abgehen
GrammatikVerb · ging ab, ist/hat abgegangen
Worttrennungab-ge-hen (computergeneriert)
Wortzerlegungab-gehen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
sich entfernen
a)
weggehen, davongehen
Beispiele:
der Bote, Kurier geht ab
geh (endlich) ab! (= geh fort!) salopp
Der Junker antwortete ... indem er abging [KleistKohlhaas3,144]
Theater
Gegenwort zu auftreten
Beispiel:
der Schauspieler geht (von der offenen Szene) durch die Mitte, mit einer Verbeugung ab
b)
wegfahren, abfahren
Beispiel:
der Zug, das Schiff geht ab
c)
abgeschickt werden
Beispiele:
die Post, das Geld, die Sendung, Ware geht (umgehend, morgen früh) ab
etw. abgehen lassen
etw. abschicken
Beispiel:
Berengar ließ sie [die Vorladungen] ohne Verzug abgehen [Bergengr.Heiraten41]
d)
abgeführt werden
Beispiele:
Würmer, (Gallen)steine gehen ab
etw. geht mit dem Stuhl(gang), dem Harn ab
abfließen
Beispiel:
Blut, Wasser, Eiter geht ab
e)
abgefeuert, ausgelöst werden
Beispiel:
ein Schuss geht (verfrüht) ab
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
übertragen
a)
aus einer Gemeinschaft ausscheiden, eine Arbeitsstätte verlassen
Beispiele:
von der Schule (mitten im Jahr, nach dem Examen, zur Universität) abgehen
von der Bühne (für immer), aus einem Amt (in den Ruhestand) abgehen
In solch einer Universitätsstadt ist ein beständiges Kommen und Abgehen [HeineHarzreise3,19]
b)
sterben
Beispiele:
einer der Hauptbelastungszeugen sei ... mit Schädelbruch abgegangen [A. ZweigBeil518]
wenn etwa der Kaiser mit Tode abginge [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,157] veraltet
c)
von etw. abweichen, etw. aufgeben
Beispiele:
er ist von seinem Plan, Standpunkt, Grundsatz, Entschluss, von seiner Forderung, Behauptung, Gewohnheit abgegangen
von der Wahrheit, vom (richtigen) Wege, von der (üblichen) Methode, von einem Vorurteil abgehen
er ist hier vom Original, von der Biographie abgegangen
keinen Fußbreit von etw. abgehen
d)
abzweigen
Beispiele:
hier geht der Weg (nach N.) ab
ein schräg abgehender Stollen
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich sich ablösen
Beispiele:
der Knopf, Henkel, Absatz, das Rad geht ab
die Schale geht (leicht) von der Frucht ab
das Fleisch geht vom Knochen ab
die Haut, der (Finger)nagel ist abgegangen
die Farbe, Vergoldung geht ab (= blättert ab)
der Schmutz, Fleck wollte nicht abgehen (= ließ sich nicht abbürsten, abwaschen)
eine Lawine ist abgegangen
4.
mit Hilfsverb ›ist‹
Kaufmannssprache verkauft werden
Beispiele:
die Ware geht gut, reißend ab
die Ware geht ab wie warme Semmeln salopp
5.
mit Hilfsverb ›ist‹
Kaufmannssprache abgezogen, abgerechnet werden
Beispiele:
10 Euro gehen (von der Gesamtsumme) ab
3 Prozent gehen noch ab
2 Kilo gehen (vom Gewicht durch Schwund) ab
6.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
eine Strecke suchend, prüfend entlanggehen
Beispiele:
der Bauer geht sein Feld, der Wächter seine Runde, der Förster sein Revier, der General die Front ab
jmd. geht den ganzen Ort, einen (bestimmten) Weg ab
Vor allem mußte man wohl die beiden Häuserzeilen abgehen und suchen [BrochDie Schuldlosen59]
7.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich ablaufen, verlaufen
a)
etw. geht (nicht) gut abetw. geht (nicht) gut aus, endet (nicht) gut
Beispiele:
das ging (noch einmal) gnädig, glatt, glücklich ab
Wir hofften noch, es sei alles mit dem Schrecken abgegangen [MarchwitzaJugend77]
b)
etw. geht nicht ohne etw. abetw. geht nicht ohne etw. vonstatten
Beispiele:
es ist (leider) nicht ohne Ärger, Verdruss, Irrtum, Schaden, Tränen, Streit, Gewalt, Schläge, Blut(vergießen) abgegangen
kann das nicht ohne Lärm abgehen?
