Zufall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zufall(e)s · Nominativ Plural: Zufälle
Aussprache
WorttrennungZu-fall
Wortbildung mit ›Zufall‹ als Erstglied: ↗Zufallsbekannte · ↗Zufallsbekanntschaft · ↗Zufallsergebnis · ↗Zufallsfund · ↗Zufallshaftung · ↗Zufallsopfer · ↗Zufallsprinzip · ↗Zufallstor · ↗Zufallstreffer · ↗Zufallsvariable · ↗zufallsabhängig · ↗zufallsbedingt
 ·  mit ›Zufall‹ als Grundform: ↗zufällig
eWDG, 1977

Bedeutung

überraschendes Ereignis, unvorhergesehenes Zusammentreffen von Vorgängen, Geschehnissen
Beispiele:
ein ärgerlicher, glücklicher, unglücklicher, merkwürdiger, seltsamer Zufall
umgangssprachlichdass wir uns trafen, das war purer, der reinste Zufall
das kann doch kein Zufall sein!
eine Reihe von Zufällen
das ist aber ein Zufall!
das Bild kam mir durch Zufall (= zufällig) wieder in die Hände
auf Vorstellungen vom Zufall als tätigem Subjekt beruhend
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Zufall ist blind
der Zufall wollte es, dass wir an diesem Tage auch ausgegangen waren
wie es der Zufall manchmal mit sich bringt
ob wir uns wiedersehen würden oder nicht, wollten wir dem Zufall überlassen
der Zufall hat mich gestern an diesem Gasthaus vorübergeführt
ein Spiel des Zufalls
Ereignis, das unter gegebenen Bedingungen zwar kausal, aber nicht notwendig eintritt und nur statistisch voraussagbar ist   philosophische Kategorie
Beispiel:
Zufall und Notwendigkeit sind eine dialektische Einheit von Gegensätzen, die sich vor allem im Wirken statistischer Gesetzmäßigkeiten zeigt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zufall · zufallen · zufällig
Zufall m. ‘unerwartetes, unvorhergesehenes Geschehen’ (vorgebildet im 16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), frühnhd. ‘starkes Andrängen, Zulauf, Parteinahme, Beistand, Beifall, Ereignis, Vorkommnis’ und ‘jmdm. zufallender Besitz, Vorteil’ (15. Jh.), mhd. zuoval ‘Anfall, Angriff, das Zuteilwerden’, mnd. tōval, nl. toeval, Verbalabstraktum zu zufallen (s. unten). Schon früh steht das Substantiv als Entsprechung von lat. accidēns n. ‘das Unwesentliche, Äußere, Zufall, unglückliches Ereignis’, spätlat. ‘Krankheitserscheinung’, mlat. auch ‘Eigenschaft, Merkmal’ (substantiviertes Part. Präs. von lat. accidere ‘auf etw. niederfallen, zu etw. hindringen, geschehen, ablaufen, widerfahren’); zuerst bei den mhd. Mystikern ‘was als Äußerliches zum Wesen hinzukommt, das Nicht-Ursprüngliche’ (Seuse, Tauler), dann in den Naturwissenschaften ‘die Stoffe unterscheidende Eigenschaft’ (16. Jh.), in der Medizin ‘von außen kommende krankhafte Störung, Krankheitserscheinung, Symptom’ (16. Jh.), auch ‘Anfall’ (17. Jh.). zufallen Vb. ‘zuteil werden, (als Anteil, durch Erbschaft) zugesprochen werden’, frühnhd. auch ‘hinzukommen, auf etw. niederfallen, sich jmdm. anschließen, beistimmen’, mhd. zuovallen ‘hinzukommen, zuteil werden, sich ereignen’, mnd. tōvallen; zur Herkunft s. ↗fallen. zufällig Adj. ‘vom Zufall bestimmt, unvorhergesehen’ (17. Jh.), frühnhd. ‘hinzukommend, zugehörig, nicht wesentlich’, mhd. zuovellic ‘nicht wesentlich, sekundär’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fügung des Schicksals · Zufall · ↗Zufälligkeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Bestimmung · ↗Fatum · ↗Fügung · ↗Geschick · ↗Karma (buddh.) · ↗Kismet (islam.) · ↗Los · ↗Prädestination · ↗Schicksal · ↗Schickung · ↗Vorbestimmung · ↗Vorherbestimmung · ↗Vorsehung · Zufall
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Zufall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Absicht Fügung Glück Häufung Kette Laune Notwendigkeit Schicksal Verkettung Willkür abhängen biographisch blind bloß dumm entdecken erfahren es fügen glücklich merkwürdig pur rein seltsam unglücklich verdanken verschlagen zusammenführen Ähnlichkeit überlassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zufall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zufall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist gar nicht so einfach, einen Zufall zu organisieren.
Die Zeit, 05.08.2013, Nr. 31
Allein daß mich dieses Buch ausgewählt hatte, konnte kein Zufall sein.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 137
Ich kann es aber nicht lassen, immer über den Zufall nachzudenken.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 82
Nein, ich glaube, auf diesem Gebiet spielt der Zufall uns so willkürlich mit wie auf keinem anderen.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Von Paul zu Pedro. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 10969
In einem Monat hat sich alles getröstet, denn es gab auch wieder glückliche Zufälle.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 66
Zitationshilfe
„Zufall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zufall>, abgerufen am 21.02.2020.

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