abartig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungab-ar-tig
WortzerlegungAbart-ig
Wortbildung mit ›abartig‹ als Erstglied: ↗Abartigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

von der Norm abweichend, aus der Art geschlagen
siehe auch -artig (Lesart 2 b)
Beispiele:
ein geistig, psychisch abartiger Mensch
abartige Gedanken, Neigungen (= abwegige Gedanken, Neigungen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Art2 · artig · arten · abarten · abartig · Abart · ausarten · entarten
Art2 f. ‘Eigentümlichkeit, Wesen, Gewohnheit, Verhalten, Weise, Abstammung’, mhd. art m. f., mnd. ārt f. (und m.), mnl. aert m. f. ‘Veranlangung, Abstammung’, nl. aard m. ‘Wesen, Beschaffenheit, Eigenschaft’, aengl. eard m. ‘Fügung, Lage, Schicksal’, anord. -arðr in einarðr ‘einfach, aufrichtig’ sowie aind. ṛtá- ‘wahrhaft’, eigentlich ‘gefügt’, awest. arəta- ‘Gesetz, Recht’, griech. árti (ἄρτι) ‘gerade, eben’, lat. artus ‘eng, straff’, artus m. ‘Gelenk, Glied’, ars (Genitiv artis) f. ‘Kunst, Geschicklichkeit’ führen auf ie. *art- ‘Fügung, Ordnung’, Dentalableitung der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘fügen, passen’ (s. ↗Arm). Beziehungen zu ↗Art (s. d.) sind möglich. artig Adj. ‘folgsam, gut erzogen’, älter ‘höflich, hübsch’, mhd. ertec ‘von angestammter guter Beschaffenheit’. arten Vb. ‘in die Art schlagen, geraten nach, sich entwickeln’, mhd. arten, mnd. ārden. Dazu abarten Vb. ‘aus der Art schlagen, abweichen’ (Ende 16. Jh.); abartig Adj. ‘aus der Art geschlagen, verderbt’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abart f. ‘abweichende Art, Spielart’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter ‘minderwertige Art’ (1. Hälfte 18. Jh.). ausarten Vb. ‘die angestammte, die gute Art verlieren’ (Mitte 17. Jh.). entarten Vb. ‘seine Art, Beschaffenheit verlieren, degenerieren’, mhd. entarten ‘aus der Art schlagen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abartig · ↗abnorm · ↗abnormal · abseits der Normalität · abweichend · ↗anomal · ↗anormal · ↗pervers · pervertiert · ↗unnatürlich · ↗unnormal · wider die Natur · ↗widernatürlich
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
abartig · ↗düster · ↗geschmacklos · ↗grausig · ↗makaber · ↗pietätlos · ↗respektlos · ↗schauderhaft · ↗schauerlich
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bündnis Handlungen Interpretation Neigungen Phantasien Praktiken Sexualpraktiken Triebe Veranlagung Veranstaltungsstätten Verbrechen Verhalten krank pervers

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abartig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein dermaßen abartiger Täter verdiene eben keine günstigere gesetzliche Zuordnung.
Die Zeit, 05.01.2006, Nr. 02
In einem früheren Prozess wollte er sich selbst als geistig "schwer abartig" verstanden wissen, vergeblich.
Die Welt, 18.05.2004
Umgekehrt fanden mich die Weiber wahrscheinlich genauso abartig wie ich sie.
Bild, 29.09.2003
Man kann es für abartig halten, wenn einer mit seinem Hund das Lager teilt; dem Hund wird das nicht schaden.
Süddeutsche Zeitung, 29.11.1997
Im Vordergrund stehen dabei neben den verschiedenen Zwangssymptomen als »sittlichen Schäden« die abartigen und halluzinatorischen religiösen Erlebnisse und die religiös gefärbten Neurosen.
Rössler, D.: Psychotherapie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10884
Zitationshilfe
„abartig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abartig>, abgerufen am 20.02.2018.

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