Zufall, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zufall(e)s · Nominativ Plural: Zufälle
Aussprache 
Worttrennung Zu-fall
Wortbildung  mit ›Zufall‹ als Erstglied: Zufallsauswahl · Zufallsbekannte · Zufallsbekanntschaft · Zufallsergebnis · Zufallsfund · Zufallsgenerator · Zufallshaftung · Zufallsopfer · Zufallsprinzip · Zufallsprodukt · Zufallsstichprobe · Zufallstor · Zufallstreffer · Zufallsvariable · Zufallsversuch · zufallsabhängig · zufallsbedingt · zufallsgesteuert
 ·  mit ›Zufall‹ als Letztglied: Glückszufall  ·  mit ›Zufall‹ als Grundform: zufällig
eWDG

Bedeutung

überraschendes Ereignis, unvorhergesehenes Zusammentreffen von Vorgängen, Geschehnissen
Beispiele:
ein ärgerlicher, glücklicher, unglücklicher, merkwürdiger, seltsamer Zufall
umgangssprachlichdass wir uns trafen, das war purer, der reinste Zufall
das kann doch kein Zufall sein!
eine Reihe von Zufällen
das ist aber ein Zufall!
das Bild kam mir durch Zufall (= zufällig) wieder in die Hände
auf Vorstellungen vom Zufall als tätigem Subjekt beruhend
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Zufall ist blind
der Zufall wollte es, dass wir an diesem Tage auch ausgegangen waren
wie es der Zufall manchmal mit sich bringt
ob wir uns wiedersehen würden oder nicht, wollten wir dem Zufall überlassen
der Zufall hat mich gestern an diesem Gasthaus vorübergeführt
ein Spiel des Zufalls
Ereignis, das unter gegebenen Bedingungen zwar kausal, aber nicht notwendig eintritt und nur statistisch voraussagbar ist   philosophische Kategorie
Beispiel:
Zufall und Notwendigkeit sind eine dialektische Einheit von Gegensätzen, die sich vor allem im Wirken statistischer Gesetzmäßigkeiten zeigt
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zufall · zufallen · zufällig
Zufall m. ‘unerwartetes, unvorhergesehenes Geschehen’ (vorgebildet im 16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), frühnhd. ‘starkes Andrängen, Zulauf, Parteinahme, Beistand, Beifall, Ereignis, Vorkommnis’ und ‘jmdm. zufallender Besitz, Vorteil’ (15. Jh.), mhd. zuoval ‘Anfall, Angriff, das Zuteilwerden’, mnd. tōval, nl. toeval, Verbalabstraktum zu zufallen (s. unten). Schon früh steht das Substantiv als Entsprechung von lat. accidēns n. ‘das Unwesentliche, Äußere, Zufall, unglückliches Ereignis’, spätlat. ‘Krankheitserscheinung’, mlat. auch ‘Eigenschaft, Merkmal’ (substantiviertes Part. Präs. von lat. accidere ‘auf etw. niederfallen, zu etw. hindringen, geschehen, ablaufen, widerfahren’); zuerst bei den mhd. Mystikern ‘was als Äußerliches zum Wesen hinzukommt, das Nicht-Ursprüngliche’ (Seuse, Tauler), dann in den Naturwissenschaften ‘die Stoffe unterscheidende Eigenschaft’ (16. Jh.), in der Medizin ‘von außen kommende krankhafte Störung, Krankheitserscheinung, Symptom’ (16. Jh.), auch ‘Anfall’ (17. Jh.). zufallen Vb. ‘zuteil werden, (als Anteil, durch Erbschaft) zugesprochen werden’, frühnhd. auch ‘hinzukommen, auf etw. niederfallen, sich jmdm. anschließen, beistimmen’, mhd. zuovallen ‘hinzukommen, zuteil werden, sich ereignen’, mnd. tōvallen; zur Herkunft s. fallen. zufällig Adj. ‘vom Zufall bestimmt, unvorhergesehen’ (17. Jh.), frühnhd. ‘hinzukommend, zugehörig, nicht wesentlich’, mhd. zuovellic ‘nicht wesentlich, sekundär’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fügung des Schicksals · Zufall · Zufälligkeit
Assoziationen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Zufall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zufall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zufall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann es aber nicht lassen, immer über den Zufall nachzudenken. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 82]
Allein daß mich dieses Buch ausgewählt hatte, konnte kein Zufall sein. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 137]
In einer Welt des absoluten Zufalls ist Lernen nicht möglich. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 387]
Es veranschaulicht – was wir schon so oft feststellen konnten – das Walten des Zufalls in der Geschichte unserer literarischen Terminologie. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 248]
Dass die zerrissenen Akten überhaupt rekonstruiert werden, ist einem Zufall zu verdanken. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Zufall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zufall>.

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