Zeitalter, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungZeit-al-ter
WortzerlegungZeitAlter
Wortbildung mit ›Zeitalter‹ als Letztglied: ↗Atomzeitalter · ↗Bronzezeitalter · ↗Computerzeitalter · ↗Dienstleistungszeitalter · ↗Eiszeitalter · ↗Erdzeitalter · ↗Informationszeitalter · ↗Maschinenzeitalter · ↗Medienzeitalter
eWDG, 1977

Bedeutung

größerer historischer Zeitraum
Beispiele:
das Zeitalter Goethes
ein neues, besseres Zeitalter hat begonnen
an der Schwelle eines neuen Zeitalters stehen
im Zeitalter der Raumschifffahrt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeit · zeitig · zeitigen · zeitlich · Zeitlichkeit · Zeitalter · Zeitgeist · Zeitgenosse · zeitlos · Zeitlose · Zeitschrift · Zeitwort
Zeit f. ‘Ablauf des Geschehens, Aufeinanderfolge der Ereignisse, bestimmter Abschnitt oder Punkt dieses Ablaufs’, ahd. (8. Jh.), mhd. zīt f. n. ‘Zeit, Zeit-, Lebensalter, Leben, Jahres-, Tageszeit, Stunde’, asächs. aengl. tīd, mnd. tīt (nd. Tīde ‘Zeit, Flut’), mnl. tijt, nl. tijd ‘Zeit’, engl. tide ‘Gezeit(en), Ebbe und Flut’ (in Zusammensetzungen ‘Zeit’, vgl. summertide ‘Sommerszeit’), anord. tīð ‘Zeit, Stunde, Gebet’, schwed. tid ‘Zeit’ setzen germ. *tīði- (bzw., falls das neutrale Genus im Ahd. und Mhd. nicht als sekundär anzusehen ist, auch germ. *tīða-) voraus. Daneben stehen aengl. tīma ‘Zeit, Gelegenheit’, engl. time ‘Zeit’, anord. tīmi ‘Zeit, rechte Zeit, Mal, Glück’, schwed. timme ‘Stunde’, beruhend auf germ. *tīma- m. Die germ. Formen lassen sich im Sinne von ‘Abgeteiltes, Abschnitt’ teils mit t-Suffix, teils mit dem Suffix ie. -mon- an die Tiefstufe ie. *dī̌- der unter ↗Teil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *dā(i)- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ anschließen, wozu auch aind. dáyatē ‘teilt, teilt zu, hat Anteil’, dā́ti, dyáti ‘schneidet ab, teilt, mäht’, griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) ‘(ver)teilen’, dá͞is, dá͞itē, daitýs (δαίς, δαίτη, δαιτύς) ‘Portion, Speise, Mahlzeit’, daitrón (δαιτρόν) ‘Anteil, Portion’, (mit mo-Formans) dḗmos (δῆμος) ‘Volk, Gau, Land’, air. dām ‘Gefolgschaft, Schar’ gehören. zeitig Adj. ‘zu einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt’, auch (besonders südd.) ‘reif’, ahd. zītīg ‘(recht)zeitig, früh(reif)’ (10. Jh.), mhd. zītec, zītic ‘ausgewachsen, reif, zur rechten Zeit geschehend, der Jahreszeit, den Verhältnissen entsprechend, reiflich überlegt’, mnd. mnl. tīdich. zeitigen Vb. ‘(Ergebnisse) hervorbringen, (Folgen) nach sich ziehen’, (besonders südd.) ‘reif werden’, mhd. zītegen ‘reif werden, reif machen’. zeitlich Adj. ‘im Hinblick auf die Zeit, vergänglich, irdisch’, ahd. zītlīh Adj. (um 1000; vgl. unzītlīh, um 800, zītlīhho Adv. ‘zeitlich, zeitig’, 9. Jh.), mhd. zītlich ‘zeitlich, weltlich, erntbar, reif, zeitgemäß, angemessen’; Zeitlichkeit f. ‘Endlichkeit, Vergänglichkeit’, mhd. zītlīcheit ‘das irdische Dasein, die irdische Welt’, von den Mystikern geprägt. Zeitalter n. ‘größerer historischer Zeitraum, Epoche, Ära’ (18. Jh.). Zeitgeist m. ‘für einen bestimmten geschichtlichen Zeitraum charakteristische Gesinnung, geistige Haltung’ (Herder 1769), vgl. älteres Genius unserer Zeit (Zinzendorf 1739). Zeitgenosse m. ‘mit jmdm. in der gleichen Zeit, in einem bestimmten historischen Zeitraum Lebender, Mitmensch’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), Übersetzung von gleichbed. spätlat. synchronus, substantiviert nach griech. sýnchronos (σύγχρονος) ‘gleichzeitig, von gleicher Zeit und Dauer’ (s. ↗synchronisch). zeitlos Adj. ‘zeitlich unbegrenzt, ewig, nicht zeitgebunden’ (1. Hälfte 16. Jh., wohl älter). Zeitlose f. im Herbst blühendes, im Frühjahr Früchte tragendes (also sich nicht an die üblichen Zeiten haltendes) Liliengewächs mit lila- bis rosafarbiger Blüte (1. Hälfte 16. Jh.), dann (im Hinblick auf die Blütezeit) Herbstzeitlose (um 1700); vgl. ahd. zīt(i)lōsa (11. Jh.), mhd. zīt(e)lōs(e) für verschiedene, außerhalb der gewöhnlichen Zeit und zwar frühzeitig blühende Frühlingsblumen wie Krokus, Narzisse, dann auch Maßliebchen, Schneeglöckchen. Zeitschrift f. ‘periodisch in Heften erscheinende Druckschrift’ (2. Hälfte 18. Jh.), Verdeutschung von ↗Journal (s. d.); zuvor steht Zeitschrift für ‘Chronogramm’, d. i. ein Sinnspruch, in dem die darin enthaltenen römischen Zahlbuchstaben zusammengezählt die Jahreszahl einer Begebenheit bilden, auf die sich die Worte beziehen (Harsdörfer 1645), auch für ‘Inschrift’ (Harsdörfer 1648) und für ‘Annalen, Chronik, Geschichtswerk’ (2. Hälfte 17. Jh.). Zeitwort n. ‘Verb’ (vereinzelt Mitte 15. Jh., häufiger seit Anfang 17. Jh.), Übersetzung von lat. verbum (temporāle), eigentlich ‘Wort, an dem die Zeiten unterschieden werden’; Zeitwort setzt sich im 17. Jh. gegen konkurrierendes Sagwort, Sprechwort, Tuwort und Werkwort durch (s. ↗Verb).

