Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zucht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zucht · Nominativ Plural: Zuchten
Aussprache  [ʦʊχt]
Wortbildung  mit ›Zucht‹ als Erstglied: Zuchtbetrieb · Zuchtbock · Zuchtbuch · Zuchtbulle · Zuchteber · Zuchterfolg · Zuchtform · Zuchthahn · Zuchthaus · Zuchthengst · Zuchtknecht · Zuchtkuh · Zuchtleiter · Zuchtmeister · Zuchtmeisterin · Zuchtmittel · Zuchtobjekt · Zuchtochse · Zuchtpaar · Zuchtperle · Zuchtrasse · Zuchtregister · Zuchtreife · Zuchtrennen · Zuchtrind · Zuchtrute · Zuchtsau · Zuchtschaf · Zuchtschwein · Zuchtstall · Zuchtstamm · Zuchtstier · Zuchtstute · Zuchtstätte · Zuchttaube · Zuchttier · Zuchtvieh · Zuchtwahl · Zuchtwidder · zuchtlos · zuchtreif · zuchttauglich · zuchtvoll · züchtig
 ·  mit ›Zucht‹ als Letztglied: Austernzucht · Bienenzucht · Blumenzucht · Champignonzucht · Fasanenzucht · Ferkelzucht · Fischzucht · Forellenzucht · Geflügelzucht · Gemüsezucht · Herdbuchzucht · Hochzucht · Hundezucht · Hühnerzucht · Inzucht · Kaninchenzucht · Karpfenzucht · Kirchenzucht · Kleintierzucht · Kleinviehzucht · Krabbenzucht · Leibzucht · Manneszucht · Nachzucht · Notzucht · Pelztierzucht · Pferdezucht · Rassenreinzucht · Rassenzucht · Rassereinzucht · Rassezucht · Reinzucht · Rentierflechte · Rentierzucht · Rinderzucht · Rosenzucht · Saatzucht · Samenzucht · Schafszucht · Schafzucht · Schweinezucht · Seidenraupenzucht · Selbstzucht · Stutenzucht · Taubenzucht · Tierzucht · Tischzucht · Tulpenzucht · Unzucht · Viehzucht
 ·  mit ›Zucht‹ als Binnenglied: Lehrzuchtverfahren
eWDG

