Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Zwietracht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʦviːtʀaχt]
Worttrennung Zwie-tracht
Wortbildung  mit ›Zwietracht‹ als Erstglied: zwieträchtig
eWDG

Bedeutung

gehoben Uneinigkeit, Streit
in gegensätzlicher Bedeutung zu Frieden
Beispiele:
Zwietracht säen, stiften
Unterdrückte / Begrabt eure Zwietracht [ BrechtGedichte205]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eintracht · einträchtig · einträchtiglich · Einträchtigkeit · Zwietracht · zwieträchtig
Eintracht f. ‘Übereinstimmung (im Denken und in der Gesinnung), Einmütigkeit, Einigkeit, Verträglichkeit’. Im 14. Jh. in der Rechtssprache auftretendes mnd. ēndracht und mhd. (nur md.) eintraht ‘Übereinkunft, Absprache, Vertrag’ ist abgeleitet von mnd. (over)ēndrāgen, (over)ēndrēgen, älter över ēn, in ēn drāgen (mhd. über ein tragen) ‘übereinkommen, -stimmen, sich vertragen, beschließen, vereinbaren’; vgl. frühnhd. übereintragen, nl. overeendragen; s. ein1 Num. und tragen, Tracht. Eintracht dringt erst im 16./17. Jh. (wesentlich später als einträchtig und Einträchtigkeit, s. unten) vom nd.-md. Sprachgebiet ins Obd. vor. einträchtig Adj. ‘einmütig, friedlich’, mnd. ēndrachtich, ēndrechtich, mhd. (nur md.) eintrehtec (13. Jh.), seit dem 15. Jh. auch obd.; etwa gleich alt ist die Bildung mit Doppelsuffix einträchtiglich Adv. mnd. ēndrachtichlīk, spätmhd. eintrehteclīche. Einträchtigkeit f. mnd. ēndrachtichēt, ēndrechtichēt, mhd. eintrehtecheit (14. Jh.), im 15. Jh. ins Obd. vordringend. Zwietracht f. ‘Uneinigkeit, Zwist’, mnd. twēdracht, twīdracht, mhd. zwitraht (um 1300), abgeleitet von mnd. twēdrāgen, twēdrēgen, entwey drāgen, drēgen, mhd. enzweitragen ‘uneins sein, sich entzweien’; wie Eintracht vom Nd.-Md. ausgehend, jedoch früher auf das Obd. übergreifend. Geläufig in der Verbindung Zwietracht säen ‘Unfrieden stiften’, die lat. discordiās serere folgt. zwieträchtig Adj. ‘uneinig’, mnd. twēdrachtich, mhd. zwitrehtic (14. Jh.). Die ganze Wortgruppe wird vom heutigen Sprachgefühl aus zu trachten (s. d.) gestellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hader · Nichtübereinstimmung · Uneinigkeit · Zwietracht  ●  Dissens  geh. · Missstimmung  geh.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Zwietracht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwietracht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zwietracht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn er lebte von je in Zwietracht mit der Stadt. [Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 13]
Jetzt sei er aber nichts anderes als ein Instrument der Zwietracht. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]]
Doch der Kampf gegen den Terror säte nur weitere Zwietracht. [Die Zeit, 26.11.2007, Nr. 48]
Derartiges Lob für den Gegner hat meist das Ziel, Zwietracht zu säen. [Die Zeit, 25.09.1995, Nr. 39]
Über dem eidgenössischen Zank lebt auch alte Zwietracht neu auf. [Die Zeit, 27.11.1992, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Zwietracht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwietracht>.

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