Zettel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zettels · Nominativ Plural: Zettel
Aussprache
WorttrennungZet-tel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Zettel‹ als Erstglied: ↗Zettelarchiv · ↗Zettelchen · ↗Zettelei · ↗Zettelkartei · ↗Zettelkasten · ↗Zettelkatalog · ↗Zettelkram · ↗Zettelmanuskript · ↗Zettelspieß · ↗Zettelspießer · ↗Zettelwirtschaft
 ·  mit ›Zettel‹ als Letztglied: ↗Ablasszettel · ↗Abstimmungszettel · ↗Akkordzettel · ↗Beichtzettel · ↗Beipackzettel · ↗Belegzettel · ↗Bestellzettel · ↗Denkzettel · ↗Einkaufszettel · ↗Entschuldigungszettel · ↗Flugzettel · ↗Gefechtszettel · ↗Gießzettel · ↗Giftzettel · ↗Handzettel · ↗Karteizettel · ↗Kassenzettel · ↗Klebezettel · ↗Kurszettel · ↗Küchenzettel · ↗Lastschriftzettel · ↗Laufzettel · ↗Lottozettel · ↗Meldezettel · ↗Merkzettel · ↗Notizzettel · ↗Packzettel · ↗Parteizettel · ↗Partezettel · ↗Programmzettel · ↗Reklamezettel · ↗Reparaturzettel · ↗Schiffszettel · ↗Schmierzettel · ↗Sortenzettel · ↗Speisezettel · ↗Spickzettel · ↗Steuerzettel · ↗Stimmzettel · ↗Strafzettel · ↗Streuzettel · ↗Theaterzettel · ↗Tippzettel · ↗Totenzettel · ↗Wahlzettel · ↗Waschzettel · ↗Wunschzettel · ↗Wäschezettel
 ·  mit ›Zettel‹ als Grundform: ↗verzetteln
eWDG, 1977

Bedeutung

kleines, loses Blatt Papier für Aufzeichnungen, Mitteilungen verschiedenster Art
Beispiele:
ein leerer, weißer Zettel
auf dem Tisch liegen ein paar Zettel
Zettel in den Papierkorb werfen
sich [Dativ] etw. auf einem Zettel (= Merkzettel) notieren
jmdm. eine Nachricht auf einem Zettel hinterlassen
die Rechnung auf einem Zettel (= Kassenzettel) ausstellen
Sie gaben uns Zettel zum Wählen (= Stimmzettel) [BrechtGedichte208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zettel1 · zetten · anzetteln · verzetteln1
Zettel1 m. bei einem Gewebe in Längsrichtung verlaufender Garnfaden, ‘Kette, Aufzug’ (15. Jh.; Gegensatz Einschlag, Einschuß für den durch die Breite laufenden Faden), vgl. mhd. zettelgarn, gebildet mit l-Suffix zu zetten Vb. ‘einzeln, in kleinen Stücken fallen lassen, streuen, verstreuen, ausbreiten’, ahd. zetten (9. Jh.; vgl. bi-, ubarzetten ‘be-, überstreuen’, 8. Jh.), mhd. zet(t)en ‘streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten’ (germ. -dd- aus -dj-). Dazu stellen sich anord. teðja ‘düngen, misten’, schwed. (mundartlich) täda, engl. (aus dem Anord.) to ted ‘ausbreiten (von Heu)’ sowie anord. tað ‘ausgebreiteter Mist’, schwed. (mundartlich) tad ‘Dung’ und got. ungatass ‘ungeordnet, zugellos’, ferner die unter ↗Zote und ↗Zotte (s. d.) angegebenen Formen. Außergerm. lassen sich vielleicht vergleichen griech. datéasthai, datéesthai (δατέασθαι, δατέεσθαι) ‘unter sich verteilen, (zu)teilen’, dasmós (δασμός) ‘Verteilung, Tribut’, so daß auf eine durch t erweiterte Form der Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ (s. ↗Teil, ↗Zeit) zurückgegangen werden kann. anzetteln Vb. ‘den Aufzug eines Gewebes auf dem Webstuhl einrichten’, übertragen ‘anstiften’ (Ende 15. Jh.), abgeleitet vom Subtantiv. verzetteln1 Vb. ‘Gras, Heu, Stroh zum Trocknen ausbreiten, unachtsam, unbedenklich verstreuen, verschütten’ (16. Jh.), übertragen ‘vergeuden, vertun’ (17. Jh.), ‘Zeit vergeuden’ (18. Jh.), sich verzetteln ‘seine Kräfte zersplittern’ (19. Jh.); Iterativbildung zu verzetten, mhd. verzetten ‘zerstreut fallen lassen, verstreuen, verlieren’, zu zetten (s. oben).

