aalen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungaa-len
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp sich behaglich ausstrecken, sich rekeln
Beispiel:
sich im Bett, in der Sonne, am Strand aalen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aal · Älchen · aalen · aalglatt · Aalquappe · Aalraupe
Aal m. wendiger langgestreckter Fisch. Der Name begegnet nur in den germ. Sprachen, ahd. (10. Jh.), mhd. asächs. mnd. āl, mnl. ael, nl. aal, aengl. ǣl, engl. eel, anord. āll, schwed. ål setzen germ. *ēla- voraus. Weitere Herkunft ungewiß; sichere außergerm. Beziehungen sind nicht erkennbar. Daher wohl eine germ. Neubildung. Oder als ‘Langgestreckter, Ahleförmiger’ (zu ↗Ahle f., s. d.) aufzufassen? Ein auf Grund der länglichen Gestalt möglicher Anschluß an aind. āliḥ ‘Streifen, Linie’ und an die Wurzel ie. *ēl- ‘Streifen, Strich’ ist zweifelhaft. Das Deminutivum Älchen n. dient zur Bezeichnung parasitär lebender Fadenwürmer (Nematoden), zuerst nl. aaltje (aeltgens Plur., 1675), danach nhd. Aalchen, Aelchen (18. Jh.). aalen Vb. reflexiv ‘sich winden wie ein Aal’ (gedeutet als Zeichen des Wohlbefindens, 2. Hälfte 19. Jh.); älter aalen in den nicht mehr üblichen Bedeutungen ‘eine verschlammte Röhre lüften’ (indem man einen Aal an einem Strick durch die Röhre zieht oder einen lebendigen Aal durchschlüpfen läßt) und ‘Aale fangen’ (beide Mitte 17. Jh.). aalglatt Adj. ‘wendig, listig’ (Mitte 19. Jh.). Aalquappe f. (Mitte 16. Jh.) und Aalraupe f. älter aalruppe (Mitte 14. Jh.) schlanker, wendiger Dorsch des Süßwassers; zu ↗Quappe ‘weiches, schleimhäutiges Tier’ (s. d.) bzw. mhd. rūpe, das auf lat. rubēta ‘Kröte, Frosch’ (indem der breitköpfige und breitmäulige Fisch froschähnlich gesehen wird) zurückgeht. Nicht verwandt ist ↗Raupe ‘Schmetterlingslarve’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aalen · ↗(sich) rekeln · ↗(sich) räkeln
Synonymgruppe
räkeln  ●  (sich) aalen  ugs. · nattern  ugs., norddeutsch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badewanne Palme Sand Sandstrand Sommer Sonne Sonnenhungrige Strand Tourist Urlauber Wehe schwimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aalen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die anderen mögen sich am Strand aalen - wir gehen zum Tanz?
Die Welt, 12.08.1999
Sie aalen sich in der Sonne, und währenddessen arbeitet ihr Geld.
Der Tagesspiegel, 11.08.2000
Altmodische Spannung ist verpönt, der Text aalt sich in Bewegungslosigkeit.
Die Zeit, 07.12.1962, Nr. 49
Sich selbst in der Wonne der besseren Erkenntnis zu aalen und zu sonnen.
konkret, 1983
Tagsüber, das hatte man sich geschworen, würde man das Städtchen und seinen Trubel meiden und sich stattdessen lieber an einem der schönen Strände aalen.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2001
Zitationshilfe
„aalen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aalen>, abgerufen am 21.10.2019.

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