellung einer großen Zahl von Münzen mit unveränderter Zeichnung. [o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18505]
Platz in seinem Werk nehmen in neuerer Zeit Zeichnungen ein. [o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16754]
Mit Hilfe der zahlreichen Filter können Sie Teilen Ihrer Zeichnung ein wenig Struktur verleihen. [C't, 2001, Nr. 26]
Zitationshilfe
„Zeichnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zeichnung>.

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