Bedeutungen

1.
Aufzucht, Züchtung von Pflanzen, Tieren
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Zucht von Blumen, Obstbäumen
sich mit der Zucht von Jagdhunden beschäftigen
ein für die Zucht unbrauchbares Tier
2.
das Gezüchtete, der Stamm, die aufgezogene Gruppe von Tieren oder Pflanzen
Beispiele:
die Tiere, Pflanzen aus seiner Zucht, aus diesen Zuchten sind besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten
in der Nährlösung hat sich eine Zucht von Bakterien entwickelt
eine kräftige Stute aus belgischer Zucht
diese Tiere stammen aus einer, ein und derselben Zucht
Orchideen verschiedener Zuchten
salopp, abwertend, übertragen Bande, Horde von Kindern
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
So ein Sauvolk, solche verdammte Zucht [ FalladaJeder stirbt280]
3.
veraltend, spöttisch Erziehung
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
eine eiserne, strenge Zucht ausüben
jmdn. in (harte) Zucht nehmen
bei solch mangelhafter Zucht kann ja nichts aus diesen Kindern werden
4.
Ordnung, Disziplin, Gehorsam
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
in dieser Klasse herrschen Zucht und Ordnung
auf Zucht und Anstand halten
umgangssprachlichbei euch herrscht ja eine schöne Zucht!
veraltet in Züchtenmit Anstand
Beispiel:
Aber es gibt viele seinesgleichen in unserm Revier, und Bauschan jagt sie in Züchten und Ehren [ Th. MannHerr u. Hund9,605]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zucht · züchten · Züchter · züchtig · Gezücht · züchtigen · Unzucht · unzüchtig · Zuchthaus · Zuchtwahl
Zucht f. ‘das Aufziehen, Züchten (von Tieren und Pflanzen) und dessen Ergebnis, (strenge) Erziehung, Gehorsamkeit, Disziplin’, ahd. zuht ‘Unterhalt, Nahrung, Erziehung, Belehrung, Sprößling, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. zuht ‘das Ziehen, Zug, Richtung, Weg, Erziehung, Bildung, Strafe, feine Sitte und Lebensart, Ernährung, Unterhalt, Abstammung, das Aufgezogene’, asächs. tuht, mnd. tucht ‘Zug, Ziehen, Aufschub, Verzug, Frist, Erziehung, Bildung, das Aufgezogene’ (besonders vom Vieh), mnl. tocht, tucht ‘das Ziehen, Erziehung, Nutznießung, Höflichkeit’, nl. tocht, aengl. tyht ‘Lauf, Bewegung, Unterweisung’, anord. (wohl aus dem Mnd.) tykt ‘Zucht, Strafe’ sowie got. ustaúhts ‘Vollendung, Erfüllung’ sind ablautende Abstrakta mit ti-Suffix (germ. *tuhti-) zu dem unter ziehen (s. d.) behandelten Verb. Sie bezeichnen zunächst ‘das Ziehen’ als Beihilfe bei der Geburt von Haustieren, danach die Ernährung und Pflege der Jungtiere sowie das Aufziehen von Pflanzen und (jungen) Menschen und (im menschlichen Bereich) Erziehung und Bildung. Mhd. zuht gehört im Sinne von ‘feine Sitte und höfische Lebensart’ zu den Kernbegriffen der mittelalterlich-höfischen Ethik. – züchten Vb. ‘planmäßig und auswählend Pflanzen oder Tiere heranziehen’, ahd. zuhten (8. Jh.), mhd. zühten ‘nähren, aufziehen’. Züchter m. ‘wer planmäßig, auswählend, veredelnd Tiere und Pflanzen heranzieht’ (wohl erst 19. Jh.), zuvor frühnhd. ‘Lehrer, Erzieher’; vgl. ahd. zuhtāri ‘Ernährer, Erzieher’ (9. Jh.; zuhtāra f. ‘Ernährerin’, auch ‘Nachkommenschaft’, 8. Jh.), mhd. zühter ‘Vogeljunges’, auch ‘wer junge Tiere aufzieht’. züchtig Adj. ‘brav, anständig’, ahd. zuhtīg ‘geschult, maßvoll, zur Zucht fähig’ (10. Jh.), mhd. zühtec, zühtic ‘züchtigend, wohlgezogen, artig, höflich, gedeihlich, fruchtbringend’. Gezücht n. ‘Heran-, Aufgezogenes’, oft geringschätzig ‘Brut, Gesindel, Geschmeiß’, mhd. gezüchte; Kollektivum zu Zucht. Vgl. Otterngezüchte (Luther, Mt. 3,7). züchtigen Vb. ‘(körperlich) strafen’, mhd. zühtegen, zühtigen ‘durch Zucht erziehen, strafen, sich ziehen, bilden’; vgl. ahd. afterzuhtīg ‘(nach dem Werfen der Lämmer) säugend’ und (zweifelhaft) afterzuhtīgen ‘(nach dem Werfen der Lämmer) säugen’. Unzucht f. ‘unsittliche Handlung’, ahd. unzuht (10. Jh.), mhd. unzuht ‘Ungehörigkeit, Ungesittetheit, Roheit, Gewalttätigkeit, Unsittlichkeit’. unzüchtig Adj. ‘unsittlich’, ahd. unzuhtīg (10. Jh.), mhd. unzühtec, unzühtic ‘zuchtlos, unsittlich’. Zuchthaus n. ‘Strafanstalt’ (17. Jh.), ‘Wohngemeinschaft, Internat, Erziehungs-, Besserungsanstalt’ (16. Jh.). Zuchtwahl f. s. Selektion.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Zucht · Züchtung · züchterische Entwicklung
Synonymgruppe
Erziehung · Zucht  ●  Edukation  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Zucht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zucht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zucht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gleichartig sind dagegen alle Gesetzgebungen in der Durchführung der bürgerlichen Zucht. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 30300]
Das Heil liegt in mehr Zucht, mehr Ordnung, mehr Bewußtsein. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]
Die Zucht kämpft ihrerseits jedoch mit einem schlechten Ruf, denn sie hatte oft gravierende Folgen. [Die Zeit, 31.01.2011, Nr. 05]
Durch die Zucht sind die Tiere fast zu Haustieren geworden, also weitgehend domestiziert. [Die Zeit, 02.05.1975, Nr. 19]
Insofern lebt das Kabinett durchaus in der Zucht des Herrn. [Die Zeit, 12.07.1974, Nr. 29]
Zitationshilfe
„Zucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zucht>.

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