Zille, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zille · Nominativ Plural: Zillen
Aussprache
WorttrennungZil-le
eWDG, 1977

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) ostmitteldeutsch leichter, flacher Lastkahn für die Flussschifffahrt
Beispiele:
ein Schlepper mit vier Zillen fuhr flussaufwärts
mit Kohle schwer beladene Zillen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zille f. ‘flacher Lastkahn’ (für die Flußschiffahrt), ahd. zulla ‘Kahn, Boot’ (Hs. 12. Jh.), mhd. zulle, zülle, frühnhd. Zull, Züll(e), entrundet Zille (15. Jh.), entlehnt im Donauraum aus aslowen. *čḷnъ ‘Nachen, Kahn’ (slowen. čóln), urslaw. *čьlnъ; vgl. aruss. čьlnъ, russ. čëln (чёлн), serbokr. čȗn, atschech. tschech. člun, slowak. čln, wohl verwandt mit ↗Holm ‘Querbalken’ (s. d.). Vgl. Bielfeldt Entlehnungen (1965) 53. Das zunächst an der Donau übliche Wort begegnet in der Mitte des 17. Jhs. auch an der oberen Elbe und seit den 80er Jahren des 19. Jhs. an Oder, Spree und Havel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(kleiner) Kahn · ↗(kleines) Boot · ↗Barke · Bötchen · ↗Fischerboot · ↗Gondel (Venedig)  ●  ↗Nachen  süddt., poetisch · ↗Weidling  regional · Zille  regional
Unterbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Boot wurde zum Steg gezogen, wo es aber zunächst nicht gelang, die auf zwei Tonnen geschätzte "Zille" aufzustellen.
Die Welt, 01.06.2004
In der Enge von Potsdam hat die "La Paloma" eine Zille, ein Motorboot und ein Segelboot gerammt.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 06.03.1929
Zitationshilfe
„Zille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zille>, abgerufen am 21.05.2019.

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