Zins, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zinses · Nominativ Plural: Zinse(n)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Zins‹ als Erstglied: Zinsabbau · Zinsabschlag · Zinsabschnitt · Zinsabstand · Zinsaufkommen · Zinsaufwand · Zinsausgabe · Zinsauszahlung · Zinsbauer · Zinsbelastung · Zinsberechnung · Zinsbogen · Zinseinkunft · Zinseinnahme · Zinseinsparung · Zinsenauszahlung · Zinsenberechnung · Zinsendienst · Zinsenlast · Zinsentscheid · Zinsentscheidung · Zinsentwicklung · Zinsergebnis · Zinserhöhung · Zinsertrag · Zinserträgnis · Zinserwartung · Zinseszins · Zinsfuß · Zinsgroschen · Zinsgut · Zinsguthaben · Zinshaus · Zinsherr · Zinsknechtschaft · Zinskosten · Zinslast · Zinsmarge · Zinsniveau · Zinspause · Zinspflicht · Zinspolitik · Zinsprognose · Zinsrate · Zinsrechnung · Zinsrückstand · Zinssatz · Zinsschraube · Zinsschritt · Zinssenkung · Zinsspanne · Zinsstruktur · Zinstabelle · Zinstender · Zinstermin · Zinsverbot · Zinsvorteil · Zinswende · Zinswohnung · Zinswucher · Zinszahlung · Zinsüberschuss · zinsbar · zinsenfrei · zinsfrei · zinsfressend · zinsgünstig · zinslos · zinspflichtig · zinssicher · zinstragend · zinsvariabel
 ·  mit ›Zins‹ als Letztglied: Aktivzins · Anleihezins · Bankzins · Basiszins · Bodenzins · Darlehenszins · Effektivzins · Erbbauzins · Erbzins · Fremdkapitalzins · Geldmarktzins · Habenzins · Hauszins · Hochzins · Hypothekenzins · Jahreszins · Kapitalmarktzins · Kreditzins · Lagerzins · Lehenszins · Lehnszins · Leitzins · Marchzins · Marktzins · Mietzins · Minuszins · Monatszins · Negativzins · Niedrigzins · Nominalzins · Pachtzins · Passivzins · Realzins · Soll-Zins · Sollzins · Stückzins · Tageszins · Verzugszinsen · Verzögerungszinsen · Wucherzins · Zwischenzins
eWDG

Bedeutungen

1.
von einer Bank gezahltes Entgelt für die Inanspruchnahme der Geldmittel, die der Eigentümer als Einlagen (zeitweilig) bei der Bank deponiert hat
Grammatik: Plural ‘-en’, meist im Plural
Beispiele:
das Sparguthaben bringt, trägt 3,25 Prozent Zinsen
die Zinsen gutschreiben lassen
a)
Entgelt, das ein Entleiher für (von einer Bank) geliehene Geldmittel zahlen muss
Beispiele:
er muss für den Kredit fünf Prozent Zinsen zahlen
hohe Zinsen fordern
er kann die Zinsen nicht aufbringen
die Zinsen eintreiben
b)
übertragen
Beispiele:
er hat ihn [den Scherz] durch seine Karikatur mit Zinsen (= sehr, über Gebühr) heimgezahlt [ I. KurzVanadis110]
Tugend trägt Zinsen [ HammelTreibelIV]
2.
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Miete, Pacht
Grammatik: Plural ‘-en’
Beispiele:
der Zins ist am Ersten des Monats fällig
er war für drei Monate den Zins schuldig
den Zins pünktlich zahlen
3.
historisch Abgabe, Steuer
Grammatik: Plural ‘-e’
Beispiel:
Heut fahr ich selbst hinüber nach Sylt, / Und hol mir mit eigener Hand Zins und Gült [ Liliencron9,17]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zins · Zinsen · verzinsen · zinsen · Zinseszins
Zins m. ‘Abgabe, Steuer’, landschaftlich (besonders südd. öst. schweiz.) ‘Miete, Pacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. zins ‘Abgabe, Tribut, Pachtgeld, Miete’ und (nd. Lautverhältnissen angeglichenes) asächs. mnd. tins sind entlehnt aus lat. cēnsus ‘Vermögensschätzung, Steuerliste, Vermögen, Besitz, Vermögenssteuer’, spätlat. auch ‘Grundsteuer’; zu lat. cēnsēre (cēnsum) ‘begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen’. Im mittelalterlichen Feudalsystem bezeichnet Zins ‘die dem Lehnsherrn zu leistenden Abgaben an Vieh, Ernteerträgen und (Pacht)geld’. Die finanzwirtschaftliche Bedeutung ‘Entgelt für die Überlassung von Kapital’ (vereinzelt im 14. Jh.) wird im 16. Jh. allgemein; die heute dafür übliche Pluralform Zinsen setzt sich im 18. Jh. durch. verzinsen Vb. ‘Zinsen zahlen’, reflexiv ‘Zinsen einbringen, abwerfen’, mhd. verzinsen ‘den Zins wovon oder wofür bezahlen’, präfigierte Bildung zu heute nur noch im historischen Sinne gebrauchtem zinsen Vb. ‘Steuern, Abgaben, Zins entrichten’, ahd. (9. Jh.), mhd. zinsen ‘den Zins geben, zahlen’, reflexiv ‘Zinsen (ein)bringen’, transitiv ‘als Zins geben, hin-, preisgeben’. Zinseszins m. ‘Verzinsung von Zinsen’ (2. Hälfte 18. Jh.), Zinsenzins (Ende 17. Jh.); vorauf gehen Umschreibungen wie Zins von Zinsen (16. Jh.), Zinß und Zinß Zinsen (Anfang 17. Jh.); in fester Fügung mit Zins und Zinseszins (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Abgabe · Aufschlag · Aufwand · Ertrag · Verzinsung · Zins

Typische Verbindungen zu ›Zins‹ (berechnet)

Gift Senkung anfallend anheben aufgelaufen bezahlen erhöhen fallend fällig gestiegen gesunken günstig hoch kurzfristig langfristig marktüblich negativ niedrig profitieren rekordtief senken sinken sinkend steigen steigend tief ultraniedrig variabel zahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zins‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zins‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne Entwicklung also gäbe es unter den erwähnten Einschränkungen keinen Zins. [Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 251]
Wahrscheinlich war damals noch die Einrichtung des Zinses unbekannt gewesen. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 29044]
Ich erhielt ständig die Zinsen eines Kapitals von 20000 Mark. [Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3718]
Die Drohung zeigte offensichtlich Wirkung – und sinkende Zinsen schoben die Wirtschaft an. [Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7]
Nach der heute vorherrschenden ökonomischen Lehre hilft gegen Inflation nur eine Politik des knappen Geldes, das heißt der hohen Zinsen. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Zins“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zins>.

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