Zweig, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zweig(e)s · Nominativ Plural: Zweige
Aussprache
Wortbildung mit ›Zweig‹ als Erstglied: ↗Zweigbahn · ↗Zweigbetrieb · ↗Zweigdisziplin · ↗Zweiggeschäft · ↗Zweiginstitut · ↗Zweiglinie · ↗Zweigniederlassung · ↗Zweigpostamt · ↗Zweigsitz · ↗Zweigstelle · ↗Zweigwerk · ↗Zweigwissenschaft
 ·  mit ›Zweig‹ als Letztglied: ↗Arbeitszweig · ↗Betriebszweig · ↗Birkenzweig · ↗Blütenzweig · ↗Dienstzweig · ↗Dornenzweig · ↗Erwerbszweig · ↗Forschungszweig · ↗Geschäftszweig · ↗Gewerbezweig · ↗Handelszweig · ↗Hauptzweig · ↗Industriezweig · ↗Kastanienzweig · ↗Kätzchenzweig · ↗Mistelzweig · ↗Myrtenzweig · ↗Nebenzweig · ↗Produktionszweig · ↗Sprachzweig · ↗Tannenzweig · ↗Unterrichtszweig · ↗Versicherungszweig · ↗Verwaltungszweig · ↗Wirtschaftszweig · ↗Wissenschaftszweig · ↗Wissenszweig · ↗Ölzweig
 ·  mit ›Zweig‹ als Grundform: ↗Gezweig · ↗Gezweige · ↗verzweigen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Blätter oder Nadeln, Blüten und Früchte tragender Teil von Bäumen und Sträuchern, dünnerer Ast
Beispiele:
blühende, grüne Zweige
die Zweige hingen voller Kirschen
Es dringen Blüten / Aus jedem Zweig [GoetheMailied]
umgangssprachlich, bildlich auf keinen grünen Zweig kommenerfolglos sein, nicht zu Geld kommen
Beispiel:
bei dieser Arbeit kommst du nie auf einen grünen Zweig
2.
etw., was sich abzweigt, Untergruppe, Teilbereich
Beispiele:
dieser Zweig der Textilindustrie hat viele Devisen eingebracht
mehrere Zweige dieser Familie waren seit Jahrhunderten im Thüringischen ansässig
der Aufbau des neuesten Zweiges der Physik, die Erforschung des Atomkernes [PlanckSinn26]
Im Wintersemester 1933/1934 wurden in einzelnen wissenschaftlichen Zweigen über 50 Prozent weniger Studentinnen immatrikuliert als im Jahr vorher [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung10,80]
Diese Partei erklärte sich zum deutschen Zweig der Internationalen Arbeiterassoziation [Engels-Biographie354]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweig · abzweigen · Abzweigung · verzweigen
Zweig m. ‘sich abgabelndes Teilstück, Seitentrieb eines Astes’, ahd. zwīg (9. Jh.), mhd. zwīc, mnd. twīch, mnl. twijch, nl. twijg sowie (ablautend) aengl. twigge, twig, engl. twig führen auf germ. *twī̌ga-, ie. *du̯eigho- bzw. *du̯igho-. Ähnliche Bildungen sind alban. degë (aus *du̯oighā) ‘Zweig’, lit. dveigỹs ‘zweijährig’, serbokr. dvîze ‘zweijähriges Schaf’. Dazu stellen sich weiter ahd. zwī (8. Jh.), mhd. zwī, aengl. twī ‘Zweig’ (aus germ. *twīja-, ie. *du̯ei̯o-) und mit l-Formans ahd. zwisila f. (10. Jh.), mhd. zwisel(e) ‘Gabel, zweizinkiges Instrument, Astgabel’, aengl. twisla ‘Zusammenfluß, Verbindung’, mit Anlautwechsel germ. tw- zu kw- anord. kvīsl ‘Zweig, Gabel’, schwed. (mundartlich) kvissel ‘Zusammenfluß, Mistgabel’ (aus germ. *twisl-). Zugrunde liegen allen Formen Weiterbildungen des Zahlworts ie. *duu̯ō(u), s. ↗zwei; z. B. die Kompositionsformen ie. *du̯ei-, *du̯i-, das zugehörige Adjektiv *du̯ei̯o- und das Multiplikativadverb *du̯is ‘zweimal’, woraus *du̯is- ‘entzwei, auseinander’. Für die oben genannten germ. Formen ist von einer Bedeutung ‘Zweifaches, Gegabeltes, Gabelung’ auszugehen. abzweigen Vb. ‘sich (wie Zweige von einem Ast) herausentwickeln, abspalten, auseinanderfächern’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘von einem Punkt, einer Linie, Richtung abgehen, abbiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute auch ‘für einen bestimmten Zweck wegnehmen, etw. beiseite bringen’ (Mitte 20. Jh.); Abzweigung f. ‘Nebenstrecke, Nebenstraße, Stelle, an der eine Strecke von der Hauptstrecke abgeht’ (1. Hälfte 19. Jh.). verzweigen Vb. reflexiv ‘sich vielfach (in Äste, Zweige) gabeln, (sich) auseinanderfächern’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ast · Reiser · Zweig · verholzter Trieb
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Synonymgruppe
Gerte · ↗Rute · Zweig
Synonymgruppe
Nebenlinie · ↗Nebenzweig · ↗Seitenast · Zweig  ●  ↗Schiene  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ast Baum Blatt Blüte Landwirtschaft Laub Maschinenbau Naturwissenschaft Rinde Sozialversicherung Stamm Stammbaum Strauch Textilindustrie Unterhaltungsindustrie Volkswirtschaft Zweig abgebrochen bilingual blühend dürr einzeln grün gymnasial herabhängend hängend kahl neusprachlich verschieden überhängend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zweig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die einzelnen Zweige der ostdeutschen Industrie entwickelten sich 1997 sehr unterschiedlich.
Der Tagesspiegel, 10.03.1998
Die Frage entwischte ihnen immer wieder; sie kamen auf keinen grünen Zweig, wie die Alten gesagt hätten.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.1998
So kommt man nicht auf den grünen Zweig des Erfolgs.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Er hing sie dann an den Zweigen auf und im Nu waren sie gedörrt.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 172
Und irgendwo sammelten alte Frauen herabgeworfene Zweige in Körben zusammen.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 422
Zitationshilfe
„Zweig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zweig>, abgerufen am 23.05.2019.

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