abgehärmt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungab-ge-härmt (computergeneriert)
Grundformabhärmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harm · härmen · abhärmen · abgehärmt · harmlos · verharmlosen
Harm m. ‘Kummer, Leid’. Während im heutigen Sprachgebrauch Harm vornehmlich eine seelische Belastung bezeichnet, gelten die älteren Entsprechungen ahd. harm (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. harm, aengl. hearm, engl. harm, anord. harmr (germ. *harma-) auch für das von außen zugefügte Leid im Sinne von ‘Kränkung, Beleidigung, Schädigung, Qual’. Über außergerm. Entsprechungen wie aslaw. sramъ, russ. (älter) soróm (сором) ‘Schande’ und wohl auch (mit ungeklärtem Anlaut) awest. fšarəma-, mpers. šarm ‘Scham(gefühl)’ läßt sich ie. *k̑ormo- ‘Qual, Schmerz, Schmach’ erschließen. Im Frühnhd. zurücktretendes Harm wird durch Opitz und die schlesische Dichterschule im obigen Sinne neu belebt. härmen Vb. meist reflexiv ‘sich grämen, in Kummer verzehren’, ahd. hermen ‘Kummer bereiten’ (9. Jh.), gihermen (8. Jh.), mhd. hermen ‘quälen, plagen’; vgl. auch ahd. harmēn (9. Jh.). abhärmen Vb. meist reflexiv ‘sich mit Sorgen, Kummer quälen’ (18. Jh.), besonders abgehärmt Part.adj. ‘von Kummer gezeichnet, vergrämt’ (18. Jh.). harmlos Adj. ‘arglos, unschuldig, ungefährlich, friedlich’ (18. Jh.); vgl. engl. harmless ‘unschädlich, ungefährlich’; verharmlosen Vb. ‘bagatellisieren, abschwächen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgehärmt · ↗gramerfüllt · ↗vergrämt · ↗verhärmt · voller Gram · von Kummer gezeichnet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht Gestalt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgehärmt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre schwarzen Haare hat sie mit einem Haarreif zurückgesteckt, sie sieht abgehärmt aus.
Der Tagesspiegel, 12.06.2003
Ein kleines Mädchen tastet weinend nach dem Gesicht eines abgehärmten Mannes.
Bild, 09.12.1999
Verständnislose Verlegenheit lag zum Teil auf den abgehärmten Zügen der Frauen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1448
Ein schwacher Schimmer der Freude zog über ihr abgehärmtes Gesicht.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15294
Bill drehte sich und drehte sich und maß den fremden Mann, den abgehärmten Eindringling, den unterernährten Glückszerstörer, und verstand nicht.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 65
Zitationshilfe
„abgehärmt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abgehärmt>, abgerufen am 20.06.2019.

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