Zwerg, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zwerg(e)s · Nominativ Plural: Zwerge
Aussprache
Wortbildung mit ›Zwerg‹ als Erstglied: ↗Zwergbetrieb · ↗Zwergbofist · ↗Zwergenstaat · ↗Zwergform · ↗Zwergfüßer · ↗Zwerggalaxie · ↗Zwerghuhn · ↗Zwerghund · ↗Zwergin · ↗Zwergkiefer · ↗Zwergmaus · ↗Zwergmensch · ↗Zwergmännchen · ↗Zwergmöwe · ↗Zwergnashorn · ↗Zwergpinscher · ↗Zwergplanet · ↗Zwergpudel · ↗Zwergschwan · ↗Zwergstaat · ↗Zwergtaucher · ↗Zwergwal · ↗Zwergwuchs · ↗zwergartig · ↗zwergenhaft · ↗zwergig
 ·  mit ›Zwerg‹ als Letztglied: ↗Gartenzwerg · ↗Giftzwerg · ↗Hofzwerg · ↗Wurzelzwerg
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
in Märchen, Sagen auftretendes Wesen von sehr kleiner menschlicher Gestalt, sehr kleines, meist hilfreiches Wesen, Wichtelmann
Beispiel:
ein hilfreicher, kluger Zwerg
2.
kleinwüchsiger Mensch
Beispiel:
daß der Hofnarr ein Zwerg ist oder einen Buckel hat ... oder hinkt [NablOrtliebsche Frauen181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwerg m. in der germanischen Mythologie ein tückisches und daher versöhnlich zu stimmendes elbisches Wesen von kleinem Wuchs, danach kleine, mit Zipfelmütze und Bart vorgestellte Märchengestalt, ahd. twerg (10. Jh.; vgl. gitwerg, 9. Jh.), mhd. twerc, (md.) querch, asächs. gidwerg, mnd. dwerch, dwarch, mnl. dwerch, nl. dwerg, aengl. dweorg, dweorh, engl. dwarf, anord. dvergr (auch ‘kurzer Dachbalken, Gewandnadel’), schwed. dvärg, germ. *dwerga-. Die Etymologie ist ungesichert. Falls sich aind. dhvárati ‘beugt, beschädigt, bringt zu Fall’, dhvarás- Bezeichnung dämonischer Wesen, auch lat. fraus ‘Übervorteilung, Schaden, Nachteil, Betrug, Täuschung’, frūstrā̌ ‘irrtümlich, vergeblich, getäuscht’ und hethit. duu̯arnāi- ‘zerbrechen’ vergleichen lassen, ist Anschluß an die Wurzel ie. *dhu̯er(ə)- ‘durch Täuschung zu Fall bringen, schädigen’ möglich. de Vries Nl. 147 hält Herkunft des typisch germ. Wortes aus einer Substratsprache für erwägenswert. Anlautendes zw- im Dt. ist seit dem 15. Jh. bezeugt (zur Lautentwicklung s. ↗Zwerchfell und ↗quer).

Thesaurus

Synonymgruppe
Däumling · ↗Gnom · ↗Heinzelmännchen · ↗Kobold · ↗Wicht · ↗Wichtel · ↗Wichtelmann · ↗Wichtelmännchen · ↗Winzling · Zwerg
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Buschemann · ↗Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · ↗Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
  • Kleinwüchsiger · ↗Pygmäe · ↗Zwergmensch  ●  ↗Liliputaner  derb
  • Gnom · ↗Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
  • kleinwüchsiger Mensch  ●  Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch
Synonymgruppe
kleinwüchsiger Mensch  ●  Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Doppelsternsystem Drache Elfe Fee Gigant Gnome Hexe Hobbit Kobold Krüppel Liliputaner Neutronenstern Nixe Pygmäe Riese Schneewittchen Troll Zauberer Zipfelmütze Zwerg braun bucklig bärtig erfinderisch häßlich rasend sieben tanzend verwachsen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwerg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Zwerg grinst glücklich, denn er liebt es, ausgepeitscht zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2001
Mein Land ist sehr klein - da gibt es die Geschichte über die sieben Zwerge.
Der Tagesspiegel, 18.06.2000
Auf diese Weise können die Zwerge den Zeitpunkt des Schwärmens einigermaßen vorausberechnen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 209
Unter dem Druck der Bücher, die er nicht einmal las, veränderte sich der Zwerg zusehends.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 264
Zwischen den gleißenden Bäumen sah ich graue, gebeugte Zwerge huschen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14568
Zitationshilfe
„Zwerg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwerg>, abgerufen am 16.10.2019.

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