Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

abgewöhnen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ab-ge-wöh-nen
Wortzerlegung ab- gewöhnen
eWDG

Bedeutung

eine Gewohnheit ablegen
in gegensätzlicher Bedeutung zu angewöhnen
Beispiele:
er kann sich [Dativ] das Rauchen nicht abgewöhnen
gewöhne dir die schlechten Ausdrücke ab!
umgangssprachlich, scherzhaftnoch ein letztes Glas, eins zum Abgewöhnen!
jmdm. eine (schlechte) Gewohnheit aberziehen
Beispiel:
wir müssen ihm die Unpünktlichkeit abgewöhnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewöhnen · Gewöhnung · abgewöhnen · angewöhnen
gewöhnen Vb. ‘vertraut machen’, reflexiv ‘vertraut werden’, ahd. giwennen ‘gewöhnen, säugen’ (um 900), mhd. gewenen ‘gewöhnen’, asächs. giwennian, mnd. gewennen, mnl. ghewennen, nl. gewennen, aengl. gewenian ‘an andere Nahrung als Muttermilch gewöhnen’ sind verstärkende Präfixbildungen zu den Simplexformen ahd. wennen (um 1000), mhd. wen(n)en, asächs. wennian, mnd. wen(n)en, aengl. wenian ‘gewöhnen’ (engl. to wean ‘an den Entzug der Muttermilch gewöhnen’), anord. venja ‘gewöhnen, zähmen’, schwed. vänja (germ. *(ga-)wanjan), die als Ableitungen von einem Adjektiv germ. *wana- ‘gewohnt’ (vgl. anord. vanr) mit gewinnen, gewohnt, wohnen (s. d.) zu ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’ zu stellen sind. Im Dt. wird das durch Umlaut entstandene e zu ö gerundet. – Gewöhnung f. (15. Jh.). abgewöhnen Vb. ‘von der Muttermilch entwöhnen’, spätmhd. abegewenen; ‘eine Gewohnheit ablegen’ (16. Jh.). angewöhnen Vb. ‘eine Gewohnheit annehmen’ (16. Jh.). S. auch verwöhnen.

Typische Verbindungen zu ›abgewöhnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgewöhnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abgewöhnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So weit war es noch nicht, aber wir versuchten, uns das Rauchen abzugewöhnen. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 414]
Sie würde sich auch das abgewöhnen; zuviel Teller waren überflüssig. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 131]
Ich hatte mir längst abgewöhnt, mir die Namen meiner Touristen zu merken. [C’t, 1999, Nr. 20]
Immerhin bringt sie ihm eine Methode, sich das Fragen abzugewöhnen. [o. A.: …SCHAFFT ZWEI, DREI, VIELE PERUS. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1986]]
Das hat er sich doch abgewöhnt, knorke zu sagen, es ist ein scheußliches Wort. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 219]
Zitationshilfe
„abgewöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abgew%C3%B6hnen>.

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