Zettel2 · verzetteln2
Zettel2 m. ‘kleines Stück Schreibpapier’, mhd. zedele, zedel, zetel f. m. n. ‘beschriebenes oder zu beschreibendes Blatt’, entlehnt (gelegentlich wohl unter Einfluß von afrz. cedule bzw. ital. cedola) aus mlat. cedula, spätlat. schedula f. ‘Blättchen Papier’ (wozu vereinzeltes ahd. skedal ‘Blatt Papier’, Hs. 13. Jh.). Dies ist ein Deminutivum zu lat. scheda, scida f. ‘abgerissener Streifen Papyrus, deren mehrere zu einem Bogen zusammengeleimt werden, Streifen, Blatt’, wohl aus gleichbed. griech. *schídē (*σχίδη) oder griech. schída f. (σχίδα) ‘Abgespaltenes, Span’; zu griech. schízein (σχίζειν) ‘spalten, durchschneiden, trennen’. Zettel gilt (seit dem 15. Jh.) vornehmlich im Obd., bei norddeutschen und mitteldeutschen Schriftstellern bis ins 19. Jh. auch Zeddel. Eine Nebenform Zeddul (nach frz. cédule) wird im 19. Jh. aufgegeben. verzetteln2 Vb. ‘Gedanken, Beobachtungen auf Zettel niederschreiben, einen zusammenhängenden Text in Einzelzettel auflösen’ (18. Jh.), ‘etw. Schriftliches ausfertigen, etw. verbriefen, beurkunden’ (15. Jh.); vgl. vereinzeltes spätmhd. zeddelen ‘ein Schriftstück anfertigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kette · Kettenfäden  ●  Zettel  Jargon
Unterbegriffe
  • Regenablaufkette · Regenkette
Synonymgruppe
(ein) Papier · ↗Blatt · ↗Bogen · ↗Papierblatt · Zettel  ●  (ein) Blatt Papier  Hauptform · ↗Seite  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Bleistift Brett Briefkasten Notiz Scheibenwischer Stift Telefonnummer Urne Windschutzscheibe ablesen aushängen beschrieben gefaltet gelb handgeschrieben hangen heften hängen kleben klemmen kopiert kritzeln los notieren vergilbt verteilt zerknittert zuschieben zustecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zettel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damals hatte ihn keiner seiner namhaften Gegner so recht auf dem Zettel.
Die Welt, 16.08.2005
Sie legte ihm einen Zettel über vier Mark dreißig vor.
Der Tagesspiegel, 04.04.2002
Denk mal an, heute morgen kamen sieben Päckchen an, sechs davon mit Nummern und das eine war ohne Zettel.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.01.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Auch er liest genau den gleichen Text von einem Zettel ab.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 168
Er hatte nur einen Zettel abzugeben, darauf entfernte er sich sofort wieder.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Oberstleutnants Roos. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 998
Zitationshilfe
„Zettel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zettel#1>, abgerufen am 16.12.2018.

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Zettel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zettels · Nominativ Plural: Zettel
Aussprache
WorttrennungZet-tel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Zettel‹ als Grundform: ↗zetteln
eWDG, 1977

