Zwiebel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zwiebel · Nominativ Plural: Zwiebeln
Aussprache
WorttrennungZwie-bel
Wortbildung mit ›Zwiebel‹ als Erstglied: ↗Zwiebeldach · ↗Zwiebelfisch · ↗Zwiebelgewächs · ↗Zwiebelkuchen · ↗Zwiebelmuster · ↗Zwiebelprinzip · ↗Zwiebelring · ↗Zwiebelschale · ↗Zwiebelscheibe · ↗Zwiebelsuppe · ↗Zwiebelturm · ↗zwiebelförmig
 ·  mit ›Zwiebel‹ als Letztglied: ↗Blumenzwiebel · ↗Brutzwiebel · ↗Frühlingszwiebel · ↗Haarzwiebel · ↗Hyazinthenzwiebel · ↗Knoblauchzwiebel · ↗Krokuszwiebel · ↗Lauchzwiebel · ↗Meerzwiebel · ↗Perlzwiebel · ↗Steckzwiebel · ↗Tulpenzwiebel
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
zu den Liliengewächsen gehörende, als Gewürz und Gemüse verwendete Kulturpflanze mit röhrenförmigen Blättern und einem unterirdischen knollenförmigen Spross, der aus mehreren fleischig verdickten Blättern und einer trockenen, dünnen Schale besteht
Beispiel:
ein Beet mit Zwiebeln
2.
unterirdischer, knollenförmiger Spross
a)
von 1, der als Gewürz und Gemüse verwendet wird
Beispiele:
Zwiebeln schälen, schneiden, sauer einlegen
den Tomatensalat mit Zwiebel würzen
gebratene Zwiebel
ein Bund Zwiebeln
b)
von mehrjährigen Blütenpflanzen, der der Pflanze zur Speicherung von Nährstoffen dient, Blumenzwiebel
Beispiele:
die Zwiebel der Tulpe, Hyazinthe
sie will in die Rabatten noch einige Zwiebeln stecken
3.
umgangssprachlich Dinge, die 2 äußerlich ähnlich sind
a)
wie eine Zwiebel geformte Kuppel eines Gebäudes, besonders eines Turms, Kirchturms
Beispiele:
die goldene Zwiebel des Kirchturms leuchtete weithin
da haben sie [die Luftangriffe] einem Turm die Zwiebel glatt abgeschlagen [F. HartlaubVon unten gesehen147]
b)
scherzhaft Taschenuhr
c)
scherzhaft kleiner, dicker Haarknoten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwiebel · Bolle · zwiebeln
Zwiebel f. stark würzende Küchenpflanze, ahd. zwibolla f. (11. Jh.), zibolla f. (Hs. 12. Jh.), zibollo m. (11. Jh.), zwibollo m. (Hs. 12. Jh.), mhd. zwibolle, zibolle m. f. (und zahlreiche Varianten) ist entlehnt (wohl in südd. Klöstern) aus spätlat. cēpula f. (in Glossen auch cipulla, cibulla, cibula; vgl. ital. cipolla), dem Deminutivum zu lat. cēpa ‘Zwiebel’ (einem östlichen Handelswort?). Die dt. Formen werden im ersten Bestandteil bereits im Ahd. angelehnt an ahd. zwi- ‘zweifach, doppelt’ (s. ↗zwie-), im zweiten Bestandteil an ahd. bolla ‘Knospe, Fruchtknoten, Flachsknoten, Wasserblase, sich (nach unten) wölbendes Gefäß, Becher’, mhd. bolle ‘Knospe, kugelförmiges Gefäß’ (verwandt mit ↗Ball, ↗Bohle, ↗Bulle, s. d.) und im Sinne von ‘zweifache (vielhäutige) Bolle’ als Kompositum aufgefaßt. In der Umgangssprache daher vereinfacht Bolle f. ‘Zwiebel’; in der Schriftsprache setzt sich dagegen die von Luther bevorzugte Form Zwibel durch; bis ins 19. Jh. stehen fem. und mask. Genus nebeneinander. Zu den mnd. mnl. Formen und zum Genus vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 89 und 2 (1968) 177 ff. zwiebeln Vb. ‘jmdm. hart zusetzen, jmdn. drillen’ (17. Jh.), eigentlich wohl ‘jmdm. wie einer Zwiebel Schale für Schale abziehen’, zuvor ‘mit Zwiebeln zubereiten’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Blumenzwiebel · Zwiebel
Oberbegriffe
  • Organ einer Pflanze · Pflanzenorgan · ↗Pflanzenteil · Teil einer Pflanze
Unterbegriffe
  • Askalonzwiebel · Edelzwiebel · Eschalotte · Eschlauch · ↗Schalotte
Synonymgruppe
Zwiebel  ●  ↗Bolle  ugs., berlinerisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfel Champignon Essig Gewürz Gurke Häuten Karotte Kartoffel Knoblauch Knoblauchzehe Lauch Möhre Paprika Petersilie Pfeffer Sellerie Speck Tomate anbraten andünsten anschwitzen dünsten gehackt geröstet geschnitten geschält hacken roh schälen würfeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwiebel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn die Zwiebel hat den Ruf, eigentlich gegen alles zu wirken.
Die Welt, 26.10.2002
Schält man die Zwiebel immer weiter, so bleibt nichts mehr von ihr übrig.
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2000
Man kann der Zwiebel alle Häute abziehen, und dann bleibt nichts.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 223
Mir schmeckt das alles, auch gebratene Zwiebeln, gerade jetzt, im Alter, ausgezeichnet.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 279
Man kann der Zwiebel alle Häute abziehen, und dann bleibt nichts.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 355
Zitationshilfe
„Zwiebel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwiebel>, abgerufen am 13.11.2018.

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