Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zutat, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zutat · Nominativ Plural: Zutaten
Aussprache  [ˈʦuːtaːt]
Worttrennung Zu-tat
formal verwandt mittun
Wortbildung  mit ›Zutat‹ als Erstglied: Zutatenliste  ·  mit ›Zutat‹ als Letztglied: Backzutat · Nähzutaten
eWDG

Bedeutungen

1.
Bestandteil, der für etw. notwendig oder wünschenswert ist
Beispiele:
die Soße wurde aus den besten Zutaten bereitet
ich muss noch die Zutaten für mein Kleid, zu meinem Anzug besorgen
2.
Beigabe, Ergänzung
Beispiele:
das Vorspiel zum Drama ist eine spätere Zutat des Dichters
die dekorativen Zutaten zum Bühnenbild, an der Fassade des alten Rathauses
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tun · tunlich · betulich · Tunichtgut · abtun · antun · umtun · vertun · zutun · Zutat
tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. (8. Jh.), mhd. tuon, asächs. mnd. dōn, mnl. nl. doen, aengl. dōn, engl. to do ‘tun’ setzt westgerm. *dō- voraus, eine wohl ablautende Form der Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Als Verwandte sind vergleichbar aind. dádhāti ‘setzt, stellt hin, legt’, griech. tithénai (τιθέναι) ‘stellen, setzen, legen’, lat. abdere ‘weggeben, -tun, entfernen, verbergen, verstecken’, addere ‘hinzutun, -fügen, vermehren’, condere ‘gründen, einlegen, bergen, bedecken’, facere (Perf. fēcī) ‘tun, machen’, air. dorat ‘hat gegeben’, lit. dė́ti ‘setzen, stellen, legen, hineintun, säen, pflanzen’, aslaw. děti ‘legen, setzen, stellen’, dějati ‘tun, verrichten’, russ. det’ (деть) ‘hinlegen, verbrauchen’. S. auch Tat (mit anord. dāð und got. -dēþs, die Reflexe des im Nordgerm. und Ostgerm. nicht belegten Verbs zeigen) und -tum. – tunlich Adj. ‘zum Tun geeignet, ratsam, sinnvoll, zweckmäßig, möglich’ (16. Jh.). betulich Adj. ‘rührig, besorgt, zutraulich, beschaulich’ (18. Jh.), zu heute veraltetem betun ‘sich geschäftig zeigen, sich abgeben’, ahd. bituon ‘verschließen, zumachen, behandeln’ (8. Jh.), mhd. betuon ‘be-, einschließen’. Tunichtgut m. ‘wer öfters Unfug treibt, Taugenichts’ (17. Jh.), imperativischer Satzname; vgl. Thukeingut (1586), Thunichts (Stieler 1691). abtun Vb. ‘ablegen, mit Geringschätzung erledigen, ins reine bringen’, mhd. abetuon ‘entfernen, abschaffen, abstellen’, ahd. (zweifelhaft) abatuon ‘entfernen’ (9. Jh.). antun Vb. ‘anziehen, jmdm., sich etw. zufügen, bereiten, erweisen’, ahd. anatuon ‘anziehen, auflegen, aufsetzen, (Böses) zufügen’ (8. Jh.), mhd. anetuon ‘anlegen’, reflexiv ‘sich ankleiden’. umtun Vb. ‘umhängen, umlegen’, reflexiv ‘sich umsehen, sich erkundigen, sich bemühen’ (16. Jh.), mhd. umbetuon ‘herumbringen, von seiner Ansicht abbringen, überwinden’. vertun Vb. ‘verschwenden, vergeuden, ohne rechten Sinn verbrauchen, nutzlos zubringen’, reflexiv ‘sich irren’, ahd. firtuon ‘freveln’, reflexiv ‘sich vergreifen an’ (9. Jh.; vgl. ahd. firtān Part.adj. ‘schlecht, böse’, 8. Jh.), mhd. vertuon ‘aufbrauchen, verzehren, vergeblich tun’, reflexiv ‘sich versammeln, verschwenderisch leben, sich durch Handeln verfehlen’. zutun Vb. ‘hinzufügen, zusetzen, hinzulegen, schließen’, ahd. (8. Jh.), mhd. zuotuon; Zutat f. ‘zur Herstellung einer bestimmten Sache notwendiger oder wünschenswerter Bestandteil, Beigabe, Ergänzung’ (18. Jh.), zuvor ‘zweckvolles Tun’ (16. Jh.); vgl. mnd. tōdāt ‘Hinzufügung, Hilfe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Gewürz · Würzstoff  ●  Spezerei  veraltet · Würze  ugs. · Zutat  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Muskat · Muskatnuss
  • Allgewürz · Gewürzkörner · Jamaikapfeffer · Nelkenpfeffer · Neugewürz · Viergewürz  ●  Modegewürz veraltet · Piment Hauptform · Pimenta dioica fachspr., lat. · Pimenta officinalis fachspr., lat.
