Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zopf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zopf(e)s · Nominativ Plural: Zöpfe
Aussprache  [ʦɔpf]
Wortbildung  mit ›Zopf‹ als Erstglied: Zopfband · Zopfende · Zopfhalter · Zopfmuster · Zopfstil · Zopfzeit · Zöpfchen
 ·  mit ›Zopf‹ als Letztglied: Beamtenzopf · Blondzopf · Butterzopf · Haarzopf · Hefezopf · Hängezopf · Kanzleizopf · Mohnzopf · Mozartzopf · Philisterzopf · Repräsentationszopf · Wirbelzopf
 ·  mit ›Zopf‹ als Grundform: bezopft
eWDG

Bedeutungen

1.
aus mehreren, meist drei Teilen geflochtenes Kopfhaar
Beispiele:
braune, blonde, lange, dicke Zöpfe
ein dünnes Zöpfchen
einen Zopf flechten
sie trug ihre Zöpfe aufgesteckt
sich [Dativ] die Zöpfe abschneiden lassen
sie trug das Haar in zwei Zöpfen
2.
aus Streifen von Teig geflochtenes, längliches Gebäck
Beispiel:
einen Zopf backen, aufschneiden
3.
salopp ein alter Zopfeine überholte Ansicht, Einrichtung, Anordnung
Beispiele:
Ein alter Zopf war das Zuschneiden mit dem Handmesser [ Tageszeitung1956]
daß diese Befehls‑ und Kommandogewalt ein Zopf aus dem Absolutismus ist [ Tageszeitung1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zopf m. ‘Haarflechte’. Das bis auf das Got. in allen germ. Sprachen bezeugte Substantiv ahd. zoph ‘Haarlocke, Haarbüschel’ (Hs. 12. Jh.), mhd. zopf, zoph, (md.) zop ‘Haarflechte, hinterstes Ende, Schwanz, Zipfel’, mnd. top ‘Zopf, äußerste Spitze, höchstes Ende, Baumwipfel’ (s. Topp), mnl. top ‘Spitze, Scheitel, Kopfhaar’, nl. top ‘Gipfel, Baumwipfel, Spitze’, aengl. topp ‘Gipfel’, engl. top ‘Spitze, (Haar)schopf’, anord. toppr ‘Spitze, aufgebundenes Haar’, schwed. topp ‘Gipfel, Baumwipfel’ ist mit Zapfen, Zipfel, zupfen, tippen2 (s. d.) am ehesten aus einer onomatopoetischen (weithin expressive Konsonantendoppelung aufweisenden) germ. Grundform *toppa- zur Bezeichnung von etw. Spitzem zu erklären, da sichere außergerm. Parallelen fehlen. Zu anderen, unbefriedigenden Herleitungsversuchen, z. B. Vasmer 1, 384, der Verwandtschaft mit russ. dýba (дыба) ‘Wippe, Folterbank, Galgen’, dýbit’sja (дыбиться) ‘sich aufbäumen’ annimmt, vgl. de Vries Nl. 741. Die Bedeutung ‘Haarflechte’ entwickelt sich nur im Dt., ausgehend von ‘am Scheitel, an der Kopfspitze hoch-, zusammengebundenes Haarbüschel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flechte · Zopf

Typische Verbindungen zu ›Zopf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zopf‹.

abgeschnitten abschneiden abstehend alt aufgesteckt baumeln binden blond braun brav dick dünn flechten geflochten grau hangen herabhängend ideologisch kappen lang lustig rot schneiden schwarz tragen wippen wippend

Verwendungsbeispiele für ›Zopf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr grauglänzendes Haar war in dünn gewordenen Zöpfen um den unbedeckten Kopf gelegt. [May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 341]
Als das Mädchen wieder in meine Nähe kam, wollte ich den anderen Zopf abschneiden, und dabei wurde ich verhaftet. [Friedländer, Hugo: Der Zopfabschneider vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3540]
Das Haar wurde weiterhin meist aufgesteckt, aber auch Zöpfe waren modern. [o. A.: Lexikon der Kunst – H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9872]
Vielleicht lag es an der altmodischen Kleidung, vielleicht waren aber auch die langen Zöpfe unserer großen Tochter daran schuld. [Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 218]
Aber selbst wenn er es war, würde die engagierte Frau mit dem grauen Zopf weiter zu ihm halten. [Die Zeit, 23.04.1998, Nr. 18]
Zitationshilfe
„Zopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zopf>.

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