Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

abgehen

Grammatik Verb · geht ab, ging ab, ist/hat abgegangen
Aussprache 
Worttrennung ab-ge-hen
Wortzerlegung ab- gehen
eWDG

Bedeutungen

1.
sich entfernen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
a)
weggehen, davongehen
Beispiele:
der Bote, Kurier geht ab
salopp geh (endlich) ab! (= geh fort!)
Der Junker antwortete […] indem er abging [ KleistKohlhaas3,144]
Theater in gegensätzlicher Bedeutung zu auftreten
Beispiel:
der Schauspieler geht (von der offenen Szene) durch die Mitte, mit einer Verbeugung ab
b)
wegfahren, abfahren
Beispiel:
der Zug, das Schiff geht ab
c)
abgeschickt werden
Beispiele:
die Post, das Geld, die Sendung, Ware geht (umgehend, morgen früh) ab
etw. abgehen lassen
etw. abschicken
Beispiel:
Berengar ließ sie [die Vorladungen] ohne Verzug abgehen [ Bergengr.Heiraten41]
d)
abgeführt werden
Beispiele:
Würmer, (Gallen)steine gehen ab
etw. geht mit dem Stuhl(gang), dem Harn ab
abfließen
Beispiel:
Blut, Wasser, Eiter geht ab
e)
abgefeuert, ausgelöst werden
Beispiel:
ein Schuss geht (verfrüht) ab
2.
übertragen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
a)
aus einer Gemeinschaft ausscheiden, eine Arbeitsstätte verlassen
Beispiele:
von der Schule (mitten im Jahr, nach dem Examen, zur Universität) abgehen
von der Bühne (für immer), aus einem Amt (in den Ruhestand) abgehen
In solch einer Universitätsstadt ist ein beständiges Kommen und Abgehen [ HeineHarzreise3,19]
b)
sterben
Beispiele:
einer der Hauptbelastungszeugen sei […] mit Schädelbruch abgegangen [ A. ZweigBeil518]
veraltetwenn etwa der Kaiser mit Tode abginge [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,157]
c)
von etw. abweichen, etw. aufgeben
Beispiele:
er ist von seinem Plan, Standpunkt, Grundsatz, Entschluss, von seiner Forderung, Behauptung, Gewohnheit abgegangen
von der Wahrheit, vom (richtigen) Wege, von der (üblichen) Methode, von einem Vorurteil abgehen
er ist hier vom Original, von der Biographie abgegangen
keinen Fußbreit von etw. abgehen
d)
abzweigen
Beispiele:
hier geht der Weg (nach N.) ab
ein schräg abgehender Stollen
3.
umgangssprachlich sich ablösen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Knopf, Henkel, Absatz, das Rad geht ab
die Schale geht (leicht) von der Frucht ab
das Fleisch geht vom Knochen ab
die Haut, der (Finger)nagel ist abgegangen
die Farbe, Vergoldung geht ab (= blättert ab)
der Schmutz, Fleck wollte nicht abgehen (= ließ sich nicht abbürsten, abwaschen)
eine Lawine ist abgegangen
4.
Kaufmannssprache verkauft werden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Ware geht gut, reißend ab
saloppdie Ware geht ab wie warme Semmeln
5.
Kaufmannssprache abgezogen, abgerechnet werden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
10 Euro gehen (von der Gesamtsumme) ab
3 Prozent gehen noch ab
2 Kilo gehen (vom Gewicht durch Schwund) ab
6.
eine Strecke suchend, prüfend entlanggehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’/‘hat’
Beispiele:
der Bauer geht sein Feld, der Wächter seine Runde, der Förster sein Revier, der General die Front ab
jmd. geht den ganzen Ort, einen (bestimmten) Weg ab
Vor allem mußte man wohl die beiden Häuserzeilen abgehen und suchen [ BrochDie Schuldlosen59]
7.
umgangssprachlich ablaufen, verlaufen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
a)
etw. geht (nicht) gut ab (= etw. geht (nicht) gut aus, endet (nicht) gut)
Beispiele:
das ging (noch einmal) gnädig, glatt, glücklich ab
Wir hofften noch, es sei alles mit dem Schrecken abgegangen [ MarchwitzaJugend77]
b)
etw. geht nicht ohne etw. ab (= etw. geht nicht ohne etw. vonstatten)
Beispiele:
es ist (leider) nicht ohne Ärger, Verdruss, Irrtum, Schaden, Tränen, Streit, Gewalt, Schläge, Blut(vergießen) abgegangen
kann das nicht ohne Lärm abgehen?
8.
etw. geht jmdm. ab (= etw. fehlt, mangelt jmdm.)
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
ihm gehen die (primitivsten) Voraussetzungen, (notwendigen) Grundbegriffe, (Sprach)kenntnisse ab
ihm geht Lebensklugheit, Tatkraft ab
was ihm an Begabung abgeht, ersetzt er durch Fleiß
ihm geht jedes Verständnis, der Sinn für derartige Dinge (völlig) ab
es geht ihr nichts ab (= sie entbehrt nichts)
sie lässt sich nichts abgehen (= sie leistet sich alles)
es geht ihr dadurch nichts ab (= sie hat keinen Schaden dadurch)
landschaftlich jmd. geht (jmdm.) ab (= jmd. fehlt (jmdm.))
Beispiele:
der alte Mann, der fortgefahren war, ging mir sehr ab [ Stifter2,361]
»Schimeon fehlt.« »Richtig, Schimeon geht noch ab« [ Th. MannJoseph5,363]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit Gang1 (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tempo aufnehmen · an Fahrt gewinnen · an Tempo zulegen · beschleunigen (= schneller werden) · flotter werden  ●  Fahrt aufnehmen  auch figurativ · ins Rollen kommen  fig. · schneller werden  Hauptform · abgehen  ugs. · auf Touren kommen  ugs., auch figurativ · in Fahrt kommen  ugs., auch figurativ · in Schwung kommen  ugs., auch figurativ
