Zweifel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zweifels · Nominativ Plural: Zweifel
WorttrennungZwei-fel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Zweifel‹ als Erstglied: ↗Zweifelsfall · ↗Zweifelsfrage · ↗Zweifelsucht · ↗zweifelfrei · ↗zweifelhaft · ↗zweifellos · ↗zweifelsfrei · ↗zweifelsohne
 ·  mit ›Zweifel‹ als Letztglied: ↗Gewissenszweifel · ↗Glaubenszweifel  ·  mit ›Zweifel‹ als Grundform: ↗zweifeln
eWDG, 1977

Bedeutung

Ungewissheit, Unsicherheit, ob jmd., etw. glaubwürdig, ob eine Meinung berechtigt ist, ob sich etw. wie angegeben verhält, inneres Schwanken
Beispiele:
nagende, quälende, bange, halbe, gelinde, grundlose, berechtigte Zweifel
als er die Aufstellung las, kamen ihm einige Zweifel
es ist kein Zweifel, gibt keinen Zweifel, dass diese Lösung die einzig angemessene ist
ihn beschlichen leise Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung
es unterliegt keinem, nicht dem geringsten, mindesten Zweifel, dass die Umweltverschmutzung eine ernste Gefahr darstellt
die Echtheit des Gemäldes ist jedem Zweifel enthoben, ist keinem Zweifel unterworfen
er ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht mehr als 600 Euro für den Urlaub aufwenden konnte
er ließ die Bewerberin nicht im Zweifel darüber, dass von ihr ganzer Einsatz gefordert würde
ihre widersprüchlichen Äußerungen hatten bei ihm Zweifel erweckt, hervorgerufen
seine Mittäterschaft steht außer Zweifel
man hatte ihre Aussage bislang nicht in Zweifel gezogen
Vielen ... sind Zweifel aufgestiegen, ob es überhaupt noch gute Menschen gibt [BrechtGuter MenschVorsp.]
ohne Zweifelganz gewiss, sicher
Beispiele:
die Gesetze der Physik müssen wir ohne Zweifel als zuverlässig betrachten
sein Ruf, Ansehen ist über jeden Zweifel erhaben (= ist unangefochten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter ↗zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter ↗falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
Argwohn · ↗Misstrauen · ↗Skepsis · ↗Unglaube · ↗Unglauben · ↗Ungläubigkeit · Zweifel
Assoziationen
Synonymgruppe
Bedenken · ↗Hader · ↗Ungewissheit · ↗Unsicherheit · ↗Verunsicherung · Zweifel · ↗Zwiespalt
Assoziationen
  • (das) Ende ist offen · (der) Ausgang ist ungewiss · Spitz auf Knopf stehen · auf Messers Schneide stehen
  • Hängepartie · Zeit der Unsicherheit · ↗Zitterpartie
Antonyme
Synonymgruppe
Bedenken · ↗Gewissen · Gewissensbisse · Schuldgefühle · ↗Skrupel · Vorbehalte · Zweifel · schlechtes Gewissen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bedenken · ↗Bedenklichkeit · Schwanken · ↗Unentschlossenheit · ↗Ungewissheit · ↗Unschlüssigkeit · Zweifel · ↗Zögerlichkeit · Zögern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Echtheit Glaubwürdigkeit Rechtmäßigkeit Richtigkeit Zuverlässigkeit anbringen anmelden aufkommen ausräumen begründet berechtigt beseitigen bestehen darangeben erheblich ernsthaft gering hegen lassen laut leise mehren nähren plagen unterliegen wachsen wecken zerstreuen ziehen äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zweifel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit sind letzte Zweifel an dem Willen der Deutschen zur Einheit ausgeräumt.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 884
Das ist ohne Zweifel die richtige Lösung für eine Integration.
Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48
Daß das gegenwärtig der Fall ist, scheint keinem Zweifel zu unterliegen.
Aron, Raymond: Weltdiplomatie: Fronten und Pakte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19992
Es besteht kein Zweifel, daß derartige Werke von vornherein in hohler Notation aufgezeichnet wurden.
Besseler, Heinrich: Dufay. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 30314
Sie haben vor allem von den Beamten gelernt, jeden Zweifel von vornherein auszuschalten.
Tucholsky, Kurt: Zeitungsdeutsch und Briefstil. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Zitationshilfe
„Zweifel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zweifel>, abgerufen am 16.12.2018.

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