Bedeutung

Textilindustrie Kette eines Gewebes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zettel1 · zetten · anzetteln · verzetteln1
Zettel1 m. bei einem Gewebe in Längsrichtung verlaufender Garnfaden, ‘Kette, Aufzug’ (15. Jh.; Gegensatz Einschlag, Einschuß für den durch die Breite laufenden Faden), vgl. mhd. zettelgarn, gebildet mit l-Suffix zu zetten Vb. ‘einzeln, in kleinen Stücken fallen lassen, streuen, verstreuen, ausbreiten’, ahd. zetten (9. Jh.; vgl. bi-, ubarzetten ‘be-, überstreuen’, 8. Jh.), mhd. zet(t)en ‘streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten’ (germ. -dd- aus -dj-). Dazu stellen sich anord. teðja ‘düngen, misten’, schwed. (mundartlich) täda, engl. (aus dem Anord.) to ted ‘ausbreiten (von Heu)’ sowie anord. tað ‘ausgebreiteter Mist’, schwed. (mundartlich) tad ‘Dung’ und got. ungatass ‘ungeordnet, zugellos’, ferner die unter ↗Zote und ↗Zotte (s. d.) angegebenen Formen. Außergerm. lassen sich vielleicht vergleichen griech. datéasthai, datéesthai (δατέασθαι, δατέεσθαι) ‘unter sich verteilen, (zu)teilen’, dasmós (δασμός) ‘Verteilung, Tribut’, so daß auf eine durch t erweiterte Form der Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ (s. ↗Teil, ↗Zeit) zurückgegangen werden kann. anzetteln Vb. ‘den Aufzug eines Gewebes auf dem Webstuhl einrichten’, übertragen ‘anstiften’ (Ende 15. Jh.), abgeleitet vom Subtantiv. verzetteln1 Vb. ‘Gras, Heu, Stroh zum Trocknen ausbreiten, unachtsam, unbedenklich verstreuen, verschütten’ (16. Jh.), übertragen ‘vergeuden, vertun’ (17. Jh.), ‘Zeit vergeuden’ (18. Jh.), sich verzetteln ‘seine Kräfte zersplittern’ (19. Jh.); Iterativbildung zu verzetten, mhd. verzetten ‘zerstreut fallen lassen, verstreuen, verlieren’, zu zetten (s. oben).

Zettel2 · verzetteln2
Zettel2 m. ‘kleines Stück Schreibpapier’, mhd. zedele, zedel, zetel f. m. n. ‘beschriebenes oder zu beschreibendes Blatt’, entlehnt (gelegentlich wohl unter Einfluß von afrz. cedule bzw. ital. cedola) aus mlat. cedula, spätlat. schedula f. ‘Blättchen Papier’ (wozu vereinzeltes ahd. skedal ‘Blatt Papier’, Hs. 13. Jh.). Dies ist ein Deminutivum zu lat. scheda, scida f. ‘abgerissener Streifen Papyrus, deren mehrere zu einem Bogen zusammengeleimt werden, Streifen, Blatt’, wohl aus gleichbed. griech. *schídē (*σχίδη) oder griech. schída f. (σχίδα) ‘Abgespaltenes, Span’; zu griech. schízein (σχίζειν) ‘spalten, durchschneiden, trennen’. Zettel gilt (seit dem 15. Jh.) vornehmlich im Obd., bei norddeutschen und mitteldeutschen Schriftstellern bis ins 19. Jh. auch Zeddel. Eine Nebenform Zeddul (nach frz. cédule) wird im 19. Jh. aufgegeben. verzetteln2 Vb. ‘Gedanken, Beobachtungen auf Zettel niederschreiben, einen zusammenhängenden Text in Einzelzettel auflösen’ (18. Jh.), ‘etw. Schriftliches ausfertigen, etw. verbriefen, beurkunden’ (15. Jh.); vgl. vereinzeltes spätmhd. zeddelen ‘ein Schriftstück anfertigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kette · Kettenfäden  ●  Zettel  Jargon
Unterbegriffe
  • Regenablaufkette · Regenkette
Synonymgruppe
(ein) Papier · ↗Blatt · ↗Bogen · ↗Papierblatt · Zettel  ●  (ein) Blatt Papier  Hauptform · ↗Seite  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Bleistift Brett Briefkasten Notiz Scheibenwischer Stift Telefonnummer Urne Windschutzscheibe ablesen aushängen beschrieben gefaltet gelb handgeschrieben hangen heften hängen kleben klemmen kopiert kritzeln los notieren vergilbt verteilt zerknittert zuschieben zustecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zettel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damals hatte ihn keiner seiner namhaften Gegner so recht auf dem Zettel.
Die Welt, 16.08.2005
Sie legte ihm einen Zettel über vier Mark dreißig vor.
Der Tagesspiegel, 04.04.2002
Denk mal an, heute morgen kamen sieben Päckchen an, sechs davon mit Nummern und das eine war ohne Zettel.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.01.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Auch er liest genau den gleichen Text von einem Zettel ab.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 168
Er hatte nur einen Zettel abzugeben, darauf entfernte er sich sofort wieder.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Oberstleutnants Roos. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 998
Zitationshilfe
„Zettel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zettel#2>, abgerufen am 16.12.2018.

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