Ziegenbock, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungZie-gen-bock
WortzerlegungZiegeBock
eWDG, 1977

Bedeutung

männliche Ziege
Beispiele:
ein störrischer Ziegenbock
die Jungen sprangen herum wie die Ziegenböcke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ziege · Ziegenbock · Ziegenpeter · Zicke · Zicklein
Ziege f. Name für Angehörige einer Gattung der Horntiere mit kräftigen Hörnern und rauhem Fell, besonders für das seit alters als Milchlieferant gehaltene Haustier, ahd. ziga (9. Jh.), mhd. zige (daraus mnd. sēge, tzēge, zēge, schēge, mnl. sēghe, zēghe, tsēghe). Herkunft nicht gesichert. Die oben sowie die unter Zicke (s. unten) genannten Formen sind lediglich mit einer vereinzelten Hesych-Glosse griech. díza (δίζα) ‘Ziege’ und mit armen. tik, ursprünglich wahrscheinlich ‘Ziegenhaut, -fell’, dann ‘Wein-, Wasserschlauch’ (vorzugsweise aus Ziegenhaut) vergleichbar. Als Wurzel ist wohl ie. *dig(h)- ‘Ziege’ anzusetzen. Vom Frk. ausgehend, hat sich Ziege ausgebreitet, gelangt durch Luthers Bibelübersetzung in die Literatursprache und hat Zicke (s. unten), ↗Geiß (s. d.) und andere landschaftliche Ausdrücke weitgehend verdrängt; vgl. Rein in: Dt. Wortforsch. in europ. Bezügen 1 (1958) 191 ff. Bereits seit mhd. Zeit steht Ziege auch als Schimpfwort für eine weibliche Person. Als Bezeichnung des männlichen Tieres Ziegenbock m. (14. Jh.), verdeutlichend neben ↗Bock (s. d.). Ziegenpeter m. ‘Ohrspeicheldrüsenentzündung’ (Mitte 19. Jh.; s. auch ↗Mumps). Eine eindeutige Erklärung für die Bildung des Kompositums fehlt. Der Personenname Peter ist wohl im Sinne von ‘Tölpel’ aufzufassen, da ein durch diese Krankheit entstellter Mensch ein tölpelhaftes Aussehen hat wie einer, der nur zum Ziegenhüten geeignet ist (vgl. auch die landschaftliche Bezeichnung Wochentölpel). Das Bestimmungswort kann auch vergleichend auf eine bei Ziegen auftretende und diese Tiere entstellende Krankheit anspielen. Zicke f. ‘weibliche Ziege’, ein in Umgangssprache und Mundart (md., besonders omd.) verbreiteter Ausdruck, der keinen Eingang in die Literatursprache findet. Auszugehen ist von ahd. (9. Jh.), mhd. zickīn n. ‘kleine junge Ziege’, mnd. zi(c)ken (15. Jh.), aengl. ticcen, einer Bildung mit īn-Suffix zur Bezeichnung von Tierjungen. Durch Übergang vom neutralen zum natürlichen Geschlecht und daraus resultierendem n-Abfall entsteht die für das feminine Genus übliche Form auf -e, und der deminutive Gehalt weicht der neuen Bedeutung ‘weibliche (Mutter)ziege’. Als Bildung mit affektischer Konsonantenverschärfung stellt sich Zicke mit norw. (mundartlich) tikka ‘Mutterschaf’, mnd. tīke, anord. tīk, schwed. norw. tik ‘Hündin’ und (aus dem Skandinav.) engl. tyke ‘Köter’ sowie den Weiterbildungen norw. (mundartlich) tiksa ‘Schaf, Hündin’, tikla ‘junges weibliches Schaf, junge Kuh’ zu dem oben behandelten Substantiv Ziege. Zicklein n. ‘kleine Zicke’, mhd. zickelīn.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bock · ↗Geiß · ↗Geißbock · Ziege · Ziegenbock  ●  ↗Hippe  regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bharal · Blauschaf · Nahur  ●  Pseudois nayaur  fachspr., lat., griechisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fest Gestalt Hahn Horn Hund Schaf Schwein Ziege liegend reiten schwarz stinkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ziegenbock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Stadt könnte sich sogar mehrere Ziegenböcke leisten, steht sie doch finanziell blendend da.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.2001
Sie lockt ihn in einen engen Stall, wo er durch einen Ziegenbock arg hergerichtet und in die unwürdigsten Positionen gebracht wird.
Die Zeit, 18.09.1959, Nr. 38
Schließlich verschloß ich gekränkt den silbernen Ziegenbock in meinem Schrank, gerade, wie ich lernte, meine Träume für mich zu behalten.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4732
Mit dem Horn des Ziegenbocks hat die Redewendung nichts zu tun, darüber sind sich die Gelehrten einig.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 37
Demnach gehört die Symbolik der Hörner vorzugsweise der Gebärdensprache des Mittelmeerraumes an, und zwar geht es nur um die Hörner des Ziegenbocks.
Röhrich, Lutz: Horn. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 20437
Zitationshilfe
„Ziegenbock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ziegenbock>, abgerufen am 18.11.2019.

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