abbekommen

Grammatik Verb · bekommt ab, bekam ab, hat abbekommen
Aussprache 
Worttrennung ab-be-kom-men
Wortzerlegung ab- bekommen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. als Teil eines Ganzen, aus einer Menge erhalten
Beispiele:
einen Apfel, ein Stück (vom) Kuchen abbekommen
er hat sein(en) Teil abbekommen
ein paar Spritzer abbekommen
Ilmenthal bekam nichts Erfrischendes davon [vom Gewitter] ab als einige breite Regentropfen [ RaabeII 6,402]
2.
etw. erleiden
Beispiele:
er hat eins, etwas (Gehöriges) abbekommen (= hat Tadel, Strafe einstecken müssen)
mehrere Häuser hatten (beim Angriff) etwas abbekommen (= waren beschädigt worden)
»Den Herrn Leutnant holen – der hat was abbekommen(= ist verwundet worden) [ MarchwitzaJugend332]
[die Internierten] hatten während […] dieses ersten Kriegsjahres einen Knacks abbekommen (= waren gesundheitlich geschädigt worden) [ Feuchtw.Teufel37]
3.
etw. nach wiederholten Anstrengungen entfernen
Beispiele:
den Haken (von der Wand), den Verschluss (von der Flasche), den Schmutz (von den Händen) abbekommen
er konnte die Stiefel nicht abbekommen (= ausziehen)