8.
etw. geht jmdm. ab
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. fehlt, mangelt jmdm.
Beispiele:
ihm gehen die (primitivsten) Voraussetzungen, (notwendigen) Grundbegriffe, (Sprach)kenntnisse ab
ihm geht Lebensklugheit, Tatkraft ab
was ihm an Begabung abgeht, ersetzt er durch Fleiß
ihm geht jedes Verständnis, der Sinn für derartige Dinge (völlig) ab
es geht ihr nichts ab (= sie entbehrt nichts)
sie lässt sich nichts abgehen (= sie leistet sich alles)
es geht ihr dadurch nichts ab (= sie hat keinen Schaden dadurch)
jmd. geht (jmdm.) ab landschaftlich jmd. fehlt (jmdm.)
Beispiele:
der alte Mann, der fortgefahren war, ging mir sehr ab [Stifter2,361]
»Schimeon fehlt.« »Richtig, Schimeon geht noch ab« [Th. MannJoseph5,363]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit ↗Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. ↗gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘eintreffen, kleiner werden, aufhören zu existieren, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, eintreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān; Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, refl. ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, refl. ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tempo aufnehmen · an Fahrt gewinnen · ↗beschleunigen (= schneller werden)  ●  Fahrt aufnehmen  auch figurativ · ins Rollen kommen  fig. · schneller werden  Hauptform · auf Touren kommen  ugs., auch figurativ · in Fahrt kommen  ugs., auch figurativ · in Schwung kommen  ugs., auch figurativ
Assoziationen
  • (einen) Schritt zulegen · ↗beschleunigen (aktiv) · volle Kraft voraus fahren  ●  (die) Geschwindigkeit erhöhen  Hauptform · ↗(Tempo) anziehen  ugs. · (die) Schlagzahl erhöhen  ugs. · (eine) Schippe zulegen  ugs. · (eine) Schüppe Kohlen drauflegen  ugs., ruhrdt. · (einen) Schlag zulegen  ugs. · (einen) Zahn zulegen  ugs. · (mehr) Tempo machen  ugs. · Gas geben  ugs. · Gummi geben  ugs. · auf die Tube drücken  ugs., veraltend · aufs Tempo drücken  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · schneller machen  ugs.
  • (sich) in Bewegung setzen · in Bewegung geraten · in Gang kommen · ↗los...
  • (sich) der Entscheidung nähern · es wird ernst · in die heiße Phase gehen · spannend werden
Synonymgruppe
(einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗explodieren · herumwüten · verrückt werden  ●  ↗(beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • (sich) aufregen · ↗(sich) empören · ↗(sich) entrüsten · ↗(sich) ereifern · ↗(sich) erregen · ↗aufbrausen · außer sich geraten · in Wallung geraten · in Wallung kommen · in Wut geraten · wütend werden  ●  ↗(sich) echauffieren  franz. · aus der Haut fahren  fig. · die Wände hochgehen  fig. · einen Tanz aufführen  ugs., fig.