  • Babylonischer Safran · Curcuma · Gelber Ingwer · Gelbsuchtswurz · Gelbwurz · Gelbwurzel · Gilbwurtzel · Gilbwurz · Gilbwurzel · Gilbwurzimber · Gurkume · Gurkumey · Indianischer Safran · Kurkuma · Kurkume · Mülleringwer · Safranwurz · Safranwurzel · Tumerik · Turmarik · falscher Safran  ●  Curcuma longa fachspr.
  • Kochsalz · NaCl · Natriumchlorid · Salz · Speisesalz · Tafelsalz  ●  weißes Gold ugs.
  • Canehl · Echter Zimt · Zimmet · Zinnamon  ●  Zimt Hauptform · Cinnamomum verum fachspr., lat.
  • Pfeffer
  • Mostert · Mostrich · Senf
  • Cumin · Kreuzkümmel · Kumin · römischer Kümmel · weißer Kümmel · welscher Kümmel
  • Kümmel
  • Gruit · Grut
  • Japanischer Meerrettich · Wasabi · Wassermeerrettich
  • Curry · Currypulver
  • Echter Galgant · Galgant · Galgantwurzel · Kleiner Galgant · Siam-Galgant  ●  Alpinia officinarum fachspr.
  • Chnöbli schweiz. · Knoblauch Hauptform · Allium sativum fachspr., lat. · Knofel ugs. · Knofi ugs. · Vanille des armen Mannes ugs., österr., scherzhaft
  • Macis · Macis-Blüte · Macisblüte · Mazis · Muskatblüte
  • Cassiazimt · Gewürzrinde
  • Echter Lorbeer · Edler Lorbeer · Gewürzlorbeer · Lorbeer  ●  Laurus nobilis fachspr., lat.
  • Echter Sternanis · Sternanis  ●  Illicium verum fachspr., lat., botanisch
  • Anispfeffer · Bergpfeffer · Chinesischer Pfeffer · Japanischer Pfeffer  ●  Chinese prickly ash engl. · Sichuan Pepper engl. · Szechuanpfeffer Hauptform · Zanthoxylum piperitum fachspr., lat., griechisch
  • Gewürznelke  ●  Syzygium aromaticum fachspr., lat., griechisch
Assoziationen
  • Würze · Würzessenz · aromatischer Geschmacksstoff  ●  Aroma griechisch
  • Bienenkraut · Duftisoppe · Echter Ysop · Eisenkraut · Eisop · Esope · Essigkraut · Gewürzysop · Heisop · Hisopo · Hizopf · Hyssop · Ibsche · Isop · Ispen · Josefskraut · Weinespenkraut · Ysop  ●  Hyssopus officinalis fachspr., lat.
  • Melisse · Zitronenmelisse  ●  Melissa officinalis fachspr., lat., botanisch
  • Brodsamen · Femis · Frauenfenchel · Venichel  ●  Enis schweiz. · Femkel mittelhochdeutsch · Fenchel Hauptform · Fenchil althochdeutsch · Fenckel mittelhochdeutsch · Fencol mittelhochdeutsch · Fengel mittelhochdeutsch · Fenichal mittelhochdeutsch · Fenichil althochdeutsch · Fenikl österr. · Vencol mittelniederdeutsch · Venecol mittelniederdeutsch · Venekol mittelniederdeutsch · Venkel mittelniederdeutsch · Wenchil mittelniederdeutsch · Foeniculum vulgare fachspr., lat., botanisch
  • Grüner Kardamom  ●  Elettaria cardamomum lat.
  • Echter Salbei · Garten-Salbei · Heilsalbei · Küchensalbei  ●  Salvia Officinalis fachspr., lat.
  • Ajowan · Indischer Kümmel · Königskümmel · Mohrenkümmel · ägyptischer Ammei  ●  Ammi copticum fachspr., lat. · Trachyspermum ammi fachspr., lat., griechisch
  • Kräuter · Küchenkräuter

Typische Verbindungen zu ›Zutat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zutat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zutat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach fängt man nicht einfach an, loszukochen, sondern holt sich zuerst alle Zutaten zusammen. [Schönfeldt, Sybil: Leichte schnelle Küche, Hamburg: Litten 1978, S. 6]
Gerade an Einheit fehlt es dem Aufbau der realen Welt auch ohne menschliche Zutaten nicht. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 947]
Er enthält gewöhnlich weniger als die Erfahrung, welche derselbe nur schematisch nachbildet, zuweilen auch eine unabsichtliche Zutat. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630]
Mit allen diesen Zutaten gehörte die Ausgabe nur in die Hände der Fachleute. [Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 1172]
Er ist aber gewiß die wichtigste Zutat, um überhaupt lauffähige Programme generieren zu können. [C’t, 1996, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Zutat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zutat>.

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