Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zweifel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zweifels · Nominativ Plural: Zweifel
Aussprache 
Worttrennung Zwei-fel
Wortbildung  mit ›Zweifel‹ als Erstglied: Zweifelsfall · Zweifelsfrage · Zweifelsucht · zweifelfrei · zweifelhaft · zweifellos · zweifelsfrei · zweifelsohne
 ·  mit ›Zweifel‹ als Letztglied: Gewissenszweifel · Glaubenszweifel · Selbstzweifel
 ·  mit ›Zweifel‹ als Grundform: zweifeln
eWDG

Bedeutung

Ungewissheit, Unsicherheit, ob jmd., etw. glaubwürdig, ob eine Meinung berechtigt ist, ob sich etw. wie angegeben verhält, inneres Schwanken
Beispiele:
nagende, quälende, bange, halbe, gelinde, grundlose, berechtigte Zweifel
als er die Aufstellung las, kamen ihm einige Zweifel
es ist kein Zweifel, gibt keinen Zweifel, dass diese Lösung die einzig angemessene ist
ihn beschlichen leise Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung
es unterliegt keinem, nicht dem geringsten, mindesten Zweifel, dass die Umweltverschmutzung eine ernste Gefahr darstellt
die Echtheit des Gemäldes ist jedem Zweifel enthoben, ist keinem Zweifel unterworfen
er ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht mehr als 600 Euro für den Urlaub aufwenden konnte
er ließ die Bewerberin nicht im Zweifel darüber, dass von ihr ganzer Einsatz gefordert würde
ihre widersprüchlichen Äußerungen hatten bei ihm Zweifel erweckt, hervorgerufen
seine Mittäterschaft steht außer Zweifel
man hatte ihre Aussage bislang nicht in Zweifel gezogen
Vielen … sind Zweifel aufgestiegen, ob es überhaupt noch gute Menschen gibt [ BrechtGuter MenschVorsp.]
ohne Zweifelganz gewiss, sicher
Beispiele:
die Gesetze der Physik müssen wir ohne Zweifel als zuverlässig betrachten
sein Ruf, Ansehen ist über jeden Zweifel erhaben (= ist unangefochten)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bedenken · Ungewissheit · Unsicherheit · Verunsicherung · Zweifel · Zwiespalt  ●  Hader  geh., veraltet
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Bedenken · Gewissensbisse · Schuldgefühle · Skrupel · Vorbehalte · Zweifel · schlechtes Gewissen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Zweifel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zweifel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zweifel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit sind letzte Zweifel an dem Willen der Deutschen zur Einheit ausgeräumt. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 884]
Finanziell käme sie dann ohne Zweifel nicht schlechter weg als jetzt. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 28]
Daß sie wenigstens teilweise zusammenfallen müssen, darüber ist kein Zweifel möglich. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 132]
Aber wie wir sie hier genommen haben wollen, darüber besteht doch kein Zweifel. [Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 293]
Genauso, wie ich Kraft durch Freude mache, genauso brutal kann ich sein, da ist gar kein Zweifel. [o. A.: Ansprache vor Betriebsangehörigen in Polen, 27.10.1939]
Zitationshilfe
„Zweifel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zweifel>.

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