abbrechen

Grammatik Verb · bricht ab, brach ab, hat/ist abgebrochen
Aussprache 
Worttrennung ab-bre-chen
Wortzerlegung ab-brechen1
Wortbildung  mit ›abbrechen‹ als Erstglied: ↗Abbrecher  ·  mit ›abbrechen‹ als Letztglied: ↗Abbruch  ·  mit ›abbrechen‹ als Grundform: ↗abgebrochen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. wegbrechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
einen Ast, eine Blüte, Griff, eine (Bleistift)spitze abbrechen
sie hat die Nadel abgebrochen
er hat sich [Dativ] einen Zahn abgebrochen
dichterischBlumen abbrechen (= abpflücken)
dichterischDa kam ein stolzer Reiter / Und brach sie [die Lilien] ab [Volkslied »Drei Lilien«]
bildlich
Beispiele:
einem Angriff, Vorwurf die Spitze abbrechen (= ihm die Schärfe nehmen)
salopp brich dir nur keine Verzierung ab (= ziere dich nicht so!)
salopp brich dir nur keinen ab! (= ziere dich nicht so!)
wegbrechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Henkel, Zweig bricht ab
der Fingernagel ist abgebrochen
der Bleistift, die Blume ist abgebrochen
2.
etw. abreißen, abtragen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
eine Brücke, Mauer, ein Gebäude, eine Ruine abbrechen
bildlich
Beispiel:
alle Brücken hinter sich abbrechen (= sich von allen bisherigen Verbindungen endgültig lösen)
etw. in Einzelteile zerlegen
Beispiele:
ein Gerüst, Lager abbrechen
ein abgebrochenes Zelt
bildlich
Beispiel:
die Zelte abbrechen (= den Aufenthaltsort aufgeben)
3.
etw. plötzlich, unerwartet beenden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Arbeit, das Studium, Gespräch, die Verhandlung, den Vortrag, die Sitzung, Veranstaltung, die Vorstellung, das (Fußball)spiel, den Urlaub, die Reise, Kur (vorzeitig) abbrechen
den Kontakt, das (Liebes)verhältnis, die Verbindung, den Verkehr (mit jmdm.) abbrechen
die diplomatischen Beziehungen zu einem Staat abbrechen
die Belagerung, Feindseligkeiten abbrechen
sie hatte mitten im Satz abgebrochen
Röder brach ab im Pfeifen [SeghersSiebtes Kreuz4, 248]
plötzlich, unerwartet aufhören, enden
Beispiele:
der Bericht, die Erzählung, Unterhaltung, das Schriftstück, Lied, die Musik, eine Verbindung bricht ab
die Wildnis bricht schier auf einmal ab [Stifter3,80]
4.
landschaftlich, besonders süddeutsch jmdm. etw. kürzen, abziehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Als der Meister sah, daß diese drei Käuze sich alles gefallen ließen ... brach er ihnen am Lohn ab [G. KellerKammacher6,210]

