Zwiegespräch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Zwiegespräch(e)s · Nominativ Plural: Zwiegespräche
Aussprache
WorttrennungZwie-ge-spräch
eWDG, 1977

Bedeutung

Gespräch zwischen zwei Personen
Beispiele:
im vertraulichen Zwiegespräch hatte sie einiges ausgeplaudert
sie führten stundenlange Zwiegespräche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zwie- · zwiefach · Zwieback · zwiefältig · Zwiegespräch · Zwiesprache · zwiespältig · Zwiespalt
zwie- ‘doppelt, zweimal auftretend, zweifach’, zuweilen auch ‘auseinander, gespalten, halb, geteilt, schwankend’ (s. ↗Zwielicht), Kompositionsform des unter ↗zwei (s. d.) behandelten Zahlworts in nominalen Zusammensetzungen (neben ahd. mhd. nhd. zwei-, dessen Gebrauchshäufigkeit in Neubildungen vom 16. Jh. an zunimmt), ahd. zwi- (zwifalt, s. unten), mhd. zwi- (zwivach, s. unten), asächs. twi- (twihōvdig ‘zweihäuptig’), mnd. twē-, twi- (twē-, twibōte ‘doppelte Buße’), mnl. twi-, twē- (twēdracht, älter twidracht), nl. twee-, aengl. twi-, twe- (twifēte ‘zweifüßig’), anord. tve-, tvī- (tvīviðr ‘Bogen’, eigentlich ‘Doppelholz’), schwed. tve- (tvegifte ‘Doppelehe’). Außergerm. entsprechen aind. dvi- (dvi-pád- ‘zweifüßig’), griech. di-, δι- (dípūs, δίπους ‘zweifüßig’; s. ↗di-), lat. bi-, alat. dvi- (lat. bipēs ‘zweifüßig’; s. ↗bi-), lit. dvi- (dvikõjis ‘zweibeinig’). Auszugehen ist von ie. *du̯i- bzw. *di-, einer Kompositionsform des unter ↗zwei (s. d.) behandelten Zahlworts. zwiefach Adj. ‘zweifach, doppelt’, mhd. zwivach; daneben zweifach (seit 15. Jh.); zum zweiten Kompositionsglied s. ↗Fach. Zwieback m. ‘zweimal Gebackenes’, besonders ‘leicht gesüßtes, in Scheiben geschnittenes knuspriges Weißbrot’, Zweigeback (15. Jh.), Zweiback (16. Jh.), Zwiback (17. Jh.), Zwieback (18. Jh.), Übersetzung von gleichbed. ital. biscotto (s. ↗Biskuit). zwiefältig Adj. ‘doppelt, zweifach, gespalten’, mhd. zwivaltic, -veltic, die ältere Bildung ahd. zwifalt (8. Jh.), mhd. zwivalt verdrängend; vgl. auch zweifaltig, -fältig (15. bis 18. Jh.); zum Grundwort s. ↗falten. Zwiegespräch n. ‘Dialog’ (um 1800); zuvor Zweigespräch (2. Hälfte 17. Jh.). Zwiesprache f. ‘(im Inneren geführte) Aussprache mit einem meist nicht anwesenden Partner, also mit sich selbst’ (um 1800). zwiespältig Adj. ‘in zwei Teile gespalten’, ahd. zwispaltīg (11. Jh.), mhd. zwispaltic, -speltic; übertragen ‘uneins, uneinheitlich, gegensätzlich, widerspruchsvoll’ (16. Jh.); vgl. auch gleichbed. zweispaltig, -spältig (15. bis 19. Jh.), heute ‘in zwei Spalten beschrieben, bedruckt’ (seit 19. Jh.). Zwiespalt m. ‘Aufspaltung in zwei Teile, das Gespaltensein, Uneinigkeit, Zank, Streit’ (16. Jh.), heute vielfach ‘Zerrissenheit des Fühlens und Empfindens’ (18. Jh.), rückgebildet aus dem Adj.; gelegentlich auch Zweispalt ‘Uneinigkeit’ (16. bis 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussprache · ↗Austausch · ↗Dialog · ↗Diskussion · ↗Gedankenaustausch · ↗Konversation · ↗Unterhaltung · ↗Unterredung · ↗Wortwechsel · Zwiegespräch  ●  ↗Gespräch  Hauptform · ↗Zwiesprache  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichter Gitarre Gitarrist Gott Klavier Malerei Monolog Pflanze Tote angeregt diskret endlos erotisch fiktiv folgend imaginär inner innig intensiv intim locker munter musikalisch still stumm traut unterbrechen vertraulich vertraut verwickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwiegespräch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Oper steht die Frau im Zwiegespräch mit drei Schatten.
Bild, 21.08.2004
Kann man also auch heute noch das fruchtbare Zwiegespräch mit Kant suchen?
Der Tagesspiegel, 29.03.2000
Ich führte lange Zwiegespräche mit mir, wo ich erwog, ob ich fragen dürfe.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6946
Er nahm ein Stück Papier und suchte das Zwiegespräch aufzuzeichnen.
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 315
Dann müßte zunächst doch der Dichter anwesend sein und im Zwiegespräch mit seiner Muse auftreten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 129
Zitationshilfe
„Zwiegespräch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwiegespräch>, abgerufen am 18.11.2019.

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