Thesaurus

Synonymgruppe
Weltalter · Zeitalter · sehr langer Zeitraum · ↗Äon · ↗Ära  ●  ↗Ewigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Raumzeitalter · Weltraumzeitalter
Assoziationen
Synonymgruppe
Ewigkeit · ↗Weltalter · Zeitalter · sehr langer Zeitraum · ↗Äon · ↗Ära
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Epoche · ↗Periode · ↗Phase · ↗Zeitabschnitt · Zeitalter · ↗Ära
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Geologie, Geschichte
Synonymgruppe
Erdzeitalter · Zeitalter · ↗Ära
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absolutismus Anbruch Aufbruch Aufklärung Entdeckung Extrem Globalisierung Industrialisierung Massentourismus Reformation Renaissance Reproduzierbarkeit Romantik Schwelle Vernunft anbrechen biotechnisch bürgerlich digital einläuten elektronisch elisabethanisch golden industriell multimedial nuklear postindustriell silbern technisch viktorianisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeitalter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder macht man das eben so im Zeitalter des Sampelns?
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2003
Wir leben in einer Welt, aber wir gehören verschiedenen Zeitaltern an.
Der Tagesspiegel, 01.07.2002
Nie hat jemand so von der Erde gesprochen, von ihrer Gestalt, ihren Zeitaltern.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 236
Er suchte in diesem Zeitalter, konnte aber in ihm nichts finden.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 122
Leider ist diese Unkultur in unserem fortgeschrittenen Zeitalter noch lange nicht beseitigt.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 28423
Zitationshilfe
„Zeitalter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zeitalter>, abgerufen am 22.02.2019.

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