Zensor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zensors · Nominativ Plural: Zensoren
Aussprache
WorttrennungZen-sor
HerkunftLatein
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
jmd., der von Staats, Amts wegen die Zensur (Lesart 2) ausübt
Beispiele:
Chinas Zensoren verbieten inzwischen routinemäßig Songs im Internet, deren Texte sie als politisch heikel oder anstößig einstufen. [Spiegel, 25.08.2011 (online)]
Neben der Praxis von Maulkorb-Erlassen müssen israelische Medien alle Veröffentlichungen, in denen es um die Armee oder Geheimdienste geht, dem Zensor vorlegen. [Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2013]
Im 19. Jahrhundert schickte […] der osmanische Sultan Abdul Hamid II. seine Zensoren los, um aus sämtlichen Chemiebüchern die Formel H2O streichen zu lassen. Denn er war fest davon überzeugt, dass das Symbol des Wassers nichts anderes als »Hamid II ist eine Null« bedeute. [Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2005]
In den großen Fernsehstationen [der Ukraine], so sagen Journalisten übereinstimmend, arbeiten Zensoren, die darauf achten, dass die Opposition möglichst selten auf dem Bildschirm erscheint. [Die Zeit, 28.10.1999, Nr. 44]
Und da die Zensoren in aller Regel nicht einmal schnell lesen können, müssen ihnen beispielsweise die Nachrichten, die in der Tagesschau [des tschechoslowakischen Fernsehens] gesprochen werden sollen, schon recht frühzeitig auf den Tisch gelegt werden. [Die Zeit, 07.11.1969, Nr. 45]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der oberste, offizielle, staatliche, strenge, zuständige Zensor
als Aktivsubjekt: der Zensor erlaubt, verbietet etw.; der Zensor gibt etw. frei, greift ein
als Dativobjekt: etw. fällt dem Zensor zum Opfer
als Genitivattribut: die Aufmerksamkeit, die Schere, der Rotstift, der Zugriff, das Amt des Zensors
2.
früher hoher altrömischer Beamter, der u. a. die Aufgabe hat, den Zensus (Lesart 3) durchzuführen und das staatsbürgerliche und sittliche Verhalten der Bürger zu überwachen
Beispiele:
Der römische Magistrat kannte das Amt des Zensors. Das kollegial geführte Amt war für die Erhebung von Steuern zuständig, zugleich wachten die Zensoren über die Moral in der Verwaltung und bei den Senatoren. [Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2014]
Für den Straßenbauer […], den Zensor Appius Claudius – daher der Name [Via Appia] –, ging es im Jahr 312 vor Christus, also vor mehr als 2300 Jahren, um militärische und wirtschaftliche Erwägungen, um die Anbindung der aufstrebenden römischen Macht an die Zukunft. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.1995]
Zensoren […], im alten Rom seit 443 v. Chr. zwei Magistratspersonen, mit dem Zensus, der Kontrolle der röm. Bürger und ihres Vermögens, der Aufsicht über Zucht und Sitte betraut[…]. [o. A.: Z. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 17890]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: die römischen Zensoren

Thesaurus

Synonymgruppe
Begutachter · Besprecher · ↗Beurteiler · ↗Bewerter · ↗Juror · ↗Kritiker · ↗Rezensent · Zensor · Zensurenverteiler
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lektor Redakteur Rotstift Schere Verleger Zensur Zorn Zugriff aufschwingen aufspielen betätigen einschreiten freigeben inner iranisch irisch kaiserlich kosmisch königlich löschen mißfallen ober römisch selbsternannt staatlich untersagen verbieten wachen zaristisch zuschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zensor‹.

Zitationshilfe
„Zensor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zensor>, abgerufen am 20.03.2019.

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