Zeitebene, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zeitebene · Nominativ Plural: Zeitebenen
Aussprache [ˈʦaɪ̯tʔeːbn̩ə]
Worttrennung Zeit-ebe-ne
Wortzerlegung ZeitEbene
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

besonders in der Literatur   (auf andere Zeitabschnitte beziehbarer) Zeitabschnitt, in dem etwas geschieht
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: verschachtelte, wechselnde, verschiedene Zeitebenen; die historische, aktuelle Zeitebene
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Spiel mit den Zeitebenen
in Koordination: Zeitebenen und Perspektiven
als Aktivsubjekt: Zeitebenen wechseln, verschieben sich
als Genitivattribut: Wechsel, eine Verschränkung der Zeitebenen
Beispiele:
Souverän vermischt der Erzähler die verschiedenen Zeitebenen, wechselt unvermittelt zwischen der Vorgeschichte des Mords und der Gegenwart, in der das Fehlurteil gegen Gordon aufgehoben wurde. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2003]
Die Chefin selbst zeigt zur Eröffnung einen »großen Ensemble‑ und Frauenabend« aus drei Ibsen‑Stücken: »Nora«, »Hedda Gabler«, »Die Frau vom Meer«, alle drei ineinander verschnitten und erzählt auf drei Zeitebenen, »von den Fünfzigern bis heute – und Nora kehrt am Ende zurück«. [Süddeutsche Zeitung, 21.04.2018]
Es gehört sehr wohl zum guten Leben, für die Zukunft vorzusorgen und gefährliche Fallen frühzeitig zu erkennen und grossräumig zu umfahren. Fazit: Unser Hirn befasst sich automatisch mit allen drei Zeitebenen – der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Die Frage ist, auf welche wir uns konzentrieren. [Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2017]
Dieser [der Erzähler] stellt sich jedesmal ganz auf die Zeitebene, die er schildert und läßt nichts von dem Wissen in die Erzählung einfließen, das er aus der Retrospektive besitzt. Einen zeitlich »mitgehenden« Erzählerstandort finden wir selbst auf der Ebene der Rückblende vor, auf der ihn der Leser leicht als »Fiktion« erkennen kann. [Hijiya-Kirschnereit, Irmela, Selbstentblößungsrituale, Wiesbaden: Steiner 1981, S. 160]
Angelika Mechtel verzichtet darauf, ihre Sujets linear, von einem festen Standpunkt aus zu entwickeln, und versucht statt dessen, durch Erzählschübe, hart aneinandergesetzte unterschiedliche Zeitebenen und Artikulationsformen und durch flackernde Perspektivwechsel prismatische Effekte zu erzielen. [Die Zeit, 28.02.1969]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Zeitebene‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeitebene‹.

Zitationshilfe
„Zeitebene“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zeitebene>, abgerufen am 19.04.2021.

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