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Cut machen · abbrechen · ↗stoppen · ↗unterbrechen  ●  auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig. · ↗schmeißen  ugs.
Assoziationen
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(sich) ablösen · ↗(sich) abreißen · ↗(sich) abtrennen · ↗(sich) losreißen · ↗(sich) lösen · ↗abblättern · abbrechen · ↗abbröckeln · ↗abfallen · ↗abgehen · ↗abplatzen · ↗abreißen · ↗absplittern · ↗abspringen · ↗losbrechen
Synonymgruppe
(die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
Assoziationen
  • (ein) Einsehen haben · ↗(sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · ↗(sich) fügen · ↗(sich) zurückziehen · ↗einlenken · klein beigeben · ↗weichen · ↗zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · ↗(sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · ↗nachgeben  Hauptform · ↗zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · ↗einknicken  ugs., fig. · ↗kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · ↗hinnehmen · nicht eingreifen  ●  geschehen lassen  Hauptform
  • drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  ugs., Hauptform · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs., variabel · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs., rheinisch · fick dich ins Knie!  vulg. · fick dich selbst!  vulg. · fick dich!  vulg. · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  vulg. · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
  • (die) Hoffnung verlieren · ↗(es) aufstecken · ↗(sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · ↗aufgeben · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · ↗resignieren · ↗verzweifeln  ●  den Kopf hängen lassen  ugs., fig. · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · ↗schwarzsehen  ugs. · ↗verzagen  geh.
  • (sich etwas) bieten lassen · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) nicht wehren (gegen) · (sich) nicht widersetzen · ↗(widerspruchslos) hinnehmen · Nachsicht üben · ↗dulden · ↗einstecken · ↗erdulden · ↗ertragen · in Kauf nehmen · ↗leisetreten · nicht protestieren · ↗schlucken · ↗stillhalten · ↗tolerieren · ↗verschmerzen  ●  (die) Füße stillhalten  ugs., fig. · ↗konnivieren  geh.
  • (den) Glauben an die Menschheit verlieren · alle Hoffnung fahren lassen · vom Glauben abfallen
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • nicht weiterverfolgen · ↗vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
  • (sich) hängen lassen  ●  (sich) in Selbstmitleid ergehen  variabel · die Ohren hängen lassen  ugs., fig. · herumjammern  ugs., Hauptform · jammern und picheln  ugs., Spruch
  • kleinmütig · ohne Zuversicht · ohne rechten Glauben an die Zukunft · verzagt  ●  ↗mutlos  Hauptform · ↗kleingläubig  geh., religiös
  • (den) Dienst quittieren · ↗(ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ↗ausscheiden · ↗kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · ↗künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · ↗(den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · ↗aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · ↗gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · ↗weggehen  ugs.
  • abbrechen (Schule o.ä.) · ↗aufgeben · in den Sack hauen · ↗schmeißen (Ausbildung o.ä.)  ●  (die Schule Schule) sein lassen  ugs., variabel · nicht mehr (dahin) gehen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs., fig.
  • (Eingeständnis der) Niederlage · ↗Aufgabe · ↗Kapitulation
  • (etwas) abgehakt haben · (mit etwas) abgeschlossen haben · ad acta gelegt haben · hinter sich gelassen haben · nicht weiter darüber nachdenken
  • (die) Hoffnung aufgeben · (die) Hoffnung verlieren · nicht länger hoffen (auf)  ●  alle Hoffnung fahren lassen  geh.
Antonyme
Synonymgruppe
abbrechen (Schule o.ä.) · ↗aufgeben · in den Sack hauen · ↗schmeißen (Ausbildung o.ä.)  ●  (die Schule Schule) sein lassen  ugs., variabel · nicht mehr (dahin) gehen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (einem Anlass) fernbleiben · (sich) einen schönen Tag machen · (unentschuldigt) abwesend sein · ↗(unentschuldigt) fehlen · ausfallen lassen · nicht erscheinen · nicht hingehen · ↗sausen lassen · ↗sausenlassen · ↗wegbleiben  ●  durch Abwesenheit glänzen  ironisch · ↗(sich) drücken  ugs. · (sich) nen Bunten machen  ugs. · ↗blaumachen  ugs. · krank feiern  ugs. · nicht kommen  ugs. · ↗schwänzen  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
  • (etwas) einstellen · ↗(sich) abgewöhnen · ↗ablegen · ↗abstellen · ↗aufgeben · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beilegen · ↗bleiben lassen · ↗bleibenlassen · ↗einstellen · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  ↗sistieren  schweiz. · ↗ablassen (von)  geh. · sein lassen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›abbrechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abbrechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abbrechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In dieser Zeit, die er voll verbüßte, soll er eine notwendige Therapie abgebrochen haben.
Die Welt, 24.05.2005
Nach einer halben Stunde Laufen brach er gestern das Training ab.
Der Tagesspiegel, 13.09.2002
Da wurde mir etwas zugeführt, und zwei Tage später habe ich dann abgebrochen.
Der Spiegel, 31.07.1989
Mit dieser wichtigen These, die leider nicht mehr bewiesen wird, bricht der Brief ab.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 443
Morgen mag es wieder gehen, heute brach ich mitten im Wort ab.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1939. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1939], S. 139
Zitationshilfe
„abbrechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abbrechen>, abgerufen am 14.07.2020.

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