Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

abartig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ab-ar-tig
Wortzerlegung Abart -ig
Wortbildung  mit ›abartig‹ als Erstglied: Abartigkeit
eWDG

Bedeutung

von der Norm abweichend, aus der Art geschlagen
siehe auch -artig (2 b)
Beispiele:
ein geistig, psychisch abartiger Mensch
abartige Gedanken, Neigungen (= abwegige Gedanken, Neigungen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Art2 · artig · arten · abarten · abartig · Abart · ausarten · entarten
Art2 f. ‘Eigentümlichkeit, Wesen, Gewohnheit, Verhalten, Weise, Abstammung’, mhd. art m. f., mnd. ārt f. (und m.), mnl. aert m. f. ‘Veranlangung, Abstammung’, nl. aard m. ‘Wesen, Beschaffenheit, Eigenschaft’, aengl. eard m. ‘Fügung, Lage, Schicksal’, anord. -arðr in einarðr ‘einfach, aufrichtig’ sowie aind. ṛtá- ‘wahrhaft’, eigentlich ‘gefügt’, awest. arəta- ‘Gesetz, Recht’, griech. árti (ἄρτι) ‘gerade, eben’, lat. artus ‘eng, straff’, artus m. ‘Gelenk, Glied’, ars (Genitiv artis) f. ‘Kunst, Geschicklichkeit’ führen auf ie. *art- ‘Fügung, Ordnung’, Dentalableitung der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘fügen, passen’ (s. Arm). Beziehungen zu Art1 (s. d.) sind möglich. artig Adj. ‘folgsam, gut erzogen’, älter ‘höflich, hübsch’, mhd. ertec ‘von angestammter guter Beschaffenheit’. arten Vb. ‘in die Art schlagen, geraten nach, sich entwickeln’, mhd. arten, mnd. ārden. Dazu abarten Vb. ‘aus der Art schlagen, abweichen’ (Ende 16. Jh.); abartig Adj. ‘aus der Art geschlagen, verderbt’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abart f. ‘abweichende Art, Spielart’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter ‘minderwertige Art’ (1. Hälfte 18. Jh.). ausarten Vb. ‘die angestammte, die gute Art verlieren’ (Mitte 17. Jh.). entarten Vb. ‘seine Art, Beschaffenheit verlieren, degenerieren’, mhd. entarten ‘aus der Art schlagen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abartig · abnorm · abnormal · abseits der Normalität · abweichend · anomal · anormal · pervers · pervertiert · unnatürlich · unnormal · wider die Natur · widernatürlich
Antonyme
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›abartig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abartig‹.

Verwendungsbeispiele für ›abartig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein dermaßen abartiger Täter verdiene eben keine günstigere gesetzliche Zuordnung. [Die Zeit, 05.01.2006, Nr. 02]
Man kann es für abartig halten, wenn einer mit seinem Hund das Lager teilt; dem Hund wird das nicht schaden. [Süddeutsche Zeitung, 29.11.1997]
In einem früheren Prozess wollte er sich selbst als geistig "schwer abartig" verstanden wissen, vergeblich. [Die Welt, 18.05.2004]
Umgekehrt fanden mich die Weiber wahrscheinlich genauso abartig wie ich sie. [Bild, 29.09.2003]
Mehr könne er angesichts einer so abartigen Tat nicht tun. [Der Tagesspiegel, 11.05.2005]
Zitationshilfe
„abartig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abartig>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
abarten
abarbeiten
abangeln
abandonnieren
abalienieren
abasten
abatmen
abbacken
abbaden
abbaggern