Zeughaus, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Zeug-haus
Wortzerlegung ZeugHaus
eWDG, 1977

Bedeutung

historisch Gebäude zum Aufbewahren von Waffen und Vorräten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zeug · Zeughaus
Zeug n. ‘Gerät, Ausrüstung, Rohstoff, Material, Gewebe (Kleidung, Wäsche), Kram’, eigentlich (im Hinblick auf den etymologischen Zusammenhang mit ↗ziehen, s. unten) ‘was benutzt, was herangezogen wird’ Ahd. giziug m. n., giziugi n. (8. Jh.), ziug (10. Jh.) ‘Stoff, Ausstattung, Werkzeug, Aufwand’, mhd. (ge)ziuc m. n. ‘Werkzeug, Gerät, Ausrüstung, Kriegsgerät, gerüstete Kriegerschar, Stoff, Material, Beweis, Zeugnis, Zeuge’, asächs. gitiuh ‘Aufwand’, mnd. getǖch, tǖch ‘Gerät, Ausrüstung, Zeugnis, Zeuge’, mnl. ghetuuch ‘Stück einer Ausrüstung, Zeugnis’, nl. tuig ‘Zeug, Gerät’, aengl. getēog ‘Gerät’ in aengl. sulhgetēog ‘Pfluggerät’, anord. (aus dem Mnd.) tȳgi ‘Zeug, Gerät’, schwed. tyg ‘Stoff, Zeug’ sind Substantivbildungen mit grammatischem Wechsel von h und g zum Stamm des unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verbs. Aus der Grundbedeutung ‘das Ziehen, Ziehung, der Heranziehen (einer Sache)’ entwickelt sich das Wort zur Bezeichnung des zur Benutzung Herangezogenen. Daher auch mhd. (ge)ziuc ‘Ziehung vor Gericht’, und zwar das Beibringen des Beweises (‘das Beweisverfahren’) wie auch der zum Verfahren beigebrachte Mann (‘der Beweisende, Bewahrheitende’); zur Weiterentwicklung des Wortes im rechtlichen Bereich s. ↗Zeuge, ↗zeugen2, ↗Zeugnis. Die präfixlose Form Zeug wird vom 15. Jh. an vorherrschend. Als Sammelbezeichnung (vgl. mhd. geziuge ‘Gerätschaften, Ausrüstung’) steht Zeug vielfach für ‘Gegenstände aller Art, (minderwertiger) Kram, Worte, Gedanken’ und dgl. (seit dem 16. Jh.), stärker abwertend auch Zeugs n. (2. Hälfte 18. Jh.), entstanden aus genitivischen Fügungen, vgl. viel schönes Dings und Zeugs (17. Jh.). Redensartlich sich ins Zeug legen, werfen ‘tüchtig an die Arbeit gehen, sich anstrengen’ (19. Jh.); das Zeug zu etw. haben ‘begabt für etw. sein’, eigentlich ‘die Ausrüstung zu etw. haben’ (18. Jh.); was das Zeug halten will, hält ‘mit allen Kräften’, eigentlich ‘was das Geschirr des Zugpferdes aushält’ (18. Jh.). In der Komposition ist -zeug so vielseitig verwendbar, daß es in heutiger Sprache den Charakter eines Kompositionssuffixes angenommen hat. Zeughaus n. ‘Gebäude zur Aufbewahrung von Ausrüstungen und Vorräten’, also für Zeug (s. oben), für Kriegsgerät und Munition (16. Jh.), Verdeutschungswort für ↗Arsenal (s. d.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Waffenlager  ●  Zeughaus  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Zeughaus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Berliner DomBeispielsätze anzeigen DHMBeispielsätze anzeigen DauerausstellungBeispielsätze anzeigen DomBeispielsätze anzeigen ErweiterungsbauBeispielsätze anzeigen Humboldt-UniBeispielsätze anzeigen Humboldt-UniversitätBeispielsätze anzeigen InnenhofBeispielsätze anzeigen KommandanturBeispielsätze anzeigen KronprinzenpalaisBeispielsätze anzeigen LichthofBeispielsätze anzeigen LindeBeispielsätze anzeigen LustgartenBeispielsätze anzeigen MuseumsinselBeispielsätze anzeigen Palast der RepublikBeispielsätze anzeigen SchloßbrückeBeispielsätze anzeigen SchlüsselübergabeBeispielsätze anzeigen SchlüterhofBeispielsätze anzeigen StaatsbankettBeispielsätze anzeigen Säulenhall SäulenhalleBeispielsätze anzeigen WacheBeispielsätze anzeigen ZitadelleBeispielsätze anzeigen barockBeispielsätze anzeigen erbautBeispielsätze anzeigen renoviertBeispielsätze anzeigen restauriertBeispielsätze anzeigen saniertBeispielsätze anzeigen schlüterschBeispielsätze anzeigen umgebautBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeughaus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zeughaus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand lässt sich, auch nicht von anerkannten internationalen Organisationen, in die Zeughäuser schauen.
Die Zeit, 26.04.2010, Nr. 17
Danach besichtigte er das Museum für Deutsche Geschichte, das im vormaligen preußischen Zeughaus untergebracht ist.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]
Als erstes ließ sie die Kanonen aus den Zeughäusern holen.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 229
Die Waffen wurden in eigenen Zeughäusern aufbewahrt und es wurden auch einige militärische Übungen gemacht.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3756
Bemerkenswert ist das 1607 entstandene Portal des Zeughauses im äußeren Hof nach Gesamtentwurf von H. Werner.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 26844
Zitationshilfe
„Zeughaus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zeughaus>, abgerufen am 23.11.2020.

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