aasen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaa-sen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp verschwenderisch mit etw. umgehen, schlecht wirtschaften
Beispiele:
mit Geld, Lebensmitteln, Material aasen
er hat mit seinen Kräften geaast
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aas · aasen
Aas n. ‘Fleisch eines toten Körpers, Köder’. Mhd. (11. Jh.), mnd. ās, mnl. aes, nl. aas, aengl. ǣs (ie. *ēdsom oder *ēdtom) ist wie lat. ēsca ‘Speise, Futter, Köder’ (ie. *ēdskā) Weiterbildung eines dehnstufigen es-Stammes der im Verb ↗essen (s. d.) enthaltenen Wurzel ie. *ed- ‘essen’. Dazu gehört als weiteres Verbalnomen ahd. (8. Jh.), mhd. āʒ, asächs. mnd. āt, mnl. aet, aengl. ǣt, anord. āt ‘Speise, Nahrung, Viehfutter’ (s. ↗äsen), das die gleiche Stammbildung (ie. *ēdo-) aufweist wie das Grundwort in aslaw. obědъ ‘Mahlzeit, Frühstück’, russ. obéd (обед) ‘Mittagessen’. In frühnhd. as ‘Tiernahrung, Kadaver’ fallen beide Bildungen in eine zusammen. Als Schimpfwort begegnet Aas bereits im 12. Jh. aasen Vb. ‘Felle abschaben’ zum Gerben (18. Jh.), ‘in der Nahrung sudeln’ (von Aasfressern), bildlich ‘leichtfertig vergeuden’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld nur so um sich werfen  ugs. · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · ↗verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tatsächlich aast selbst die Wirtschaft, die sonst auf jeden Cent schaut, mit Energie.
Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13
Aber auch in den Ländern der aufstrebenden Dritten Welt wird mit Geld fürs Militär geaast.
Die Zeit, 08.12.2008, Nr. 25
Niemand aast mit Propagandamaterial wie ehedem, kaum irgendwo sind Wände und Häuser mit Plakaten beklebt.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.1996
Baselitz jedoch mußte sich von seinem strengen Galeristen ermahnen lassen, nie wieder so leichtfertig mit den teuren Strichen zu aasen.
konkret, 1985
Das führt aber dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger den Eindruck haben, in den Kulturinstitutionen würde geaast.
Die Welt, 19.01.2004
Zitationshilfe
„aasen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aasen>, abgerufen am 23.01.2018.

Weitere Informationen …