abgewinnen

GrammatikVerb · gewinnt ab, gewann ab, hat abgewonnen
Aussprache
Worttrennungab-ge-win-nen
Wortzerlegungab-gewinnen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
in einem Spiel, Kampf, Wettkampf etw. von jmdm. gewinnen
Beispiele:
jmdm. Geld abgewinnen
gehoben dem Feind eine Schlacht, den Sieg abgewinnen (= über ihn siegen)
gehoben jmdm. einen Vorsprung abgewinnen (= jmdm. vorauseilen)
wenn Friedrich dem Obermaschinisten Partie auf Partie abgewann [G. Hauptm.2,160]
der Natur etw. abringen
Beispiele:
der See, der Wüste, dem Sumpf (ein Stück) Ackerland abgewinnen
dem Boden die Frucht, der Natur ein Geheimnis abgewinnen
2.
gehoben, übertragen
a)
jmdm. etw. auf geschickte, oft listige Weise entlocken
Beispiel:
jmdm. ein Lächeln, Versprechen, eine Zusage, einen freundlichen Blick abgewinnen
b)
bei jmdm. ein Gefühl (der Zuneigung) erwecken
Beispiel:
er gewann ihr Achtung, Vertrauen, Bewunderung, Teilnahme, Mitleid, Liebe ab
c)
den Vorteil einer Sache hervorkehren
Beispiele:
den Dingen die gute, heitere, belustigende, positive Seite, das Gute abgewinnen
einer finsteren Geschichte einiges Licht abgewinnen [GoesBrandopfer21]
aus einer Sache etw. herausholen
Beispiele:
der Dirigent hatte der Oper große Wirkung abgewonnen
der Künstler konnte dem toten Material Ausdruck abgewinnen
er konnte der Sache keinen Geschmack, keinen Reiz, nichts abgewinnen (= konnte keinen Gefallen an der Sache finden)

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) (etwas) abgewinnen · ↗(etwas für gut/schlecht) befinden · ↗beurteilen · ↗bewerten · ↗einschätzen · ↗ermessen · ↗evaluieren · ↗gewichten · ↗schätzen · ↗werten · ↗würdigen  ●  (etwas) finden (an)  ugs. · ↗(gut, schlecht) finden  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aspekt Ausdruckskraft Charme Dimension Dramatik Facette Genre Geschmack Komik Konformismus Lächeln Maximum Note Nuance Perspektiv Pointe Positiv Reiz Rummel Seite Sinn Sujet allzuviel durchaus gewinnen sogar soviel viel wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgewinnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diesem Erlebnis aber konnten die Spieler nicht allzu viel abgewinnen.
Der Tagesspiegel, 11.03.2002
Dem kann ich mehr abgewinnen, als im besten Auto zu fahren.
Bild, 25.09.1998
Der europäische Gaumen weiß dem "Grünen Tee" keinen Geschmack abzugewinnen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 229
Jedenfalls vermag ein Deutscher mit geläutertem Geschmack dieser Oper nicht viel abzugewinnen.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 165
Die allerdings ist weder aus Büchern zu lernen noch der Erfahrung abzugewinnen.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 75
Zitationshilfe
„abgewinnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abgewinnen>, abgerufen am 22.10.2019.

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