abbauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-bau-en
Wortzerlegungab-bauen1
Wortbildung mit ›abbauen‹ als Erstglied: ↗abbaubar  ·  Ableitung von ›abbauen‹: ↗Abbau
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Bergmannssprache
a)
Bodenschätze fördern, gewinnen
Beispiele:
Kohle, Erze abbauen
die abgebaute Rohbraunkohle
b)
Beispiel:
eine abgebaute Strecke, Zeche (= Strecke, Zeche, deren Bodenschätze restlos gefördert sind)
bildlich
Beispiel:
Sie selber [sind] nichts als ein abgebauter Schacht [Feuchtw.Goya155]
2.
etw. in Einzelteile zerlegen
Gegenwort zu aufbauen
Beispiele:
ein Gerüst, eine Baracke, ein Zelt, Lager abbauen
eine Maschine, Fabrikanlage abbauen (= demontieren)
bildlich
Beispiel:
Sie ... hatten die ehemalige Stellung der Deutschen hier so gründlich abgebaut [A. ZweigGrischa48]
Chemie Verbindungen zerlegen
Beispiele:
der menschliche Körper baut Fett, Eiweiß, Stärke ab
den Alkohol im Blut abbauen
Pilze bauen das Holz allmählich ab und verwenden die Abbauprodukte für den eigenen Aufbau [Urania1956]
3.
etw., sich verringern, etw. reduzieren
a)
etw. beschränken
α)
die Angestelltenzahl herabsetzen
Beispiel:
ein großer Teil des Personals, der Beamten musste abgebaut werden
β)
Zahlungen herabsetzen
Beispiel:
Gehälter, Löhne, Preise, Steuern abbauen
γ)
schwächer werden, an Kräften einbüßen
Beispiele:
der Mensch baut im Alter (körperlich) ab
der Sportsmann baut ab
Landwirtschaft die Kartoffel baut ab (= ihre Ertragsfähigkeit wird geringer)
b)
etw. vermindern mit dem Endziel der völligen Beseitigung
Beispiele:
Ermäßigungen, Schulden (allmählich) abbauen
die Rüstung abbauen
(Vor)rechte, alte Freiheiten, den Hass, das Misstrauen abbauen
Übelstände durch Reformen abbauen

Thesaurus

Synonymgruppe
abbauen · ↗abtragen · ↗demontieren
Synonymgruppe
abbauen · ↗abschaffen · ↗aufheben · ↗auflösen · ↗beseitigen  ●  aus der Welt schaffen  ugs.
Antonyme
Geologie
Synonymgruppe
abbauen · ↗fördern · ↗gewinnen
Biochemie
Synonymgruppe
abbauen · ↗verstoffwechseln  ●  ↗degradieren  fachspr.
Synonymgruppe
(schwer) nachlassen · abbauen · an Kraft verlieren · kraftlos werden · ↗nachlassen
Assoziationen
  • (den) Erwartungen nicht mehr gewachsen sein · (ganz schön) abgebaut haben · (schwer) nachgelassen haben · auch nicht mehr der sein, der man früher mal war
Synonymgruppe
abbauen · am Ende seiner Kräfte sein · die Kräfte verlieren · ↗erlahmen · ↗ermatten · ↗ermüden · ↗erschlaffen · kraftlos werden · müde werden · ↗nachlassen · nicht mehr (weiter) können · schlapp machen · ↗schlappmachen · ↗versagen  ●  ↗abkacken  derb · am Ende sein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggressionen Arbeitslosigkeit Arbeitsplätze Barrieren Belegschaft Berührungsängste Bürokratie Defizit Haushaltsdefizit Hemmnisse Hemmschwellen Kapazitäten Lagerbestände Mißtrauen Personal Schulden Schuldenberg Spannungen Stellen Stress Subventionen Verschuldung Vorbehalte Vorurteile baut rund schrittweise Ängste Überkapazitäten Überstunden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbauen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Unternehmen will 3000 Stellen abbauen, darunter 300 im höheren Management.
Die Welt, 19.11.2003
Sie müssten nur ihre Überkapazitäten abbauen, dann sei Geld übrig für neue Stellen.
Der Tagesspiegel, 11.09.2003
So, im Dunkeln, ohne jeden Lärm, bauten sie das Haus ab.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 446
Wer aufbaut und rüstet, wird eines Tages abbauen und zuschlagen.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 754
Halts Maul - sonst wirst du abgebaut, dann liegst du auf der Straße.
Tucholsky, Kurt: Angestellte. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]
Zitationshilfe
„abbauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbauen>, abgerufen am 22.05.2018.

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