Thesaurus

Synonymgruppe
bekommen · beziehen · erhalten  ●  (jemandem) zugehen  geh. · (jemandem) zuteil werden  geh. · (jemanden) ereilen  geh., literarisch · abbekommen  ugs. · bedacht werden (mit)  geh. · erlangen  geh. · kriegen  ugs.
Synonymgruppe
abbekommen · entfernt werden können · gelöst bekommen · losbekommen  ●  abkriegen  ugs. · gelöst kriegen  ugs. · loskriegen  ugs. · wegkriegen  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) übernehmen (von) · (sich) übertragen (auf)  ●  (etwas) erben (von)  fig. · abfärben (auf)  fig. · (etwas) abbekommen (haben von)  ugs. · (etwas) haben (von)  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) auf die Finger sehen · (sich) etwas abgucken (bei / von jemandem) · es jemandem nachtun
  • (es jemandem) gleichtun · (jemandem) nacheifern · (jemanden) als Vorbild nehmen · (sich jemanden) zum Beispiel nehmen · (sich jemanden) zum Vorbild nehmen · (sich) (ein) Beispiel nehmen an  ●  in jemandes Fußstapfen treten  fig. · (es jemandem) nachtun  geh. · (sich) eine Scheibe abschneiden (von)  ugs., fig.
Synonymgruppe
(etwas) abbekommen · sein Teil bekommen · seinen Teil bekommen  ●  (etwas) abhaben können (von)  ugs., variabel · (etwas) abkriegen (von)  ugs.
Assoziationen
  • bekommen, was man verdient · seine wohlverdiente Strafe erhalten · zur Rechenschaft gezogen werden  ●  (das) Passende zurückbekommen  fig. · (die) Quittung bekommen (für)  fig. · (das) kriegen, was man verdient  ugs. · (jemandem) sein Fett geben  ugs. · sein Fett abbekommen  ugs., variabel · sein Fett wegbekommen  ugs. · sein Fett wegkriegen  ugs.
Synonymgruppe
abbekommen · kassieren  ●  bekommen  negativ, Hauptform · (ab)kriegen  ugs. · einstecken müssen  ugs.
Synonymgruppe
(Beschädigung/en) abbekommen · Schäden erleiden · beschädigt werden · in Mitleidenschaft gezogen werden · zu Schaden kommen  ●  (et)was abbekommen  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) ausgesetzt sein (Strahlung, Regen ...) · (einer Sache) schutzlos ausgeliefert sein  ●  (ewas) über sich ergehen lassen müssen  fig. · (etwas) abbekommen  ugs.
Synonymgruppe
(mit Glück noch) bekommen  ●  (noch) erhaschen  poetisch, regional · ergattern (knappe Ware / letztes vorhandenes)  Hauptform · (noch) erwischen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs., salopp · (sich) grabschen  ugs., salopp · (sich) greifen  ugs., salopp · (sich) krallen  ugs., salopp · (sich) schnappen  ugs., salopp · abbekommen  ugs. · glücklich einen der letzten ... bekommen  geh., variabel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gunst der Stunde nutzen · (etwas) mitnehmen · nicht verstreichen lassen · wahrnehmen (Termin, Vorteil, Chance) · zugreifen  ●  beim Schopf(e) ergreifen  fig. · ergreifen (Gelegenheit, Chance)  Hauptform · nicht links liegen lassen  fig. · nutzen (Chance, Gelegenheit)  Hauptform · ausüben (Option, Stimmrecht, Vorkaufsrecht)  fachspr., kaufmännisch, juristisch · beim Schopf(e) packen (Gelegenheit, Chance)  ugs., fig. · zuschlagen  ugs., Hauptform
  • (jemandem) zuvorkommen  ●  (jemandem etwas) (vor der Nase) wegschnappen  ugs. · schneller sein  ugs.
  • (jemandem) (buchstäblich / förmlich / nur so ...) aus den Händen gerissen werden · reißenden Absatz finden  ●  (sich) verkaufen wie geschnitten Brot  ugs. · (weggehen / sich verkaufen) wie warme Semmeln  ugs. · weggehen wie warme Brötchen  ugs.
  • aufspüren · aufstöbern · auftreiben · ausfindig machen · besorgen · finden · fündig werden  ●  (sich) an Land ziehen  ugs. · aufgabeln  ugs. · ausbaldowern  ugs. · drankommen (an)  ugs. · kommen an  ugs.
  • Selbstbedienungsmentalität · an sich selbst zuerst denken  ●  Hauptsache ich!  ugs.
  • angeln (nach) · fischen (nach) · grabschen (nach) · haschen (nach) · schnappen (nach) · zu erhaschen versuchen · zu erwischen versuchen · zu fangen versuchen  ●  greifen (nach)  Hauptform
  • (sich) greifen · (sich) schnappen · ergreifen · fassen · festhalten · in die Hand nehmen · nicht aus der Hand geben · nicht loslassen · packen  ●  nehmen  ugs.
  • (etwas) wollen · (sich) interessieren für · an etwas (heran)kommen wollen · an sich bringen wollen · hinter etwas her sein wie der Teufel hinter der armen Seele (Verstärkung) · in seinen Besitz bringen wollen · interessiert sein an · unbedingt haben wollen  ●  (etwas) haben wollen  Hauptform · Begehrlichkeiten wecken  floskelhaft, mediensprachlich · (etwas) kriegen wollen  ugs. · (ganz) heiß sein auf  ugs. · (sich etwas) an Land ziehen wollen  ugs. · (sich etwas) grapschen wollen  ugs. · (sich etwas) krallen wollen  ugs., salopp · (sich etwas) schnappen wollen  ugs. · (sich) etwas unter den Nagel reißen wollen  ugs., fig. · geil sein auf  derb · hinter etwas her sein  ugs. · scharf sein auf  ugs. · spitz sein auf  ugs.
  • (etwas) abbekommen wollen · (etwas) abhaben wollen · (etwas) abkriegen wollen · (etwas) haben wollen (von)
  • (sich) reißen um · haben wollen · heiß begehrt sein · scharf sein (auf) · sehr gefragt sein  ●  Schlange stehen (bei)  fig. · heiß sein (auf)  ugs.
  • hinter etwas her sein · schon lange gesucht haben nach · schon lange suchen nach
  • (einen guten) Fang machen  fig. · (ein) Super-Schnäppchen ergattern  ugs. · (einen) Fitsch machen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›abbekommen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbekommen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abbekommen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ebenso würde ich, wenn ich die russische Lage schilderte, jedenfalls mein Teil abbekommen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]]
Bei ihnen geht es meist schlicht darum, etwas vom Futter abzubekommen. [Die Zeit, 14.07.2011 (online)]
Ich habe keine Lust, den ganzen Ärger abzubekommen ", sagt sie. [Die Zeit, 11.04.2011, Nr. 15]
Er hat in seinem Leben reichlich Lob abbekommen, er steckt das gut weg. [Die Zeit, 03.03.2008, Nr. 09]
Zumindest hat der Mann ein ordentliches Knalltrauma da draußen abbekommen, an der Front. [Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 92]
Zitationshilfe
„abbekommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbekommen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
abbeißen
abbeizen
abbehalten
abbegehren
abbeeren
abberufen
abbestellen
abbeten
abbetteln
abbeuteln