Assoziationen
  • (einen) Schritt zulegen · beschleunigen (aktiv) · volle Kraft voraus fahren  ●  (die) Geschwindigkeit erhöhen  Hauptform · (Tempo) anziehen  ugs. · (die) Schlagzahl erhöhen  ugs. · (eine) Schippe zulegen  ugs. · (eine) Schüppe Kohlen drauflegen  ugs., ruhrdt. · (einen) Schlag zulegen  ugs. · (einen) Zahn zulegen  ugs. · (mehr) Tempo machen  ugs. · Gas geben  ugs. · Gummi geben  ugs. · Kette geben  ugs. · auf die Tube drücken  ugs., veraltend · aufs Tempo drücken  ugs. · reinhauen  ugs. · schneller machen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) vergessen · außer sich geraten · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · herumwüten  ●  (einen) Wutanfall bekommen  Hauptform · explodieren  fig. · Gift und Galle spucken  ugs. · abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ausflippen  ugs. · ausrasten  ugs. · austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (immer wenn ...) rasend werden · (jemanden) packt die Wut · rotsehen  ●  in Wut geraten  Hauptform · mit der Faust auf den Tisch schlagen  auch figurativ · (die) kalte Wut kriegen  ugs. · (gleich) Amok laufen  ugs., übertreibend · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., regional · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · Schnappatmung bekommen  ugs., fig. · an die Decke gehen  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs., regional · die Wut bekommen  ugs. · die Wut kriegen  ugs. · einen Föhn kriegen  ugs., regional · einen dicken Hals kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in Rage geraten  geh. · in Rage kommen  geh. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · mit der Faust auf den Tisch hauen  derb · so (+ Geste) eine Krawatte kriegen  ugs. · so (+ Geste) einen Hals kriegen  ugs.
  • (sich) empören · (sich) entrüsten · (sich) ereifern · (sich) erregen · in Wallung geraten · in Wallung kommen · in Wut geraten · wütend werden  ●  aufbrausen  fig. · aus der Haut fahren  fig. · sich aufregen  Hauptform · (sich) echauffieren  geh., franz. · die Wände hochgehen  ugs., fig. · einen Tanz aufführen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(etwas) im Gange sein · vor sich gehen  ●  abgehen  ugs., jugendsprachlich · laufen  ugs. · los sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abgehen · ablaufen · entlanggehen  ●  ablatschen  ugs. · langgehen  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(es) fehlen lassen (an) · (jemandem) abgehen · (jemandem) fehlen · nicht verfügen über · vermissen lassen  ●  (einer Sache) ermangeln  geh. · (einer Sache) gebrechen  geh., veraltet · (jemandem) nicht zu Gebote stehen  geh. · kranken an  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(von etwas) abgehen (für) · subtrahiert werden  ●  abgezogen werden  Hauptform · (von etwas) runtergehen (für)  ugs., salopp · weggehen (für)  ugs.
Synonymgruppe
abgehen (Theater) · abtreten (Theater)
Synonymgruppe
abfahren · abgehen (Zug, Fähre, Schiff) · anfahren · gehen · losfahren  ●  es geht los  ugs. · fahren  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbrausen  fig. · hochgehen  fig. · hochgehen wie ein HB-Männchen  veraltet, fig. · abgehen  ugs., jugendsprachlich · an die Decke gehen  ugs., fig. · auf 180 sein  ugs., fig. · hochgehen wie ein Rakete  ugs., fig.
Assoziationen
  • (sich) vergessen · außer sich geraten · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · herumwüten  ●  (einen) Wutanfall bekommen  Hauptform · explodieren  fig. · Gift und Galle spucken  ugs. · abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ausflippen  ugs. · ausrasten  ugs. · austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig.
  • aufbrausend · schnell wütend  ●  sofort auf 180  fig.

Typische Verbindungen zu ›abgehen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abgehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn er den Ball hatte, ist er abgegangen damit. [Die Zeit, 10.06.2002, Nr. 23]
Unter den Frauen ging es diesmal glimpflicher ab als unter den Männern. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 38]
Und es ging viel besser ab, als sie gedacht hatte. [Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087]
Mein Vater ging mit vierzehn Jahren von der Schule ab. [Die Zeit, 08.03.1996, Nr. 11]
Immerfort geht man kaltschnäuzig von Behauptungen ab, die man tags zuvor gemacht hat. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1944. In: Nowojski, Walter (Hg.), Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1944], S. 110]
Zitationshilfe
„abgehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abgehen>.

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