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Bedeutungen

1.
Mittelpunkt, Sammelpunkt
Beispiel:
Paris war eine Zentrale aller Emigrationen [ H. MannZeitalter415]
2.
zentrale Stelle, die für einen bestimmten Bereich die Funktion der Leitung, Verwaltung, Überwachung, Versorgung innehat
Beispiele:
die Zentrale einer Bank, Firma, eines Kaufhauses
Die Zentrale der KPD bestand aus … zwölf Mitgliedern [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung6,179]
3.
zentrale Stelle, Anlage, durch die etw. vermittelt, weitergeleitet wird
Beispiel:
in der Zentrale (= Telefonzentrale) ein Ferngespräch anmelden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zentrum · zentral · Zentrale · zentralisieren · Zentralisation · Zentralismus · Zentrifugalkraft · zentrifugal · Zentripetalkraft · zentripetal · Zentrifuge
Zentrum n. ‘Mittelpunkt, Mitte’, mhd. zentrum, spätmhd. (vereinzelt) auch zenter ‘Mittelpunkt’, Übernahme von lat. centrum ‘fester Schenkel des Zirkels, um den sich der andere dreht’ (daher eigentlich ‘Stachel’), ‘Mittelpunkt des Kreises’, griech. kéntron (κέντρον) ‘Stachel(stab), Spitze (eines Zirkelschenkels), Ort, wo man einen Schenkel des Zirkels einsetzt, Mittelpunkt (eines Kreises, einer Fläche, eines Körpers)’; vgl. griech. kenté͞in (κεντεῖν) ‘stechen’. Zufrühst in der Bedeutung ‘Kreismittelpunkt’, dann ‘Mitte, Mittelpunkt’ von geographischen oder topographischen Lagebestimmungen (vgl. auss dem Centro der erden, 16. Jh.), speziell ‘Stadtmitte, -kern, Innenstadt’ (Anfang 20. Jh.); übertragen ‘zentrale Stelle als Ausgangs- und Zielpunkt von Vorgängen und Entwicklungen, zentrale Einrichtung’ (2. Hälfte 16. Jh.). Bis ins 19. Jh. in lat. Schreibung und Flexion. zentral Adj. ‘in der Mitte liegend, den Mittelpunkt bildend’, zunächst nur als erstes Glied in Zusammensetzungen, vgl. Centralwesen (2. Hälfte 17. Jh.), -winckel (1. Hälfte 18. Jh.), -kraft, -position (2. Hälfte 18. Jh.), im Sinne von ‘Haupt-’, d. h. politisch bzw. bürokratisch ‘übergeordnet, leitend’, vgl. Centraloberbehörde (Anfang 19. Jh.), -nervensystem (2. Hälfte 19. Jh.), ‘wichtig, entscheidend, bedeutend’, vgl. Centralbegriff (Ende 19. Jh.), Zentralfigur (um 1900). Der Gebrauch als attributives Adjektiv bzw. als Adverb setzt in der Mitte des 19. Jhs. ein; doch vgl. älteres zentralisch (seit 17. Jh.). Zugrunde liegt lat. centrālis ‘in der Mitte befindlich’ (vgl. auch frz. central). Vom Adjektiv abgeleitet Zentrale f. ‘Stelle, von der aus etw. verwaltet, geleitet, gesteuert wird’ (2. Hälfte 19. Jh.). zentralisieren Vb. ‘(Verwaltungsfunktionen) organisatorisch zusammenfassen, einer einheitlichen Leitung unterstellen’, Zentralisation f. ‘Zusammenfassung, organisatorisch zusammengefaßte bzw. zusammenfassende Leitung’ (beide Anfang 19. Jh.), in der Folge der Verwaltungsreformen Napoleons entlehnt aus den gleichbed. (1794 geprägten) Ausdrücken frz. centraliser und centralisation. Zentralismus m. ‘Streben nach Einheitlichkeit, nach zentraler Lenkung, straff organisierte Verwaltung’ (2. Hälfte 19. Jh.; vgl. wenig älteres engl. centralism). Zentrifugalkraft f. bei Drehbewegungen auftretende, vom Zentrum weg, nach außen gerichtete Kraft, ‘Fliehkraft’ (Mitte 18. Jh.), nach engl. centrifugal force für nlat. vis centrifuga (Newton 1687); vgl. lat. centrum (s. oben) und lat. fugere ‘fliehen’. Daraus rückgebildet (im Hinblick auf das engl. Vorbild) zentrifugal Adj. ‘vom Mittelpunkt wegstrebend, auf der Wirkung der Zentrifugalkraft beruhend’ (2. Hälfte 19. Jh.). Entsprechend die Antonyme Zentripetalkraft f. ‘zum Zentrum hin, nach innen gerichtete Kraft’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach engl. centripetal force für nlat. vis centripeta (Newton 1687), vgl. lat. petere ‘zu erreichen suchen, streben’, und zentripetal Adj. ‘zum Mittelpunkt hinstrebend, auf der Wirkung der Zentripetalkraft beruhend’ (19. Jh.). Zentrifuge f. Schleudergerät zum Trennen von Stoffen unterschiedlicher Dichte durch Zentrifugalkraft, ‘Trennschleuder’ (2. Hälfte 19. Jh.), vgl. etwa gleichzeitig auftretendes frz. centrifuge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hauptbüro · Hauptstelle · Leitstelle · Zentrale

Typische Verbindungen zu ›Zentrale‹ (berechnet)

Blutspendedienst Bundesnachrichtendienst Bvb-volksbank Fußball-bund Fußball-union Fußball-weltverband Goethe-institut Hausfrauenverein Inlandsgeheimdienst Stadtsparkasse Umzug ansiedeln bonner brüsseler durchsuchen düsseldorfer essener feuerwehrtechnisch finnisch kroatisch kölner londoner moskauer münchner nürnberger pekinger stuttgarter stürmen verlegen wolfsburger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zentrale‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zentrale‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die ständig wachsende Macht der Zentrale mußte sich darstellen als das wachsende Reich des Bösen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 214]
Die Führung in der Zentrale bemüht sich dauernd, solche Tendenzen herabzumindern. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 158]
Es gibt uns noch, wir brauchen uns nicht mal zu scheuen, in unsere frühere Zentrale zurückzukehren. [Der Spiegel, 08.10.1990]
So konnte das Museum zu einer Zentrale deutscher kulturhistorischer Forschung werden. [o. A. [G. K.]: Germanisches Nationalmuseum. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1980]]
Als diese Zeit abgelaufen war, rief er bei der Zentrale an. [C't, 1997, Nr. 4]
Zitationshilfe
„Zentrale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zentrale>.

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