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abbilden

Grammatik Verb · bildet ab, bildete ab, hat abgebildet
Aussprache 
Worttrennung ab-bil-den
Wortzerlegung ab- bilden
Wortbildung  mit ›abbilden‹ als Erstglied: Abb. · Abbildung · abbildbar
 ·  mit ›abbilden‹ als Grundform: Abbild
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. bildlich darstellen
Beispiele:
etw. genau, (riesen)groß abbilden
diesen neuen Narziß […] wollte er mit seinen Händen abbilden (= in Holz schnitzen) [ HesseNarziß5,281]
abgebildet sein
Beispiele:
sie ist (mit ihren Kindern) auf der zweiten Seite, in der Zeitung abgebildet
All das sanfte Farbenspiel des Himmels war auf der Seefläche abgebildet [ Hausm.Überfall218]
übertragen
Beispiel:
sie fanden sich in dem Roman abgebildet (= verkörpert)
sich abbilden (= sich abzeichnen)
Beispiele:
in der Blindenschrift bilden sich die Buchstaben plastisch ab
daß sich die auf den Hinterköpfen zusammengerollten Zöpfe darunter [unter den Hauben] abbildeten [ SeghersAufstand1,90]
übertragen
Beispiel:
dieses Verlangen bildet sich ab in der Sprache [ Th. Mann11,319]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bilden · abbilden · ausbilden · einbilden · Einbildung · Einbildungskraft · eingebildet · Bildner · bildsam · Bildung
bilden Vb. ‘formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein’, übertragen ‘erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln’, ahd. biliden ‘formen, gestalten, zum Beispiel geben, nachahmen’ (9. Jh.) und bilidōn ‘abbilden, nachahmen, Vorbild sein, gestalten’ (8./9. Jh., vom 10. Jh. an vorherrschend), postnominale Ableitungen von ahd. bilidi (s. Bild), fallen zusammen in mhd. bilden ‘mit Bildern verzieren, gestalten, nachbilden, vorstellen’ (vgl. gleichbed. mnd. bē̌lden, bilden und nl. beelden ‘bilden, abbilden, malen’). Das bis heute ein Formen realer Gegenstände, namentlich ein Gestalten visuell erfaßbarer Kunstwerke (bildende Kunst, 18. Jh., anfangs im Plur.) bezeichnende Verb findet im Sprachgebrauch der Mystiker auch Anwendung auf den geistig-seelischen Bereich; von der Mitte des 18. Jhs. an und besonders in der Klassik wird bilden zum Ausdruck für die Bestrebungen der bürgerlich-humanistischen Pädagogik; gleichzeitig werden daher auch das Part.adj. gebildet, das das Erziehungsergebnis kennzeichnet, und dessen Substantivierung der Gebildete üblich. Sich anschließende Präfixbildungen sind abbilden Vb. ‘im Bilde darstellen’ (16. Jh.; dazu Abbildung f. ‘bildliche Wiedergabe’, 2. Hälfte 16. Jh.); ausbilden Vb. ‘mit bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten versehen’, auch ‘entwickeln, formen’, mhd. ūʒbilden ‘eine Nachbildung zeigen’ (dazu Ausbildung f. ‘Schulung, Entwicklung’, 1. Hälfte 17. Jh.); einbilden Vb. reflexiv ‘sich der Wirklichkeit widersprechende Vorstellungen machen, sich etw. in den Kopf setzen’, mhd. īnbilden ‘einprägen, in der Seele abbilden’ (bei den Mystikern), im älteren Nhd. (reflexiv) noch allgemein ‘sich etw. vorstellen’, dann ‘sich falsche Vorstellungen machen’ (auch hinsichtlich des eigenen Wertes); dazu gehören Einbildung f. ‘falsche Vorstellung, Überheblichkeit’, mhd. īnbildunge ‘das Einbilden, In-die-Seele-Senken’, das Kompositum Einbildungskraft f. ‘Phantasie’ (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt im 16. Jh.) sowie das in jüngerer Zeit sich verselbständigende eingebildet Part.adj. ‘überheblich’ (17. Jh.). Bildner m. ‘Gestalter, Former’, ahd. bilidāri, bilideri ‘Bildner, Gestalter, Schöpfer’ (9. Jh.?), mhd. bildære, bildenære ‘Bildner, Schöpfer’, auch ‘Vorbild, Muster’, nhd. Bilder ‘Schöpfer’ noch bis ins 18. Jh. neben sich schließlich durchsetzendem Bildner, das jetzt auf die gehobene Ausdrucksweise beschränkt ist oder als zweites Kompositionsglied z. B. in Bühnen-, Kostüm-, Maskenbildner vorkommt. bildsam Adj. ‘formbar’, übertragen auch ‘für Lehren empfänglich, erziehbar’, vereinzelt spätmhd. bildsam ‘vorbildhaft’, nhd. in den heutigen Verwendungen seit Mitte des 18. Jhs. Bildung f. ‘der Vorgang des Entfaltens der geistigen Anlagen, des Erziehens sowie dessen Ergebnis’, auch ‘Schaffung, Formung’ und ‘Gestalt’, ahd. bilidunga ‘Widerschein, Abbild’ (11. Jh.), bei Notker (für lat. imāginātio) ‘Vorstellung, Vorstellungskraft’ (vgl. asächs. unbiliðunga ‘Unförmigkeit’, 11. Jh.), mhd. bildunge ‘Bildnis, Gestalt, Muster’, in der Mystik ‘Phantasie’; nhd. zunächst vor allem ‘bildliche Darstellung, Abbild’ und (sehr verbreitet im 18. Jh.) ‘Gestalt’, seit Mitte des 18. Jhs. (dem Verb bilden entsprechend, s. oben) auch ‘geistig-seelische Formung des Menschen, Erziehung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
abbilden · ausarbeiten · planen
Synonymgruppe
abbilden · modellieren
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abbilden · wiedergeben
Synonymgruppe
Synonymgruppe
abbilden · abmalen · abzeichnen · bildlich darstellen · darstellen · ein Bild machen · fotografieren · konterfeien · malen · nachzeichnen · porträtieren · wiedergeben · zeichnen · zur Darstellung bringen
Assoziationen
Mathematik
Synonymgruppe
abbilden · realisieren
Computer
Synonymgruppe
(modellhaft) nachbilden · abbilden · emulieren · modellieren · nachstellen  ●  so tun als ob  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abbilden · bildlich darstellen · malen · zeichnen

Typische Verbindungen zu ›abbilden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbilden‹.

Verwendungsbeispiele für ›abbilden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ob er es nun ahnte oder nicht, das Gehen bildete getreulich die Welt seines musikalischen Denkens ab. [Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 85]
In den Grafiken sind die monatlichen Kosten für verschiedene Angebote abhängig von der Nutzung abgebildet. [C't, 1999, Nr. 24]
Bei Auffälligkeiten soll das System zugleich aber auch einzelne Objekte mit größter Auflösung wie unter einer Lupe abbilden können. [Die Zeit, 10.06.1999, Nr. 24]
Sie bildeten die Wirklichkeit nicht ab, sie erfanden sie neu. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Sie bildet die Wirklichkeit nicht ab, sie "versteht" die Wirklichkeit nicht, noch will sie sie erklären. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49]
Zitationshilfe
„abbilden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbilden>.

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