Zwirn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zwirns · Nominativ Plural: Zwirne
Aussprache
Wortbildung mit ›Zwirn‹ als Erstglied: ↗Zwirner · ↗Zwirnhandschuh · ↗Zwirnknäuel · ↗Zwirnrolle · ↗Zwirnsfaden
 ·  mit ›Zwirn‹ als Letztglied: ↗Baumwollzwirn · ↗Heftzwirn · ↗Leinenzwirn · ↗Netzzwirn · ↗Nähzwirn · ↗Seidenzwirn
 ·  mit ›Zwirn‹ als Grundform: ↗zwirnen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
aus zwei oder mehreren Fäden Garn oder Seide zusammengedrehter und dadurch besonders fester Faden
Beispiele:
weißer, schwarzer, roter, blauer Zwirn
eine Rolle, ein Stern Zwirn
die Hose ist mit festem Zwirn genäht
vulgär Himmel, Arsch und Zwirn! (= verflucht!)
2.
nur im Singular
landschaftlich, salopp Geld
Beispiel:
sein Zwirn ist alle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwirn · zwirnen
Zwirn m. ‘aus zwei (oder mehreren) Fäden zusammengedrehtes Garn’, mhd. zwirn, mnd. twern(e), mnl. twern, twēren, twaern, nl. tweern führen mit anord. tvennr, tvinnr ‘zweifach, zweiteilig’ auf germ. *twizna- (mit Weiterentwicklung von z zu westgerm. r bzw. zn zu anord. nn). Das Germ. geht wie lat. bīnī ‘zwei, je zwei’ auf ie. *du̯isno- ‘zweimalig’ zurück, eine Ableitung mit dem Suffix ie. -no- von ie. *du̯is ‘zweimal’, Multiplikativadverb zu ie. *duu̯ō(u), s. ↗zwei. Neben den oben genannten Formen stehen mnl. nl. twijn ‘Zwirn’, aengl. twīn ‘Doppelfaden, Leinen’, engl. twine ‘Zwirn, Bindfaden’, die entweder ebenfalls germ. *twizna- (mit ungeklärter Entwicklung von zn) oder germ. *twīna- voraussetzen; mnl. twijn kann aus dem Aengl. entlehnt sein. zwirnen Vb. ‘Fäden (zweifach) zusammendrehen’, ahd. zwirnēn (8. Jh.), zwirnōn (um 800), mhd. zwirnen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Faden · ↗Garn · Zwirn
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anzug · Zwirn
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Arsch Garn Herr Himmel Knopf Krawatte Leim Nadel Schere Seide Stoff Trainingsanzug blau dunkel dunkelblau dünn edel elegant fein gedeckt grau kleiden maßgeschneidert schwarz tauschen teuer weiß zwängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwirn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie reagieren die Anhänger auf den meist feinen Zwirn tragenden Trainer?
Die Welt, 19.06.2003
Den Zwirn für die "Goldene Kamera" musste er sich pumpen.
Bild, 26.06.2002
In der Hand hielt er Hammer und Meißel und eine Rolle Zwirn.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 370
Im Winter muß es aus Seide, im Sommer aus sehr feinem Zwirn und immer von perlgrauer Farbe sein.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 27404
Die Mutter lenkt ab und nimmt jetzt Nadel und Zwirn aus dem Schrank.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 14
Zitationshilfe
„Zwirn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwirn>, abgerufen am 20.05.2019.

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