abbilden

GrammatikVerb · bildete ab, hat abgebildet
Aussprache
Worttrennungab-bil-den
Wortzerlegungab-bilden
Wortbildung mit ›abbilden‹ als Erstglied: ↗Abb. · ↗Abbildung · ↗abbildbar
 ·  mit ›abbilden‹ als Grundform: ↗Abbild
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn. bildlich darstellen
Beispiele:
etw. genau, (riesen)groß abbilden
diesen neuen Narziß ... wollte er mit seinen Händen abbilden (= in Holz schnitzen) [HesseNarziß5,281]
abgebildet sein
Beispiele:
sie ist (mit ihren Kindern) auf der zweiten Seite, in der Zeitung abgebildet
All das sanfte Farbenspiel des Himmels war auf der Seefläche abgebildet [Hausm.Überfall218]
übertragen
Beispiel:
sie fanden sich in dem Roman abgebildet (= verkörpert)
sich abbildensich abzeichnen
Beispiele:
in der Blindenschrift bilden sich die Buchstaben plastisch ab
daß sich die auf den Hinterköpfen zusammengerollten Zöpfe darunter [unter den Hauben] abbildeten [SeghersAufstand1,90]
übertragen
Beispiel:
dieses Verlangen bildet sich ab in der Sprache [Th. Mann11,319]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bilden · abbilden · ausbilden · einbilden · Einbildung · Einbildungskraft · eingebildet · Bildner · bildsam · Bildung
bilden Vb. ‘formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein’, übertragen ‘erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln’, ahd. biliden ‘formen, gestalten, zum Beispiel geben, nachahmen’ (9. Jh.) und bilidōn ‘abbilden, nachahmen, Vorbild sein, gestalten’ (8./9. Jh., vom 10. Jh. an vorherrschend), postnominale Ableitungen von ahd. bilidi (s. ↗Bild), fallen zusammen in mhd. bilden ‘mit Bildern verzieren, gestalten, nachbilden, vorstellen’ (vgl. gleichbed. mnd. bē̌lden, bilden und nl. beelden ‘bilden, abbilden, malen’). Das bis heute ein Formen realer Gegenstände, namentlich ein Gestalten visuell erfaßbarer Kunstwerke (bildende Kunst, 18. Jh., anfangs im Plur.) bezeichnende Verb findet im Sprachgebrauch der Mystiker auch Anwendung auf den geistig-seelischen Bereich; von der Mitte des 18. Jhs. an und besonders in der Klassik wird bilden zum Ausdruck für die Bestrebungen der bürgerlich-humanistischen Pädagogik; gleichzeitig werden daher auch das Part.adj. gebildet, das das Erziehungsergebnis kennzeichnet, und dessen Substantivierung der Gebildete üblich. Sich anschließende Präfixbildungen sind abbilden Vb. ‘im Bilde darstellen’ (16. Jh.; dazu Abbildung f. ‘bildliche Wiedergabe’, 2. Hälfte 16. Jh.); ausbilden Vb. ‘mit bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten versehen’, auch ‘entwickeln, formen’, mhd. ūʒbilden ‘eine Nachbildung zeigen’ (dazu Ausbildung f. ‘Schulung, Entwicklung’, 1. Hälfte 17. Jh.); einbilden Vb. reflexiv ‘sich der Wirklichkeit widersprechende Vorstellungen machen, sich etw. in den Kopf setzen’, mhd. īnbilden ‘einprägen, in der Seele abbilden’ (bei den Mystikern), im älteren Nhd. (reflexiv) noch allgemein ‘sich etw. vorstellen’, dann ‘sich falsche Vorstellungen machen’ (auch hinsichtlich des eigenen Wertes); dazu gehören Einbildung f. ‘falsche Vorstellung, Überheblichkeit’, mhd. īnbildunge ‘das Einbilden, In-die-Seele-Senken’, das Kompositum Einbildungskraft f. ‘Phantasie’ (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt im 16. Jh.) sowie das in jüngerer Zeit sich verselbständigende eingebildet Part.adj. ‘überheblich’ (17. Jh.). Bildner m. ‘Gestalter, Former’, ahd. bilidāri, bilideri ‘Bildner, Gestalter, Schöpfer’ (9. Jh.?), mhd. bildære, bildenære ‘Bildner, Schöpfer’, auch ‘Vorbild, Muster’, nhd. Bilder ‘Schöpfer’ noch bis ins 18. Jh. neben sich schließlich durchsetzendem Bildner, das jetzt auf die gehobene Ausdrucksweise beschränkt ist oder als zweites Kompositionsglied z. B. in Bühnen-, Kostüm-, Maskenbildner vorkommt. bildsam Adj. ‘formbar’, übertragen auch ‘für Lehren empfänglich, erziehbar’, vereinzelt spätmhd. bildsam ‘vorbildhaft’, nhd. in den heutigen Verwendungen seit Mitte des 18. Jhs. Bildung f. ‘der Vorgang des Entfaltens der geistigen Anlagen, des Erziehens sowie dessen Ergebnis’, auch ‘Schaffung, Formung’ und ‘Gestalt’, ahd. bilidunga ‘Widerschein, Abbild’ (11. Jh.), bei Notker (für lat. imāginātio) ‘Vorstellung, Vorstellungskraft’ (vgl. asächs. unbiliðunga ‘Unförmigkeit’, 11. Jh.), mhd. bildunge ‘Bildnis, Gestalt, Muster’, in der Mystik ‘Phantasie’; nhd. zunächst vor allem ‘bildliche Darstellung, Abbild’ und (sehr verbreitet im 18. Jh.) ‘Gestalt’, seit Mitte des 18. Jhs. (dem Verb bilden entsprechend, s. oben) auch ‘geistig-seelische Formung des Menschen, Erziehung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbilden · ↗darstellen · ↗demonstrieren · ↗präsentieren · ↗vorführen · ↗vorstellen · ↗vorzeigen · ↗zeigen
Assoziationen
Synonymgruppe
abbilden · ↗ausarbeiten · ↗planen
Synonymgruppe
abbilden · ↗modellieren
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abbilden · ↗wiedergeben
Synonymgruppe
abbilden · ↗projizieren
Synonymgruppe
abbilden · bildlich darstellen · ↗darstellen · ↗repräsentieren · ↗wiedergeben · ↗zeigen · zur Darstellung bringen
Assoziationen
Mathematik
Synonymgruppe
abbilden · ↗realisieren
Computer
Synonymgruppe
(modellhaft) nachbilden · abbilden · ↗emulieren · ↗modellieren · ↗nachstellen  ●  so tun als ob  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausschnitt Bildschirm Briefmarke Cover Dax Foto Index Katalog Konterfei Kursentwicklung Netzhaut Originalgröße Plakat Pose Prospekt Realität Rückseite Spektrum Titelblatt Titelseite Umschlag Vielfalt Vorderseite Wertentwicklung Wertschöpfungskette Wirklichkeit bilden exakt getreu getreulich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbilden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die evangelischen Kirchen bilden es durch ihre demokratischen Strukturen ab.
Die Welt, 10.06.2005
Die Namen bilden zum großen Teil diese geographische Struktur ab.
Der Tagesspiegel, 17.09.1998
Und ob er es nun ahnte oder nicht, das Gehen bildete getreulich die Welt seines musikalischen Denkens ab.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 85
Im inneren oberen Feld wird wie bisher das eiserne Kreuz abgebildet.
o. A.: 1935. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 6886
Der schnell nach vorn geworfene Arm wird gestaucht abgebildet, das nach hinten geworfene Bein gestreckt.
Urania, 30.09.1968
Zitationshilfe
„abbilden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbilden>, abgerufen am 16.10.2018.

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