Zuschauer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zuschauers · Nominativ Plural: Zuschauer
Aussprache
WorttrennungZu-schau-er (computergeneriert)
Wortzerlegungzuschauen-er
Wortbildung mit ›Zuschauer‹ als Erstglied: ↗Zuschauerbank · ↗Zuschauergunst · ↗Zuschauerin · ↗Zuschauerinteresse · ↗Zuschauerkulisse · ↗Zuschauermasse · ↗Zuschauermenge · ↗Zuschauerplatz · ↗Zuschauerprotest · ↗Zuschauerquote · ↗Zuschauerrang · ↗Zuschauerraum · ↗Zuschauerreihe · ↗Zuschauerrolle · ↗Zuschauerschwund · ↗Zuschauerstrom · ↗Zuschauertribüne · ↗Zuschauerzahl
 ·  mit ›Zuschauer‹ als Letztglied: ↗Fernsehzuschauer
eWDG, 1977

Bedeutung

jmd., der bei etw. zuschaut, Augenzeuge
Beispiel:
eine Menge von Zuschauern hatte sich an der Unfallstelle versammelt
Besucher einer Veranstaltung, bei der es hauptsächlich etw. zu sehen gibt
Beispiele:
die Zuschauer verfolgten gespannt die Aufführung, Darbietungen
nach Beendigung des Schauspiels brach unter den Zuschauern stürmischer Beifall aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schauen · Schau · Schauer1 · anschauen · anschaulich · veranschaulichen · Anschauung · beschauen · Beschauer · beschaulich · zuschauen · Zuschauer · Schaufenster · Schauplatz · Schauspiel · Schauspieler · schauspielern
schauen Vb. ‘den Blick auf etw. richten, betrachten, achtgeben, sich kümmern um, innerlich erblicken, erfassen, erkennen’, ahd. scouwōn (8. Jh.), mhd. schouwen, asächs. skauwon, mnd. schouwen, schau(w)en, mnl. scouwen, nl. schouwen, afries. skāwia, skōwia, aengl. scēawian, engl. to show (germ. *skauwōn). Verwandt sind weiter (unsicheres) got. unskaus (für *usskaus?) ‘nüchtern, vorsichtig’ (d. i. -skaus ‘schauend’), griech. thyoskóos (θυοσκόος, aus *-σκοϜός) ‘Opferschauer’ sowie das unter ↗schön (s. d.) behandelte Adjektiv, auch (ablautend) anord. skoða ‘schauen, untersuchen’, schwed. skåda und (mit nord. Entwicklung zum Guttural) anord. skygn ‘scharfsehend, klug’, skygna ‘schauen, spähen’. Alle Formen lassen sich auf eine mit s- anlautende Variante ie. *skeu- der Wurzel ie. *kē̌u- ‘worauf achten, beobachten, schauen’, auch ‘hören, fühlen, merken’ (wozu ↗hören, s. d. weitere Verwandte) zurückführen. Schau f. ‘(prüfendes) Ansehen, intuitives Erleben, Erfassen, Blickpunkt, Sichtweise’, mhd. schouwe, schowe, schou ‘suchendes, prüfendes Schauen’ (erhalten in Brautschau), ‘Blick, das Anschauen, Anblick, was angesehen wird, Gestalt’ (bis ins 17. Jh. auch m.); vgl. die Wendungen zur Schau stellen, zur Schau tragen ‘öffentlich zeigen, vorführen’ (18. Jh.). In neuerer Zeit (unter dem Einfluß von engl. show) häufig in Komposita für ‘Ausstellung’ (Blumen-, Leistungs-, Moden-, Tierschau) oder für eine ‘öffentliche, auf optische Wirkung ausgerichtete Veranstaltung’ (Bühnen-, Fernseh-, Superschau). In der Folge tritt das Simplex Schau oft für aus dem Engl. entlehntes ↗Show (s. d.) ein. Schauer1 m. ‘Betrachter, Besichtiger, Prüfer’, ahd. scouwāri (um 1000), mhd. schouwære, schower ‘Betrachter, Münzprüfer, Fleischbeschauer’, frühnhd. auch ‘Seher, Prophet’. anschauen Vb. ‘ansehen, prüfend betrachten’, ahd. anascouwōn (9. Jh.), mhd. aneschouwen; anschaulich Adj. ‘leicht, optisch gut vorstellbar, bildhaft’, mhd. anschouwelich ‘in religiöse Betrachtung versunken’; veranschaulichen Vb. ‘durch Bilder, Vergleiche u. dgl. vorstellbar, deutlich machen’ (um 1800); Anschauung f. ‘das Sehen, Anblick’ (15. Jh.), ‘Betrachtungsweise, Vorstellung, Gesichtspunkt, Meinung’ (18. Jh.), ahd. anascouwunga ‘das Ausschauhalten, geistige Betrachtung’ (8. Jh.), mhd. anschouwunge ‘geistige, kontemplative Betrachtung’. beschauen Vb. ‘(prüfend, eingehend) betrachten, besehen’, ahd. biscouwōn ‘schauen, (an)sehen, berücksichtigen’ (8. Jh.), mhd. beschouwen; Beschauer m. ‘Prüfer’, ahd. biscouwāri ‘Betrachter, Beobachter’ (10. Jh.), mhd. beschouwære ‘(obrigkeitlicher) Besichtiger, Prüfer’; beschaulich Adj. ‘betrachtend, kontemplativ’, spätmhd. beschouwelich; vgl. besonders beschawlich leben (1460). zuschauen Vb. ‘den Blick auf einen Punkt richten, hin-, zusehen’ (16. Jh.); Zuschauer m. ‘wer auf etw. hinsieht, einer Vorführung zusieht’ (16. Jh.). Schaufenster n. ‘Fenster, in dem etw. zur öffentlichen Ansicht ausgestellt wird’ (19. Jh.). Schauplatz m. ‘öffentlicher Platz, auf dem Schauspiele aufgeführt werden, Theater’ (16. Jh.), ‘Platz, auf dem sich etw. abspielt, wo etw. geschieht’ (17. Jh.), vgl. Kriegsschauplatz. Schauspiel n. ‘jedes vor Zuschauern öffentlich gezeigte Spiel’, besonders ‘dramatische Dichtung und deren szenische Aufführung’ (Ende 15. Jh.), neben häufigerem Komödie, Tragödie; vom 18. Jh. an geläufig und Lustspiel und Trauerspiel ausdrücklich zusammenfassend. Schauspieler m. ‘wer in szenischen Aufführungen auftritt’ (16. Jh.), danach ‘darstellende Person auf dem Theater’, neben ↗Komödiant (s. d.), dieses jedoch vom 18. Jh. an zurückdrängend. schauspielern Vb. ‘anderen etw. vormachen, vortäuschen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beobachter · ↗Betrachter · ↗Publikum · ↗Spektator · Zuschauer · ↗Zuseher
Oberbegriffe
  • Leute · Menschen · Personen · ↗Volk
Synonymgruppe
(unbeteiligter) Zuschauer · ↗Gaffer · Unbeteiligter · nicht auf der Gästeliste (stehen) · nicht eingeladen · ungebetener Gast  ●  nicht geladener Gast  Hauptform · ↗Zaungast  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Neugieriger · Schaulustiger · Umstehender · ↗Zaungast  ●  ↗Gaffer  ugs. · ↗Maulaffe  ugs., abwertend
  • (sich) (irgendwo) nicht mehr blicken lassen können · ↗Unperson · nicht (mehr) gern gesehen · nicht (mehr) gerngesehen · nicht willkommen · unerbeten · ↗unerwünscht · ↗ungebeten · ungern gesehen · ↗ungewollt · ungewünscht · ↗unwillkommen  ●  ↗Persona ingrata  geh., lat. · ↗Persona non grata  geh. · auf der schwarzen Liste (stehen)  ugs., fig. · das fünfte Rad am Wagen  ugs. · fünftes Rad am Wagen  ugs. · in Ungnade gefallen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zuschauer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor 34.000 Zuschauern suchten die Gäste ihr Heil in der Offensive.
Die Zeit, 10.11.2013 (online)
Die Zuschauer werden in dieser Darstellung zu einer zum Leben erweckten Masse, in der sich das nationale Symbol ausdrückt.
konkret, 2000 [1998]
Es wird eine Verlängerung geben, und viele Zuschauer werden mit gebrochenem Herzen zusammensinken, aber dann werden wir gewinnen.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 79
Zum Entsetzen der Zuschauer gebe ich nicht auf, sondern mache weiter.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 259
Als es gegen die Wand klatschte, löste sich die Spannung der Zuschauer.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Zitationshilfe
„Zuschauer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zuschauer>, abgerufen am 18.07.2019.

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