Zitrone, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zitrone · Nominativ Plural: Zitronen
Aussprache
WorttrennungZi-tro-ne · Zit-ro-ne
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Zitrone‹ als Erstglied: ↗Zitronenbaum · ↗Zitronencreme · ↗Zitronencrème · ↗Zitronenfalter · ↗Zitronengeschmack · ↗Zitronenhain · ↗Zitronenkern · ↗Zitronenlikör · ↗Zitronenmelisse · ↗Zitronenpresse · ↗Zitronenrolle · ↗Zitronensaft · ↗Zitronenschale · ↗Zitronenscheibe · ↗Zitronenspeise · ↗Zitronensäure · ↗Zitronenwasser · ↗Zitronenöl · ↗zitronenfarben · ↗zitronengelb · ↗zitronig
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
gelbe, länglich runde Zitrusfrucht mit saftigem, sauer schmeckendem Fruchtfleisch und dicker Schale, die reich an Vitamin C ist; Frucht des Zitronenbaums
b)
Zitronenbaum
c)
Auszeichnung (in Form einer Zitrone), die jmdm. zugedacht wird, dessen Verhalten o. Ä. negativ bewertet wird
d)
Kfz-Wesen, Jargon Montagsauto
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zitrone · Zitronat
Zitrone f. Der Name des aus Südostasien stammenden Zitrusgewächses und seiner gelben, sauren, saftreichen Frucht (im älteren Nhd. mehrfach auch als Bezeichnung der das Zitronat liefernden Unterart mit größeren, dickschaligen Früchten ausdrücklich unterschieden von Limone, s. ↗Limonade), zuerst belegt in den Pluralformen zitronij (2. Hälfte 15. Jh.), Cytroni, Cittrunen (1. Hälfte 16. Jh.), Cytronen, Citronien (Mitte 16. Jh.), dann im Singular Citron (2. Hälfte 16. Jh.), ist entlehnt aus ital. (älter) citrone ‘Zitronatzitrone’ (in diesem Sinne heute ital. cedro neben ital. limone ‘Zitrone’), teilweise wohl auch aus mfrz. chitron, citron, frz. citron m. ‘Zitrone’. Die roman. Formen schließen sich (wie mfrz. citre ‘Zitrone’, ital. cedro) an spätlat. citrum n. ‘Zitrone’ an; sie beruhen vielleicht auf der Nebenform spätlat. citron (nach selbst aus spätlat. citrum entlehntem griech. kítron, κίτρον ‘Zitronatzitrone’) oder auf den flektierten Formen von gleichbed. mlat. citro (Genitiv citronis), können aber auch erst im Mfrz. und Ital. nach dem Vorbild von afrz. frz. limon, ital. limone entstanden sein. Spätlat. citrum steht für älteres spätlat. citrium, lat. mālum citrium, (mālum) citreum; diese römischen Benennungen zeigen, daß die stark duftende Frucht mit dem zu den Zypressengewächsen gehörenden afrikanischen Nadelbaum lat. citrus, wahrscheinlich einer Thuja-Art, in Verbindung gebracht wurde, wohl weil man sie ebenso wie das Holz dieses Baumes (lat. citrum) zum Schutz gegen Ungeziefer verwendete (daher spätlat. citrus auch ‘Zitronenbaum’). Lat. citrus f. ist vermutlich (wie lat. cedrus f. ‘Zeder, Wacholder’, jedoch durch etrusk. Vermittlung?) entlehnt aus griech. kédros (κέδρος) ‘Wacholder’, später ‘Zeder’, falls nicht lat. citrus und griech. kédros in der Bedeutung ‘Zeder’ gemeinsam auf ein unbekanntes Mittelmeerwort zurückgehen. Im älteren Nhd. (bis ins 17. Jh.) findet sich neben Citron(e) auch die Form Citrin (Anfang 16. Jh.), verkürzt aus frühnhd. Citrinäpffel Plur. (16. Jh.), citrin epphel Plur. (Ende 15. Jh.), (westmd.) citrineppel Plur. (Anfang 15. Jh., vgl. mnd. citryn appele Plur.), dieses nach gleichbed. mlat. pomum citrinum, pomum cedrinum (vgl. mlat. citrinus, griech. kítrinos, κίτρινος ‘zitronenfarbig, hellgelb’). Andere frühe Namen der Frucht im Dt. sind ferner frühnhd. ziterapfel (Mitte 15. Jh.), zederapfel, cederbaumapfel (15. Jh.) und ahd. pōmcid(e)ra (Hs. 13. Jh., nach mlat. pomum cedri, cedripomum, vgl. auch ahd. bō̌ncidraboum ‘Zitronenbaum’, Hs. 13. Jh.). Zitronat n. ‘kandierte Fruchtschale einer großen Zitronenart’ (2. Hälfte 15. Jh., frühnhd. auch Citernat, Citrinat, 1. Hälfte 16. Jh.), Bildung nach roman. Muster zu frühnhd. Citron (s. oben), vgl. aprov. citronat ‘kandierte Zitrone’ (15. Jh.) und (erst für das 17. Jh. nachzuweisen) ital. (älter) citronata, cedronata, frz. citronnat ‘kandierte Zitronenschale’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Citrone · ↗Limone · Zitrone
Oberbegriffe
  • Frucht · ↗Obst
  • Zitrusfrucht  ●  Zitrusfrüchte  Plural · ↗Agrumen  fachspr., ital., Plural · Agrumi  fachspr., Plural, ital.
Unterbegriffe
  • Buddhas Hand · Fingerzitrone
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfelsine Essig Feige Grapefruit Honig Ingwer Kiwi Knoblauch Limette Mandarine Olive Olivenöl Orange Pampelmuse Petersilie Pfeffer Saft Salz Schale Vanille Zucker abschmecken ausgepreßt ausgequetscht auspressen ausquetschen beträufeln blühen golden unbehandelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zitrone‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber nach so vielen Jahren als Spieler ist man ausgequetscht wie eine Zitrone.
Die Welt, 15.09.2003
Und wenn das Kabel nicht mitspielt, hat man sowieso mit Zitronen gehandelt.
C't, 1998, Nr. 7
Immer aber wird die Zitrone auf den eigenen Teller genommen und nicht mehr zurückgelegt.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 225
Der andere Sohn rieb Metallroste mit einer in Öl getränkten Zitrone ab.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 359
Dann gibt man den Saft von 3 Zitronen hinzu und schmeckt den Tee mit Zucker ab.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 203
Zitationshilfe
„Zitrone“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zitrone>, abgerufen am 26.06.2019.

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