  • (total) von der Rolle · (wohl) mit dem Klammerbeutel gepudert (worden) sein · ↗geistesgestört · ↗geisteskrank · geistig umnachtet · ↗psychotisch · unter Wahnvorstellungen leidend · ↗unzurechnungsfähig · ↗verrückt (geworden) · ↗wahnsinnig  ●  (ein) Ei am Wandern haben  derb, regional · (einen) Sprung in der Schüssel haben  ugs., fig. · ↗(total) durchgeknallt  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · durch den Wind  ugs. · durchgedreht  ugs. · ↗gaga  ugs. · ↗irre  ugs. · ↗irrsinnig  ugs. · ↗jeck  ugs., kölsch · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · neben der Spur  ugs. · nicht (mehr) alle Tassen im Schrank haben  ugs., fig. · nicht ganz dicht  ugs. · von Sinnen  geh., veraltet, literarisch
  • außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · ↗fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
  • herumspringen wie Rumpelstilzchen  ●  herumspringen wie ein HB-Männchen  veraltend, fig. · im Dreieck springen  Hauptform, fig. · im Sechseck springen  fig.
  • (die) Fassung verlieren · (die) Kontrolle verlieren · ↗(sich) gehen lassen · (sich) keinen Zwang antun · (sich) nicht beherrschen (können)
  • (sich) vergessen · seine gute Erziehung vergessen · seine gute Kinderstube vergessen
  • (sich) nicht mehr unter Kontrolle haben · außer Kontrolle geraten · nicht mehr wissen, was man tut  ●  (bei jemandem) brennt eine Sicherung durch  ugs., fig. · ↗(total) durchdrehen  ugs. · total ausflippen  ugs.
  • das hältst du (doch) im Kopf nicht aus!  ugs. · das ist (ja) nicht auszuhalten!  ugs. · das ist ja nicht zum Aushalten!  ugs. · gleich platzt mir die Hutschnur!  ugs., veraltend · ich dreh (hier noch) durch!  ugs. · ich dreh am Rad!  ugs., fig. · ich krieg die Krise!  ugs. · ich krieg zu viel!  ugs. · ich spring gleich aus dem Fenster!  ugs. · mir platzt gleich der Arsch!  derb · mir platzt gleich der Kragen!  ugs., veraltend
  • Ausraster · ↗Wutanfall · ↗Wutausbruch
Synonymgruppe
Synonymgruppe
abgewickelt werden · ↗ablaufen · ↗abrollen · im Gange sein · ↗laufen · seinen Lauf nehmen · seinen Verlauf nehmen · ↗stattfinden · veranstaltet werden · ↗verlaufen · ↗vonstattengehen  ●  ↗(sich) vollziehen  geh. · los sein  ugs. · vor sich gehen  ugs. · ↗vorgehen  ugs. · über die Bühne gehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ablaufen · ↗entlanggehen  ●  ↗ablatschen  ugs. · ↗langgehen  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(es) fehlen lassen (an) · ↗(jemandem) abgehen · ↗(jemandem) fehlen · nicht verfügen über · vermissen lassen  ●  ↗(einer Sache) ermangeln  geh. · ↗(einer Sache) gebrechen  geh., veraltet · (jemandem) nicht zu Gebote stehen  geh. · kranken an  geh.
Synonymgruppe
(von etwas) abgehen (für) · subtrahiert werden  ●  abgezogen werden  Hauptform · ↗(von etwas) runtergehen (für)  ugs., salopp · ↗weggehen (für)  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blessuren Blutvergießen Charisma Flur Fähigkeit Grundsatz Lawine Leichtigkeit Muren Party Punk Rakete Reibereien Reibungen Schrammen Schule Transport da davon diesmal geht glimpflich gänzlich hier links morgen rechts richtig vollkommen völlig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgehen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei PIN geht die Post wohl noch nicht so richtig ab.
Bild, 20.11.2002
Nach der neunten Klasse ging ich von der Schule ab.
Der Tagesspiegel, 28.09.1999
Mit diesem Brief geht ein äußerst wertvolles Päckchen an Dich ab.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 06.02.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Natürlich wird nicht die zuerst geladen, die zuerst ankam, sondern so wie sie gegriffen wird, geht sie ab.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.05.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es gingen heute schon zwei Briefe ab und jetzt muß ich in den Garten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„abgehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abgehen>, abgerufen am 27.06.2017.

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