Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

abbrechen

Grammatik Verb · bricht ab, brach ab, hat/ist abgebrochen
Aussprache  [ˈapbʀɛçn̩]
Worttrennung ab-bre-chen
Wortzerlegung ab- brechen1
Wortbildung  mit ›abbrechen‹ als Erstglied: Abbrecher  ·  mit ›abbrechen‹ als Letztglied: Abbruch  ·  mit ›abbrechen‹ als Grundform: abgebrochen
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
a)
etw. wegbrechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
einen Ast, eine Blüte, Griff, eine (Bleistift)spitze abbrechen
sie hat die Nadel abgebrochen
er hat sich [Dativ] einen Zahn abgebrochen
dichterischBlumen abbrechen (= abpflücken)
dichterischDa kam ein stolzer Reiter / Und brach sie [die Lilien] ab [Volkslied »Drei Lilien«]
bildlich
Beispiele:
einem Angriff, Vorwurf die Spitze abbrechen (= ihm die Schärfe nehmen)
salopp brich dir nur keine Verzierung ab (= ziere dich nicht so!)
salopp brich dir nur keinen ab! (= ziere dich nicht so!)
b)
wegbrechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Synonym zu wegbrechen (1, 3)ZDL
Beispiele:
der Henkel, Zweig bricht ab
der Fingernagel ist abgebrochen
der Bleistift, die Blume ist abgebrochen
2.
etw. abreißen, abtragen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
eine Brücke, Mauer, ein Gebäude, eine Ruine abbrechen
a)
bildlich
Beispiel:
alle Brücken hinter sich abbrechen (= sich von allen bisherigen Verbindungen endgültig lösen)
b)
etw. in Einzelteile zerlegen
Beispiele:
ein Gerüst, Lager abbrechen
ein abgebrochenes Zelt
bildlich
Beispiel:
die Zelte abbrechen (= den Aufenthaltsort aufgeben)
3.
etw. plötzlich, unerwartet beenden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Arbeit, das Studium, Gespräch, die Verhandlung, den Vortrag, die Sitzung, Veranstaltung, die Vorstellung, das (Fußball)spiel, den Urlaub, die Reise, Kur (vorzeitig) abbrechen
den Kontakt, das (Liebes)verhältnis, die Verbindung, den Verkehr (mit jmdm.) abbrechen
die diplomatischen Beziehungen zu einem Staat abbrechen
die Belagerung, Feindseligkeiten abbrechen
sie hatte mitten im Satz abgebrochen
Röder brach ab im Pfeifen [ SeghersSiebtes Kreuz4, 248]
plötzlich, unerwartet aufhören, enden
Beispiele:
der Bericht, die Erzählung, Unterhaltung, das Schriftstück, Lied, die Musik, eine Verbindung bricht ab
die Wildnis bricht schier auf einmal ab [ Stifter3,80]
4.
landschaftlich, besonders süddeutsch jmdm. etw. kürzen, abziehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Als der Meister sah, daß diese drei Käuze sich alles gefallen ließen […] brach er ihnen am Lohn ab [ G. KellerKammacher6,210]

letzte Änderung:

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Thesaurus

Synonymgruppe
abbrechen · stoppen  ●  (einen) Cut machen  Jargon · auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · (es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · (sich mit etwas) abfinden · (sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · passen · passen müssen · resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · (die) Waffen strecken  fig. · aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · abbrechen  ugs. · aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · einpacken (können)  ugs., fig. · hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · schmeißen  ugs., fig. · zurückrudern  ugs., fig.
Assoziationen
  • (ein) Einsehen haben · (sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · (sich) fügen · (sich) zurückziehen · einlenken · klein beigeben · weichen · zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · (sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · nachgeben  Hauptform · zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · einknicken  ugs., fig. · kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · hinnehmen · nicht eingreifen  ●  geschehen lassen  Hauptform
  • (dein ...) kannst du dir sonstwo hinstecken!  derb · drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  ugs., Hauptform · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs., variabel · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs., rheinisch · fick dich ins Knie!  vulg. · fick dich selbst!  vulg. · fick dich!  vulg. · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  vulg. · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
Antonyme
Synonymgruppe
abbrechen (Schule o.ä.) · aufgeben · in den Sack hauen · schmeißen (Ausbildung o.ä.)  ●  (die Schule Schule) sein lassen  ugs., variabel · hinschmeißen  ugs. · nicht mehr (dahin) gehen  ugs. · sausen lassen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›abbrechen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbrechen‹.

Zitationshilfe
„abbrechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbrechen>.

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