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Zins, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zinses · Nominativ Plural: Zinsen/Zinse
Aussprache
Wortbildung mit ›Zins‹ als Erstglied: ↗Zinsabschlag · ↗Zinsabstand · ↗Zinsaufkommen · ↗Zinsbauer · ↗Zinsbogen · ↗Zinseinkunft · ↗Zinseinsparung · ↗Zinsenlast · ↗Zinsentwicklung · ↗Zinserhöhung · ↗Zinserträgnis · ↗Zinserwartung · ↗Zinseszins · ↗Zinsfuß · ↗Zinsgut · ↗Zinsguthaben · ↗Zinshaus · ↗Zinsherr · ↗Zinsknechtschaft · ↗Zinskosten · ↗Zinslast · ↗Zinsniveau · ↗Zinspause · ↗Zinspflicht · ↗Zinspolitik · ↗Zinsprognose · ↗Zinsrechnung · ↗Zinsrückstand · ↗Zinssatz · ↗Zinsschritt · ↗Zinstabelle · ↗Zinstender · ↗Zinswohnung · ↗Zinszahlung · ↗zinsenfrei · ↗zinsfrei · ↗zinsfressend · ↗zinsgünstig · ↗zinslos · ↗zinspflichtig · ↗zinssicher · ↗zinsvariabel
 ·  mit ›Zins‹ als Letztglied: ↗Aktivzins · ↗Bankzins · ↗Basiszins · ↗Bodenzins · ↗Darlehenszins · ↗Effektivzins · ↗Fremdkapitalzins · ↗Geldmarktzins · ↗Habenzins · ↗Hauszins · ↗Hochzins · ↗Hypothekenzins · ↗Jahreszins · ↗Kapitalmarktzins · ↗Kreditzins · ↗Lagerzins · ↗Lehenszins · ↗Lehnszins · ↗Leitzins · ↗Marchzins · ↗Marktzins · ↗Mietzins · ↗Monatszins · ↗Negativzins · ↗Niedrigzins · ↗Nominalzins · ↗Pachtzins · ↗Passivzins · ↗Realzins · ↗Soll-Zins · ↗Sollzins · ↗Stückzins · ↗Tageszins · ↗Verzugszinsen · ↗Verzögerungszinsen · ↗Wucherzins · ↗Zinseszins · ↗Zwischenzins
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Pl. -en, meist im Plural
von einer Bank gezahltes Entgelt für die Inanspruchnahme der Geldmittel, die der Eigentümer als Einlagen (zeitweilig) bei der Bank deponiert hat
Beispiele:
das Sparguthaben bringt, trägt 3,25 Prozent Zinsen
die Zinsen gutschreiben lassen
Entgelt, das ein Entleiher für (von einer Bank) geliehene Geldmittel zahlen muss
Beispiele:
er muss für den Kredit fünf Prozent Zinsen zahlen
hohe Zinsen fordern
er kann die Zinsen nicht aufbringen
die Zinsen eintreiben
übertragen
Beispiele:
er hat ihn [den Scherz] durch seine Karikatur mit Zinsen (= sehr, über Gebühr) heimgezahlt [I. KurzVanadis110]
Tugend trägt Zinsen [HammelTreibelIV]
2.
Pl. -en
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Miete, Pacht
Beispiele:
der Zins ist am Ersten des Monats fällig
er war für drei Monate den Zins schuldig
den Zins pünktlich zahlen
3.
Pl. -e
historisch Abgabe, Steuer
Beispiel:
Heut fahr ich selbst hinüber nach Sylt, / Und hol mir mit eigener Hand Zins und Gült [Liliencron9,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zins · Zinsen · verzinsen · zinsen · Zinseszins
Zins m. ‘Abgabe, Steuer’, landschaftlich (bes. südd. öst. schweiz.) ‘Miete, Pacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. zins ‘Abgabe, Tribut, Pachtgeld, Miete’ und (nd. Lautverhältnissen angeglichenes) asächs. mnd. tins sind entlehnt aus lat. cēnsus ‘Vermögensschätzung, Steuerliste, Vermögen, Besitz, Vermögenssteuer’, spätlat. auch ‘Grundsteuer’; zu lat. cēnsēre (cēnsum) ‘begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen’. Im mittelalterlichen Feudalsystem bezeichnet Zins ‘die dem Lehnsherrn zu leistenden Abgaben an Vieh, Ernteerträgen und (Pacht)geld’. Die finanzwirtschaftliche Bedeutung ‘Entgelt für die Überlassung von Kapital’ (vereinzelt im 14. Jh.) wird im 16. Jh. allgemein; die heute dafür übliche Pluralform Zinsen setzt sich im 18. Jh. durch. verzinsen Vb. ‘Zinsen zahlen’, refl. ‘Zinsen einbringen, abwerfen’, mhd. verzinsen ‘den Zins wovon oder wofür bezahlen’, präfigierte Bildung zu heute nur noch im historischen Sinne gebrauchtem zinsen Vb. ‘Steuern, Abgaben, Zins entrichten’, ahd. (9. Jh.), mhd. zinsen ‘den Zins geben, zahlen’, refl. ‘Zinsen (ein)bringen’, trans. ‘als Zins geben, hin-, preisgeben’. Zinseszins m. ‘Verzinsung von Zinsen’ (2. Hälfte 18. Jh.), Zinsenzins (Ende 17. Jh.); vorauf gehen Umschreibungen wie Zins von Zinsen (16. Jh.), Zinß und Zinß Zinsen (Anfang 17. Jh.); in fester Fügung mit Zins und Zinseszins (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Abgabe · ↗Aufschlag · ↗Aufwand · ↗Ertrag · ↗Verzinsung · Zins
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreibungen Anstieg Dividenden Ergebnis Gewinn Inflation Kapitalmarkt Kredite Mieten Senkung Steuern Tilgung Verlust Zinseszins anheben aufgelaufenen bezahlen erhöhen fallende höhere kurzfristigen langfristigen niedrigen senken sinken sinkende steigen steigenden zahlen zurückzahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zins‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um neue Anlagen verkaufen zu können, müsste die Regierung dann zunehmend höhere Zinsen bieten.
Die Zeit, 20.07.2013, Nr. 30
Auch bei noch sinkenden Zinsen sei nicht mit einer wachsenden Inflation zu rechnen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Wahrscheinlich war damals noch die Einrichtung des Zinses unbekannt gewesen.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 29044
Ich erhielt ständig die Zinsen eines Kapitals von 20000 Mark.
Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3718
Ohne Entwicklung also gäbe es unter den erwähnten Einschränkungen keinen Zins.
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 251
Zitationshilfe
„Zins“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zins>, abgerufen am 15.12.2017.

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