Zeisig, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zeisig(e)s · Nominativ Plural: Zeisige
Aussprache
WorttrennungZei-sig (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

zur Familie der Finken gehörender Singvogel mit grüngelbem Federkleid
Beispiel:
der Zeisig hält sich besonders in unseren Nadelwäldern auf
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiele:
er ist ein lockerer Zeisig (= ist ohne sittlichen Halt, liederlich)
was man einen Bruder Liederlich nennt, einen lockeren Zeisig oder einen Lebemann [Th. MannKönigl. Hoheit7,255]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeisig m. Der Name des kleinen, zu den Finkenvögeln gehörenden Singvogels lautet zunächst mhd. zīse (Anfang 13. Jh.), frühnhd. zeise, entlehnt aus westslaw. *čižь (vgl. atschech. čīž, tschech. číž, apoln. czyż, cyż, poln. czyż, obsorb. čiž, nsorb. cyž ‘Zeisig’). Danach begegnet mhd. zīsec, zīsic (14. Jh.), frühnhd. zeisig, mnd. sīsek, cisek, sīsex, sīseke, aus dem Deminutivum westslaw. *čižьkъ, *čižikъ (vgl. tschech. čížek, čižík, poln. czyżyk, obsorb. čižik, mundartlich čisk, nsorb. cyžyk ‘Zeisig’). Das slaw. Suffix ist im Mnd. vielleicht ebenfalls als Deminutivsuffix empfunden worden (vgl. mnd. sīsek usw.); andererseits zeigen mnd. sīseken, ziseken, tzyseken erneute Deminuierung. Die Entlehnung ins Dt. erfolgte vielleicht (im Hinblick auf den Ersatz der Sibilanten) schon vor der Mitte des 11. Jhs. (obwohl die Zeugnisse erst später liegen). Westslaw. *čižь ist wie russ. čiž, čížik, ukrain. čyž, čýžyk (чиж, чижик), serbokr. čȋž, čížak lautmalend; vgl. die Deutung des Zeisigrufs ukrain. čyj vy? čyj vy? (чий ви?) ‘wer seid ihr?’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Madonna locker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeisig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das tut der Zeisig; es ist sein Stolz, immer und an jedem Tag vor einen Arzt treten zu können.
Tucholsky, Kurt: Der kranke Zeisig. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Herrn Zeisig hatte ich versprochen, mit seiner Mutter zu telephonieren, es aber vergessen.
Die Zeit, 14.04.1978, Nr. 16
Du gibst da deinem Zeisig mal wieder ein gutes Stück Zucker.
Röhrich, Lutz: Affe. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 220
Die Idee dazu hatte der Unterhachinger Horst Zeisig, der die Schau organisiert hat.
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2003
Buchfink und Zeisig filzen ihre halbkugligen Nester aus Spinnengeweben und Flechten zusammen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 225
Zitationshilfe
„Zeisig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zeisig>, abgerufen am 23.11.2019.

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