abhanden

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungab-han-den
formal verwandt mitHand
eWDG, 1967

Bedeutung

abhanden kommenverlorengehen
Beispiel:
das Buch, der Ring, die Uhr ist (ihr) abhanden gekommen
übertragen
Beispiel:
ihm ist der Mut, eine Fähigkeit abhanden gekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abhanden · vorhanden · zuhand · zuhanden
abhanden Adv. ‘nicht vorhanden, abwesend’ (14. Jh.), Zusammenrückung aus der Präp. ab ‘von’ und dem alten Dativ Plur. von ↗Hand (s. d.), mhd. (md.) abhanden (umlautlos als Rest eines alten u-Stammes) und ab(e)henden. Die Fügung geht vom Md. aus und wird fast ausschließlich in Verbindung mit bestimmten Verben wie bringen, sein, in jüngerer Sprache nur noch mit kommen verwendet. vorhanden Adj. Adv. ‘verfügbar, existent’ (15. Jh.), Zusammenrückung aus der Präp. vor und dem Dativ Plur. von ↗Hand, also eigentlich ‘greifbar’. zuhand Adv. ‘alsbald, sogleich’, Zusammenrückung aus mhd. ze hant, eigentlich ‘zur Stelle, bereit’ (hier hinsichtlich der Zeit); in neuerer Sprache selten. Vgl. ahd. (Dativ Sing.) zi henti, und (Dativ Plur.) zi hantun ‘zur Hand, bereit, nahe’ (9. Jh.). zuhanden Adj. ‘verfügbar’, jmdm. zuhanden sein, Präp. schweiz. öst. ‘gegenüber, anläßlich, zu Händen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

drohen gekommen kommen wiederkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abhanden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer Angestellten waren wenige Tage zuvor 40 Dollar abhanden gekommen.
Die Zeit, 07.05.1976, Nr. 20
Dann aber, bei näherem Überlegen war ihm der Mut dazu abhanden gekommen.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9614
Es ist mir völlig die Fähigkeit abhanden gekommen, über irgend etwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen.
Hofmannsthal, Hugo von: Ein Brief. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 29235
Der indische Glaube selber war von Haus aus nicht darauf gerichtet, der Welt abhanden zu kommen, gar noch den Göttern dazu.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 344
So sind, nach den Ordensträgern, auch noch die Orden und Abzeichen selbst abhanden gekommen.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 16
Zitationshilfe
„abhanden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abhanden>, abgerufen am 21.10.2019.

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