abdanken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ab-dan-ken
Wortzerlegung ab-danken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
von einem Amt zurücktreten, aus einem Arbeitsbereich ausscheiden
Beispiele:
ein Minister, Offizier dankt (freiwillig) ab
der König dankte ab (= legte die Krone nieder)
er musste sofort, wollte noch nicht abdanken
2.
jmdn. verabschieden, aus dem Dienst entlassen
Beispiele:
Damit [mit den Worten] schien sie ihn abzudanken [G. KellerSalander5,163]
so dürfe der Kaiser das Heer doch nicht abdanken [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,350]
Grammatik: meist im Partizip II
Beispiel:
ein abgedankter Soldat, Politiker
übertragen
Beispiel:
ein abgedankter Liebhaber, Freund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dank · dank · danken · dankbar · abdanken · Abdankung
Dank m. ‘Gefühl der Verpflichtung, Erkenntlichkeit’, ahd. thanc (8. Jh.), mhd. danc, asächs. thank, mnd. dank, mnl. danc, nl. dank, afries. thonc, thanc, aengl. þanc, engl. thanks (Plur.), anord. þǫkk, got. þagks (germ. *þanka-). Die Substantive sind Verbalnomina zu dem unter ↗denken (s. d.) behandelten Verb. Das ahd. Substantiv ist sowohl in den Bedeutungen ‘Gedanke’ und ‘Wille, Absicht’ wie auch in der im Nhd. überwiegenden Anwendung ‘dankbare Gesinnung, Erkenntlichkeit’ bezeugt. Ausgangspunkt für diese in der Gegenwart allein herrschende Bedeutung ist das Denken an eine empfangene Wohltat. dank Präp. ‘infolge, wegen’ (Ende 19. Jh.); voraus gehen Verbindungen des Substantivs mit Dativobjekten, Dank (sei) jmdm., einer Sache, die seit dem 18. Jh. ihren parenthetischen Charakter verlieren und zunehmend kausal verwendet werden. danken Vb. ‘Dank aussprechen’, ahd. thankōn (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. danken, asächs. thankon, afries. thonkia, aengl. þancian, engl. to thank, anord. þakka, abgeleitet vom Substantiv. Seit dem Ahd. geläufig in der Verbindung jmdm. (mit Worten) danken, wobei das, wofür gedankt wird, ursprünglich im Genitiv steht. In der Konstruktion jmdm. (einer Sache, einem Umstand) etw. danken (seit etwa 1200) nimmt danken die Bedeutung ‘verdanken’ an. dankbar Adj. ‘von Dank erfüllt, erkenntlich’, auch ‘angenehm, lohnend, zufriedenstellend’, mhd. dancbære ‘Geneigtheit hervorbringend, angenehm, von Dank erfüllt’; vgl. ahd. thancbāri ‘begünstigt’ (10. Jh.), dagegen unthancbāri ‘undankbar’ (9. Jh.). abdanken Vb. ‘von einem Amt zurücktreten’ (16. Jh.); ebenso alt ist der heute verblassende transitive Gebrauch ‘den Abschied geben, entlassen’. Abdankung f. ‘Entlassung’ (16. Jh.), ‘Rücktritt’ (17. Jh.); ‘Trauerfeier’ (17. Jh.; noch schweiz.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Amt) niederlegen · ↗(Posten) aufgeben · (sein) Amt zur Verfügung stellen · abdanken · ↗abtreten · ↗zurücktreten  ●  den Staffelstab weitergeben  ugs. · seinen Hut nehmen  ugs.
Assoziationen
  • kündigen wollen · um seine Entlassung bitten  ●  aufhören wollen  ugs.
  • (den) Dienst quittieren · ↗(ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ↗ausscheiden · ↗kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · ↗künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · ↗(den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · ↗aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · ↗gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · ↗weggehen  ugs.
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›abdanken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abdanken‹.

Verwendungsbeispiele für ›abdanken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht muß auch Ralf Kohl (33) auf rechts bald abdanken.
Bild, 31.07.1999
Haben Sie schon in früheren Zeiten einmal den Plan gehabt, abzudanken?
o. A.: Einhundertdreiunddreißigster Tag. Samstag, 18. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25573
Damit war ich abgedankt für immer, denn wenn erst die beiden Herren wieder auf dem Plane waren, sank ich von selber ins Nichts zurück.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 973
Nicht nur deswegen, aber auch deswegen hatte er 1998 mitsamt dem Kabinett Kohl abdanken müssen.
Der Tagesspiegel, 24.06.2003
Als Karl V. abdankt, steht die kaiserliche Verwaltung finanziell vor dem Bankrott.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 124
Zitationshilfe
„abdanken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abdanken>, abgerufen am 07.08.2020.

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