Zinne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zinne · Nominativ Plural: Zinnen
Aussprache
WorttrennungZin-ne
Wortbildung mit ›Zinne‹ als Letztglied: ↗Bergeszinne · ↗Bergzinne · ↗Burgzinne · ↗Felsenzinne · ↗Felszinne · ↗Mauerzinne · ↗Schwalbenschwanzzinne
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
zahnartig emporragendes Mauerstück zwischen zwei Schießscharten oder mit zahnartig emporragenden Mauerstücken versehene Brüstung an Wehrmauern und an Dächern von Burgen, Schlössern und Türmen, aber auch als architektonischer Schmuck an Gebäuden
Beispiel:
[ich sah] von einer Zinne leidlich geschützt, dem Abzug der Streitenden von der Bühne des Kampfes zu [HagelstangeSpielball28]
meist im Plural
Beispiele:
die Zinnen der Stadtmauer, der Burg, des Turmes
Bleich und bekümmert blickten die Wachen von den Zinnen herab [WerfelJeremias344]
ihre Villen mit den vielen Zinnen und Giebeln sahen schon recht heruntergekommen aus [K. MannMephisto62]
2.
meist im Plural
gehoben Spitze eines Berges im Hochgebirge, Felszacke
Beispiel:
die höchsten Zinnen der Berge
3.
schweizerisch mit einem Geländer umgebenes flaches Dach, das meist zum Wäschetrocknen dient
Beispiel:
während sie auf der Zinne gegenüber gerade eine Matratze klopfen [FrischStiller480]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zinne f. ‘zahnartig emporragendes, Deckung kung bietendes Mauerstück’ (deren zwei eine Schießscharte einschließen), ahd. zinna (11. Jh.), mhd. zinne, mnd. mnl. nl. tinne (mnl. auch tenne) führen als assimilierte Formen auf germ. *tindjō(n), das neben germ. *tindaz in ahd. zint (Hs. 12. Jh.), mhd. zint (Genitiv zindes) ‘Zacken, Zinke’, nd. tinde ‘Zahn oder Zinken (einer Gabel, Harke, eines Kamms)’, aengl. tind ‘Spitze, Schnabel, Gabel, Zinke, Zacken’, engl. tine ‘Zinke, Zacke’, anord. tindr ‘Spitze, Zinke’ steht. Weiteres unklar. Außergerm. kann air. dind ‘Hügel, Höhe’ verglichen werden. Dann würde sich auf Grund des alten i eine Zugehörigkeit (als e-Stufe) zu ie. *dont-, *dṇt- ‘Zahn’ verbieten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gipfel · ↗Spitze · Zinne
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balkon Bogen Burg Erker Festung Giebel Kastell Kuppel Mauer Nordwand Palast Schießscharte Schloß Stadtmauer Tempel Trutzburg Turm Wehrgang Wehrturm Zacke Zacken Zugbrücke gotisch grüßen recken schroff spitz thronen wachen wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zinne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles ist, bis zu den höchsten Zinnen hinauf, sorgfältig ausgeführt.
Der Tagesspiegel, 06.07.2001
Auf seinen Zinnen sinnend riecht man schon den frischen Beton aus Bonn.
Süddeutsche Zeitung, 15.03.1995
Sie kletterten immer höher hinauf und standen nach langer Zeit wieder auf ihrer Zinne.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 243
Er fuhr damit fort, seine schußbereiten Truppen auf die Zinnen seiner Burg zu verteilen.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 142
An solchen Tagen suchten wir bei hohem Sonnenstande die Zinne der Marmorklippen auf.
Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 70
Zitationshilfe
„Zinne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zinne>, abgerufen am 17.02.2019.

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