Zuversicht, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zuversicht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungZu-ver-sicht (computergeneriert)
formal verwandt mitSicht
eWDG, 1977

Bedeutung

festes Vertrauen darauf, dass etw. von der Zukunft Erwartetes eintritt
Beispiele:
ich habe die feste Zuversicht, bin der festen Zuversicht, dass ...
voll(er) Zuversicht in die Zukunft schauen
er war mutlos und ohne Zuversicht, war von froher, unbegrenzter Zuversicht erfüllt
seine Zuversicht kann nichts erschüttern
sie strahlte vor Zuversicht, strahlte Zuversicht aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehen · Seher · sehenswürdig · Sehenswürdigkeit · Sehkraft · absehen · absehbar · ansehen · Ansehen · Ansicht · Ansichtskarte · angesehen · ansehnlich · aufsehen · Aufsehen · Aufseher · Aufsicht · beaufsichtigen · aussehen · Aussehen · Aussicht · nachsehen · Nachsicht · vorsehen · Vorsehung · Vorsicht · vorsichtig · versehen · Versehen · Zuversicht
sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia, aengl. sēon, engl. to see, anord. sjā, schwed. se, got. saíƕan (germ. *sehwan) sind verwandt ahd. gisiuni ‘Anblick, Erscheinung, Aussehen’ (8. Jh.), asächs. siun ‘Auge’, aengl. sīen ‘Aussehen’, anord. sjōn ‘Blick, Auge’, got. siuns ‘Gesicht, Gestalt’; s. auch die Verbalabstrakta ↗Sicht und ↗Gesicht. Außergerm. sind vergleichbar air. rosc (aus *prosk‐ͧo-) ‘Auge, Blick’, alban. sheh ‘sieht’, hethit. šakuwa (Plur.) ‘Augen’ sowie auch griech. hépesthai (ἕπεσθαι) ‘folgen, begleiten’, aind. sácatē ‘begleitet, steht zur Seite, geht nach, folgt’, lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen, gehorchen’, air. sechithir ‘folgt’. Man nimmt daher eine Bedeutungsentfaltung ‘folgen, mit den Augen folgen, sehen’ an, hervorgegangen aus der Wurzel ie. *seku̯- ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd), die sich in einem zweiten Bedeutungsstrang zu ‘zeigen, ankündigen’ (s. ↗sagen) entwickelt hat. Seher m. ‘Prophet’ (16. Jh.); vgl. mhd. sternseher. sehenswürdig Adj. ‘berühmt, außergewöhnlich und daher des Ansehens wert’ (18. Jh.); Sehenswürdigkeit f. (Anfang 19. Jh.). Sehkraft f. ‘Sehvermögen des Auges’ (Anfang 18. Jh.), älter Sehenskraft (Ende 17. Jh.). absehen Vb. ‘durch Beobachtung erlernen, woraus erkennen, merken, überblicken’ (16. Jh.), ‘auf etw. abzielen’ (17. Jh., dazu s. ↗Absicht), ‘verzichten’ (18. Jh.), mhd. abesehen ‘hinabsehen’; absehbar Adj. ‘überschaubar, erkennbar’ (18. Jh.), in absehbarer Zeit ‘bald’ (Ende 19. Jh.). ansehen Vb. ‘seinen Blick auf etw. richten, betrachten’, ahd. anasehan (8. Jh.), mhd. anesehen; Ansehen n. ‘Erscheinung’, auch (seit 16. Jh.) ‘Achtung, Wertschätzung’, mhd. anesehen ‘Anblick, Angesicht’; Ansicht f. ‘Seite, von der etw. betrachtet wird, Anblick, Bild’, auch (seit 19. Jh.) ‘Meinung’, ahd. anasiht (9. Jh.), mhd. anesiht ‘Anblick’; Ansichtskarte f. ‘Postkarte mit Landschaftsbild’ (Ende 19. Jh.); angesehen Part.adj. ‘geachtet’ (Anfang 18. Jh.); frühnhd. angesehen, (daß) … ‘in Anbetracht’. ansehnlich Adj. ‘angesehen, stattlich, wohlgefällig anzusehen’ (Ende 15. Jh.). aufsehen Vb. ‘emporschauen’, ahd. ūfsehan (um 900), mhd. ūfsehen; Aufsehen n. ‘(öffentliche) Beachtung’, spätmhd. ūfsehen; Aufseher m. ‘Aufsichtführender, Wächter’, spätmhd. ūfseher; Aufsicht f. ‘das Aufpassen, Kontrolle’ (16. Jh.); beaufsichtigen Vb. ‘(über etw.) die Aufsicht haben, kontrollieren’ (Anfang 19. Jh.). aussehen Vb. ‘einen bestimmten Anblick bieten’ (16. Jh.), vgl. mhd. ūʒsehen ‘hinaussehen’; Aussehen n. ‘äußere Erscheinung’ (17. Jh.), ‘Aussicht, Ausblick’ (16. Jh.); Aussicht f. ‘Blick in die Ferne’ (17. Jh.), ‘Zukunftsmöglichkeit, Erwartung’ (18. Jh.). nachsehen Vb. ‘hinterherschauen’, mhd. nāchsehen, auch ‘nachforschen’ (17. Jh.), ‘duldend geschehen lassen, verzeihen’ (16. Jh.); Nachsicht f. ‘verzeihende Haltung’ (18. Jh.), ‘Beaufsichtigung’ (17. Jh.). vorsehen Vb. ‘sich in acht nehmen, planen, in Aussicht nehmen’, ahd. furisehan ‘vorhersehen’ (8. Jh.), forasehan ‘vorhersehen, bedenken’ (9. Jh.), mhd. vür-, vorsehen ‘vorwärts sehen, sich in acht nehmen, wofür Sorge tragen’; Vorsehung f. ‘Schicksal’, mhd. vürsehunge ‘Obsorge, Schutz, Schicksal’; Vorsicht f. ‘Achtsamkeit, Behutsamkeit’, ahd. forasiht ‘Voraussicht, Vorsehung’ (um 1000, für lat. prōvidentia), spätmhd. vorsiht; vorsichtig Adj. ‘achtsam, behutsam’, ahd. forasihtīg ‘vorherschauend, voraussehend’ (um 1000), mhd. vür-, vorsihtic ‘voraussehend, einsichtig, verständig’. versehen Vb. ‘sich um etw. kümmern, ausstatten, ausrüsten, sich irren’, ahd. firsehan ‘verachten, verschmähen’ (8. Jh.), sih firsehan ‘bedacht sein’ (9. Jh.), mhd. versehen ‘vorhersehen, vorherbestimmen, besorgen, ausstatten, versorgen, übersehen, verachten, hoffen auf’; Versehen n. ‘Irrtum, unbeabsichtigter Fehler’ (17. Jh.), häufig aus Versehen ‘ohne Absicht’ (Anfang 19. Jh.). Zuversicht f. ‘Vertrauen in die Zukunft’, ahd. zuofirsiht ‘ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen’ (um 1000), mhd. zuoversiht.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Lebensbejahung · Optimismus · positives Denken · Zuversichtlichkeit
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Assoziationen
  • (jedes) kleinste Hoffnungszeichen · Fünkchen Hoffnung · Hoffnungsfunken · Hoffnungsfünkchen · Hoffnungsschimmer
  • Fortentwicklung · Fortschritt · Progress · Quantensprung  ugs. · Schritt nach vorne · Verbesserung · großer Sprung nach vorn
  • (fest) glauben an · (sich) verlassen auf · große Hoffnungen setzen in · setzen auf · sich viel versprechen von · viel erwarten von
  • Hoffnungsschimmer · Hoffnungsstrahl · Lichtblick · Lichtstreif am Horizont · Lichtstreifen am Horizont · Silberstreif am Horizont · Silberstreifen am Horizont · erfreuliche Aussichten · gute Aussichten
  • in die Zukunft schauen · nach vorne gehen · nach vorne schauen · nicht zurückschauen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem sollte an einem Tag wie diesem die Zuversicht überwiegen.
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2003
Zuerst muss die Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung wieder wachsen.
Der Tagesspiegel, 18.06.2003
Da war es mit unserer Zuversicht von neuem zu Ende.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 428
Aber heute trank er sich nicht aus der Not in immer keckere Zuversicht hinein.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 309
Wir verlieren nicht die Zuversicht im Vertrauen auf unseren guten alten Gott dort droben.
Wilhelm II. (Kaiser des Deutschen Reiches): Eine Ansprache im Hauptquartier. In: Johann, Ernst (Hg.), Reden des Kaisers, München: Deutscher Taschenbuch-Verl. 1966 [27.08.1914], S. 119
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mut Optimismus Selbstvertrauen Skepsis Tatkraft Verbraucher ausstrahlt begründet bestärkt blicken demonstrative demonstriert einzuflößen entgegenblickt entgegensehen gedämpfte herrscht nährt schwindet schöpft strotzt stützt unerschütterliche ungebrochene verbreitet verhaltene verströmt voller wachsende überwiegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zuversicht‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora