Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zensur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zensur · Nominativ Plural: Zensuren
Aussprache  [ʦɛnˈzuːɐ̯]
Worttrennung Zen-sur
Wortbildung  mit ›Zensur‹ als Erstglied: Zensurbehörde · Zensurendurchschnitt · Zensurenkonferenz · Zensurenskala · Zensurenverteiler · Zensurinfrastruktur · Zensurmaßnahme · Zensurvorschrift · Zensurvorwurf · zensurieren
 ·  mit ›Zensur‹ als Letztglied: Abschlusszensur · Briefzensur · Endzensur · Fachzensur · Filmzensur · Internet-Zensur · Internetzensur · Polizeizensur · Postzensur · Pressezensur · Schulzensur · Selbstzensur · Theaterzensur · Vorzensur · Zeugniszensur
Herkunft aus cēnsūralat ‘Zensoramt, strenge Prüfung, Beurteilung, Untersuchung’
eWDG

Bedeutungen

1.
Beurteilung, Bewertung, die den Grad einer Leistung, besonders in der Schule, bei einem Examen ausdrückt, die die Leistung in eine Bewertungsskala einstuft, Note
Beispiele:
jmdm. eine Zensur, Zensuren geben, erteilen
eine gute, schlechte Zensur (in Deutsch, Physik) bekommen, erhalten
umgangssprachlicheine gute, schlechte Zensur nach Hause bringen
bald gibt es, bekommen wir Zensuren
umgangssprachlichbald kriegen wir Zensuren
seine Zensuren lassen zu wünschen übrig, haben sich verschlechtert, verbessert
2.
amtliche, meist staatliche Kontrolle, Überprüfung von Druckwerken, Bühnenwerken vor ihrer Veröffentlichung, Aufführung und von Briefen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Einführung, Verhängung, Abschaffung, Aufhebung der Zensur
eine Zensur ausüben, streng, tolerant handhaben
die Briefe der Gefangenen unterlagen einer scharfen, strengen Zensur
3.
amtliche Stelle, Behörde, die 2 ausübt
Beispiele:
dieses Buch, dieser Film, die Aufführung wurde damals von der Zensur verboten
die Zensur hatte in dem Artikel mehrere Sätze gestrichen, diesen Passus beanstandet
seine Briefpost ging durch die Zensur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zensieren · Zensur
zensieren Vb. ‘den Inhalt von Schriften einer Überprüfung, einer Überwachung unterwerfen’ (16. Jh.), ‘mit einer Note, Zensur bewerten’ (19. Jh.), aus lat. cēnsēre ‘begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen’. Zensur f. ‘von zuständiger Stelle vorgenommene Überprüfung bzw. Überwachung von Druckerzeugnissen u. dgl.’ (15. Jh.), ‘Leistungsüberprüfung, -beurteilung, -note’ (19. Jh.), lat. cēnsūra ‘Zensoramt, strenge Prüfung, Beurteilung, Untersuchung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beurteilung · Note · Zensur · Zeugniszensur  ●  Schulnote  Hauptform
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Zensur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zensur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zensur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das einzige Interesse, das so gefördert wird, ist das an einer guten Zensur. [Kursbuch, 1971, Bd. 24]
Die Prüfung war zu Ende und es wurden die Zensuren verlesen. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 22042]
Geradezu frivol war das Hantieren mit kirchlichen Zensuren, wenn die eidlich versprochenen Zahlungen nicht pünktlich geleistet wurden. [o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 20828]
Doch das sei ein vertretbarer Preis für den Schutz vor Zensur. [C't, 2001, Nr. 6]
Eine solche Zensur werde er aber auf keinen Fall dulden, beruhigte Bibi die säkulare Mehrheit im Lande. [Die Zeit, 14.05.1998, Nr. 21]
Zitationshilfe
„Zensur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zensur>.

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