Zwielicht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Zwielicht(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungZwie-licht (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Zwielicht‹ als Erstglied: ↗zwielichtig
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Licht, das durch Mischung von natürlichem, besonders Dämmerlicht und künstlichem Licht entsteht
Beispiele:
bei Zwielicht lesen schadet den Augen
Obgleich die rötlich-letzte Steigerung des Tages mit stärkstem Sonnenschall über der Piazza lag, waren schon die dreihundertfünfzig Gasarme ... angezündet, wodurch ein sonderbar aufregendes Zwielicht entstand [WerfelVerdi268]
2.
Dämmerlicht
Beispiele:
Noch vor Sonnenaufgang beobachtete ich zwei alte Büffel, die im Zwielicht wie riesengroße Urtiere wirkten [SchomburgkAfrika345]
im Zwielicht des verlöschenden Tages [BrochPasenow148]
3.
übertragen im Zwielichtin der Undurchsichtigkeit, Unklarheit
Beispiele:
im Zwielicht des Geschehens versuchte er, sich [Dativ] seinen Vorteil zu verschaffen
das eine oder andere Dokument, das dich ins Zwielicht bringen könnte (= das dich suspekt, fragwürdig machen könnte, Argwohn gegen dich erwecken könnte) [Diggelm.Hinterlassenschaft225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwielicht · zwielichtig
Zwielicht n. ‘Dämmerung’ (18. Jh.), hd. Nachbildung von nd. Twilicht, mnd. twēlicht; vgl. entsprechendes gleichbed. mnl. twee-, twe-, twilicht, mengl. engl. twilight. Gebildet mit ↗zwie- (s. d.) im Sinne von ‘auseinander, gespalten, halb, geteilt’, daher eigentlich ‘gespaltenes, halbes Licht, Helldunkel’; vgl. spätmhd. zwischenlieht (14. Jh.). Übertragener Gebrauch ‘Unbestimmtheit, Unklarheit’ setzt am Ende des 18. Jhs. ein. In neuerer Zeit (1. Hälfte 20. Jh.) steht der Ausdruck meist für ‘aus Tageslicht und dem Licht einer künstlichen Lichtquelle gemischtes Licht, Doppellicht’, indem der erste Wortteil an zwie- in seiner häufigeren Bedeutung ‘zweifach, doppelt’ angeschlossen wird. zwielichtig Adj. ‘undurchsichtig, unklar, nicht eindeutig, fragwürdig’ (2. Hälfte 19. Jh.), gebildet zum übertragenen Gebrauch des Substantivs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dämmerlicht · ↗Dämmerstunde · ↗Dämmerung · ↗Halbdunkel · Zwielicht
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dämmerung Finsternis Informationspolitik Priesterseminar Zweifels abendlich aufhellen diffus dämmerig dämmrig eigenartig eigentümlich erhellen fahl geraten gnädig keltisch merkwürdig moralisch raten rücken schimmern schälen seltsam tauchen trüb unheimlich verschwimmen zerren zynisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwielicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Nähe besehen gerät die fotografierte Idylle aber in ein merkwürdig malerisches Zwielicht.
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2003
In diesem Zwielicht fühlten wir uns wie auf einem anderen Planeten.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 53
Das Zwielicht des Abends zeichnete die Häuser in schwarzen Silhouetten.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 18
Immer wieder verstand es die Verteidigung, aus dem völkerrechtlichen Zwielicht Nutzen zu ziehen.
Die Zeit, 30.03.1950, Nr. 13
Nachher war es noch stiller im Zwielicht unter den hohen Bäumen.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 369
Zitationshilfe
„Zwielicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwielicht>, abgerufen am 25.06.2019.

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