Zopf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zopf(e)s · Nominativ Plural: Zöpfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Zopf‹ als Erstglied: ↗Zopfband · ↗Zopfhalter · ↗Zopfmuster · ↗Zopfstil · ↗Zopfzeit · ↗Zöpfchen
 ·  mit ›Zopf‹ als Letztglied: ↗Beamtenzopf · ↗Blondzopf · ↗Butterzopf · ↗Haarzopf · ↗Hängezopf · ↗Kanzleizopf · ↗Mohnzopf · ↗Mozartzopf · ↗Philisterzopf · ↗Repräsentationszopf · ↗Wirbelzopf
 ·  mit ›Zopf‹ als Grundform: ↗bezopft
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
aus mehreren, meist drei Teilen geflochtenes Kopfhaar
Beispiele:
braune, blonde, lange, dicke Zöpfe
ein dünnes Zöpfchen
einen Zopf flechten
sie trug ihre Zöpfe aufgesteckt
sich [Dativ] die Zöpfe abschneiden lassen
sie trug das Haar in zwei Zöpfen
2.
aus Streifen von Teig geflochtenes, längliches Gebäck
Beispiel:
einen Zopf backen, aufschneiden
3.
salopp ein alter Zopfeine überholte Ansicht, Einrichtung, Anordnung
Beispiele:
Ein alter Zopf war das Zuschneiden mit dem Handmesser [Tageszeitung1956]
daß diese Befehls- und Kommandogewalt ein Zopf aus dem Absolutismus ist [Tageszeitung1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zopf m. ‘Haarflechte’. Das bis auf das Got. in allen germ. Sprachen bezeugte Substantiv ahd. zoph ‘Haarlocke, Haarbüschel’ (Hs. 12. Jh.), mhd. zopf, zoph, (md.) zop ‘Haarflechte, hinterstes Ende, Schwanz, Zipfel’, mnd. top ‘Zopf, äußerste Spitze, höchstes Ende, Baumwipfel’ (s. ↗Topp), mnl. top ‘Spitze, Scheitel, Kopfhaar’, nl. top ‘Gipfel, Baumwipfel, Spitze’, aengl. topp ‘Gipfel’, engl. top ‘Spitze, (Haar)schopf’, anord. toppr ‘Spitze, aufgebundenes Haar’, schwed. topp ‘Gipfel, Baumwipfel’ ist mit ↗Zapfen, ↗Zipfel, ↗zupfen, ↗tippen (s. d.) am ehesten aus einer onomatopoetischen (weithin expressive Konsonantendoppelung aufweisenden) germ. Grundform *toppa- zur Bezeichnung von etw. Spitzem zu erklären, da sichere außergerm. Parallelen fehlen. Zu anderen, unbefriedigenden Herleitungsversuchen, z. B. Vasmer 1, 384, der Verwandtschaft mit russ. dýba (дыба) ‘Wippe, Folterbank, Galgen’, dýbit’sja (дыбиться) ‘sich aufbäumen’ annimmt, vgl. de Vries Nl. 741. Die Bedeutung ‘Haarflechte’ entwickelt sich nur im Dt., ausgehend von ‘am Scheitel, an der Kopfspitze hoch-, zusammengebundenes Haarbüschel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flechte · Zopf

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Haar Hinterkopf Locke Mähne Nacken Perücke Sommersprossen Sumpf Vollbart Zopf abgeschnitten abschneiden abstehend alt binden blond dick dunkelblond dünn flechten geflochten gepudert hüftlang neckisch rotblond wehend wippen wippend zusammenbinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zopf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die dunklen Augen fangen an zu strahlen, die Zöpfe tanzen um den Kopf.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.1997
Der Zopf war schon ab, nun ist er wieder dran.
Der Tagesspiegel, 01.03.1997
Das Haar wurde weiterhin meist aufgesteckt, aber auch Zöpfe waren modern.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9872
Vielleicht lag es an der altmodischen Kleidung, vielleicht waren aber auch die langen Zöpfe unserer großen Tochter daran schuld.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 218
Als das Mädchen wieder in meine Nähe kam, wollte ich den anderen Zopf abschneiden, und dabei wurde ich verhaftet.
Friedländer, Hugo: Der Zopfabschneider vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3540
Zitationshilfe
„Zopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zopf>, abgerufen am 20.09.2019.

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