abendlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung abend-lich
Wortzerlegung Abend-lich
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von Abend (1)
Beispiele:
der abendliche Himmel, Stern
die abendliche Kühle, Stille, Stunde
das abendliche Geläute, Dunkel
ein abendlicher (Spazier)gang, Heimweg
Schon schoben sich Abteilungen heimkehrender Arbeiter durch das abendliche Gedränge [ H. MannUntertan4,130]
Ein wolkenloser Himmel mit schon abendlich gefärbtem Blau [ Wasserm.Gänsemännchen190]
bildlich
Beispiel:
ein letztes abendliches Geschenk der Griechen [ FringsGrundlegung59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abend · abendlich · abends · Abendland · Abendmahl · Abendrot · Abendröte · Vorabend
Abend m. ‘Tageszeit um den Sonnenuntergang, Tagesende’, ahd. āband (9. Jh.), mhd. ābent, asächs. āƀand, mnd. āvent, mnl. avont, avent, nl. avond, aengl. æfen (und abgeleitetes æfnung), engl. eve ‘Vorabend’, evening, (dichterisch und mundartlich) even ‘Abend’ lassen sich auf eine westgerm. Form *āfanþija, *āfanðija zurückführen, die sich durch Länge des vokalischen Anlauts und Fehlen eines Dentals von den nordgerm. Entsprechungen anord. aptann, schwed. afton, dän. aften (doch auch aengl. æftentīd ‘Abendzeit’) unterscheidet. Für das Got. ist keine vergleichbare Form belegt, der Begriff wird durch got. andanahti (eigentlich ‘Vornacht’) bzw. durch Umschreibung mit got. seiþus ‘spät’ wiedergegeben. Als gemeinsame Vorstufe der westgerm. und nordgerm. Bezeichnungen ist entweder ie. *ēponto- (in diesem Falle vielleicht Einwirkung von anord. aptan ‘danach’ auf die nord. Formen?) oder ie. *āptanto- (mit dissimilatorischem Schwund des ersten Dentals im Westgerm. und möglicherweise erst nachfolgender Dehnung eines ursprünglich kurzen Anlautvokals?) anzunehmen. Dieses ist wohl eine Bildung mit nt-Suffix für Zeitbezeichnungen. Als wahrscheinlich gilt die Verwandtschaft mit griech. epí (ἐπί) ‘auf’, opsé (ὀψέ) ‘spät’, denen ie. *epi, *opi ‘nahe hinzu, darauf, hinter’ zugrunde liegt. Abend im Sinne von ‘Westen, Okzident’ (nach dem Stand der Sonne zu dieser Tageszeit), vereinzelt schon Ende des 14. Jhs. im Md. (unter Einfluß von lat. vesper ‘Abend, Abendgegend, Westen’), wird seit Anfang des 16. Jhs. besonders durch Luther geläufig. abendlich Adj. ‘zum Abend gehörig, am Abend geschehend’, ahd. ābandlīh (9. Jh.), mhd. ābentlich; die wie mnl. avontlike, aengl. ǣfenlīc als Übersetzung für lat. vespertīnus gebildete Ableitung ist in älterer Zeit nur schwach bezeugt und erst seit Ende des 18. Jhs. allgemein verbreitet; vom 17. bis ins 19. Jh. kommt auch die Bedeutung ‘westlich’ vor. abends Adv. ‘am Abend’, mhd. ābendes, ābents, mnd. āvendes, zunächst Genitivform des Substantivs, verselbständigt sich bereits um 1200 in adverbiellem Gebrauch. Abendland n. ‘im Westen gelegenes Land’, im Anschluß an die Bedeutung ‘Westen, Okzident’ von Abend seit dem 16. Jh. üblich, bis ins 18. Jh. vorwiegend im Plur. die Abendländer, -lande; vom Ende des 18. Jhs. an wird der Sing. als zusammenfassender Begriff für die historisch und kulturgeschichtlich enger verbundenen europäischen Länder dem älteren Morgenland gegenübergestellt und in neuerer Zeit vielfach auch als politisches Schlagwort benutzt. Abendmahl n. ‘Altarssakrament der evangelischen Kirche’; spätmhd. ābentmāl, mnd. āventmāl ‘Abendmahlzeit’ (s. ↗Mahl) tritt (vielleicht nach mnl. avontmael ‘Abendzeit, Abendmahlzeit’) neben älteres mhd. ābenteʒʒen, das nicht nur die abendliche Mahlzeit allgemein, sondern vom 13./14. Jh. an auch Christi Abschiedsmahl und das von diesem ausgehende kirchliche Sakrament bezeichnet. Seit Beginn des 16. Jhs., namentlich unter Luthers Einfluß, setzt sich im kirchlichen Sprachgebrauch Abendmahl für die letzte Mahlzeit Christi mit seinen Jüngern durch, bleibt aber als Bezeichnung für das Altarssakrament auf die evangelische Kirche beschränkt. Abendrot n. Abendröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenuntergang’; ahd. ābandrōto m. (Hs. 13. Jh.), mhd. ābentrōt m. und n. (12. Jh.) und daneben mhd. ābentrœte f., mnd. āventrȫde schließen sich entsprechend vorausgehendem ahd. morganrōto ‘Morgenröte’ (s. ↗Morgenrot) als Zusammensetzungen an das Adjektiv ahd. mhd. rōt ‘rot’ und das davon abgeleitete Substantiv ahd. rōtī, mhd. rœte ‘Röte’ (s. ↗rot) an. Vorabend m. ‘Abend vor einem Ereignis, besonders vor einem Fest’. Das verdeutlichende Kompositum kommt um 1700 in Gebrauch (mnd. vȫrāvent schon im 15. Jh.), während vorher seit dem Ahd. das Grundwort allein diese Bedeutung haben kann, die auf der jüdisch-christlichen, aber auch germanischen Vorstellung beruht, daß der neue Tag mit dem Abend beginne. Wie mlat. vigilia, frz. veille bezieht Vorabend und Abend in älterer Zeit oft den ganzen Tag vor einem kirchlichen Fest mit ein (vgl. noch jetzt Heiliger Abend und Sonnabend). Heute ist vor allem die metaphorische Verwendung ‘Zeitabschnitt, in dem sich ein bedeutendes historisches Ereignis vorbereitet’ üblich.

Typische Verbindungen zu ›abendlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abendlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›abendlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sich die letzten fünf Jahre ansieht, hat das abendliche Bild sich schon sehr gewandelt.
Bild, 06.02.2003
Das abendliche Rennen beginnt damit, die wachsamen Augen durch das Rund wandern zu lassen.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.1994
Das abendliche Land aber dort unten schien ein Tal des Friedens.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 399
Um 1900 scheint sich allerdings eine jahrhundertealte, in den erwähnten Namen nochmals abendlich aufglänzende Tradition erschöpft zu haben.
Doerne, M.: Homiletik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 14800
Sie bricht ab und blickt gequält in den abendlichen Park hinaus.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 356
Zitationshilfe
„abendlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abendlich>, abgerufen am 19.04.2021.

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