Zwischenruf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zwischenruf(e)s · Nominativ Plural: Zwischenrufe
Aussprache  [ˈʦvɪʃn̩ˌʀuːf]
Worttrennung Zwi-schen-ruf
Wortzerlegung zwischenRuf
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

lauter Kommentar, mit der jmd. den Redefluss einer anderen Person unterbricht, ein Geschehen stört
siehe auch Zwischenfrage (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: empörte, erboste, höhnische, lautstarke, wütende, zustimmende Zwischenrufe
als Akkusativobjekt: Zwischenrufe ernten, ignorieren, provozieren, überhören; es hagelt Zwischenrufe
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. mit Zwischenrufen quittieren, stören; von Zwischenrufen unterbrochen werden
mit Genitivattribut: Zwischenrufe der Abgeordneten, Delegierten, Opposition; ein Zwischenruf eines Zuhörers, Zuschauers
in Koordination: Beifall, Gelächter, Pfiffe und Zwischenrufe
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Zwischenrufe aus dem Plenum, Publikum
Beispiele:
Ich bin doch nicht euer Feind, hat der Bürgermeister begonnen, ist immer wieder unterbrochen worden durch Zwischenrufe und Pfiffe[.] – Ich bin doch nicht euer Feind. [Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 200]
[…] die Senatorin zeigte sich auf der von Zwischenrufen und tumultartigen Szenen unterbrochenen Sitzung bemerkenswert ungerührt. [Die Welt, 16.08.2019]
Wenn das Stichwort Zwischenruf fällt, nennen Menschen, die schon in der alten Bundesrepublik Bundestagsdebatten im Fernsehen verfolgt haben, mit süffisantem Eingeweihten‑Lächeln den Namen Herbert Wehner. Der schmallippige frühere SPD‑Fraktionschef und Pfeifenraucher Wehner hielt den Rekord im Zwischenrufen, man kann inzwischen sogar heitere Zwischenruf‑Sammlungen von ihm in Buchform kaufen. Der Zwischenruf galt und gilt als irritierende, wenngleich demokratische Kulturtechnik und wird als kontrollierte Grenzüberschreitung weitgehend toleriert. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2016]
Der Richter sah von einer Ordnungsstrafe ab, ließ aber, nachdem seine Sanftmut durch Zwischenrufe des Publikums allzusehr strapaziert worden war, eine Hälfte des Zuhörerraums räumen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954–1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 278]
Auch ihre ununterbrochenen Zwischenrufe bei den Reden anderer Stadtverordneter wurden gerügt mit dem Hinweis, daß sie bei ihren [eigenen] Reden sehr empfindlich gegen Zwischenrufe sind. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 18.02.1902]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausruf · ↗Einwurf · Zwischenruf
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Zwischenruf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwischenruf‹.

Zitationshilfe
„Zwischenruf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zwischenruf>, abgerufen am 18.04.2021.

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