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Zofe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zofe · Nominativ Plural: Zofen
Aussprache 
Worttrennung Zo-fe (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Zofe‹ als Erstglied: Zöfchen
eWDG

Bedeutung

historisch weibliche Person für die persönliche Bedienung ihrer Herrin
Beispiel:
Ihr Verhältnis untereinander war leicht zu beurteilen: es waren Mutter, Tochter und Zofe [ Th. MannLotte7,375]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zofe f. ‘weibliche Person für die persönliche Bedienung einer Dame, Kammerjungfer’, zuerst in Obersachsen Zoffe (1623), Zohfe (1645), Zaufe, Zofe und deminutiv Zöflein, Zöfgen (Stieler 1691), zuvor Zoffmagd (nur 16. Jh.). Das Subst. stellt sich zu md. zoffen, zaffen ‘zögern’; vgl. auch schweiz. hinder sich zuffen ‘zögern’, bair. nachzaffen (lange Kleider) ‘nachziehen, -schleppen’, obd. md. zaufen ‘zurückziehen, -gehen, -treten’ (alle 16. Jh.). Zofe wäre danach eigentlich die ‘Dienerin, die (die Schleppe tragend) hinterhergeht’ (vgl. die lexikalische Interpretation Nachtreterin bzw. lat. pedissequa, 1623), daher anfänglich vielleicht ein Spottname. Möglicherweise ist das Verb zu verbinden mit frühnhd. zafen, (md.) zofen, mhd. zāfen, zāven, (md.) zōfen ‘ziehen, dahinziehen’, auch ‘pflegen, erziehen’ und ‘zieren, schmücken’ (vgl. diu muoter zāfte wol die meit), so daß für Zofe von einer Bedeutung ‘die beim Ankleiden, Schmücken behilfliche Dienerin’ ausgegangen werden muß. Weitere Herkunft unbekannt. Im 17. Jh. wird die Dehnung des Vokals in der Schreibung Zoofe, Zohfe verdeutlicht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dienerin · Dienstmagd · Magd · Zofe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Dienstmädchen · Hausangestellte · Hausdame · Haushälterin · Hausmädchen · Haustochter · Hauswirtschaftshelferin (Ausbildungsberuf) · Hilfskraft im Haushalt · Soubrette (Rollenfach bei Theater und Operette) · Stubenmädchen  ●  Haushaltshilfe  Hauptform · Kammerzofe  veraltet · Minna  veraltet · Wirtschaterin  veraltet · Zofe  veraltet · Zugehfrau  veraltet · Perle (halb-scherzhaft)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (bei jemandem) in Stellung gehen

Typische Verbindungen zu ›Zofe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zofe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zofe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine ausnehmend hübsche Zofe öffnete ihm, nachdem er geläutet hatte. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 364]
Keine Dame kann die Nase so hoch tragen wie ihre Zofe. [Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3168]
Der Major hörte sie nebenan rumoren und mit der Zofe schäkern. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 365]
Der Baron setzt sich zögernd und bemüht sich, der hübschen Zofe nicht völlig den Rücken zu kehren. [Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10820]
Zofen berichten, dass sich die edle Dame nachts anzog, Briefe schrieb und sich wieder ins Bett legte. [Die Zeit, 23.04.2001, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Zofe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zofe>.

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