abhelfen

GrammatikVerb · hilft ab, half ab, hat abgeholfen
Aussprache
Worttrennungab-hel-fen
Wortzerlegungab-helfen
Wortbildung mit ›abhelfen‹ als Grundform: ↗Abhilfe
eWDG, 1967

Bedeutung

einer Sache abhelfeneinen Übelstand beseitigen
Beispiele:
dem Mangel, Missstand, Übel, dringenden Bedarf, der Krankheit, Not, den (berechtigten) Klagen abhelfen
dem kann, muss abgeholfen werden
dem ist (leicht, nicht mehr) abzuhelfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

helfen · abhelfen · behelfen · Behelf · unbeholfen · verhelfen · Helfer · Helfershelfer
helfen Vb. ‘unterstützen, behilflich sein, förderlich sein, Heilung bringen’. Das gemeingerm. starke Verb ahd. helfan (8. Jh.), mhd. helfen, asächs. aengl. helpan, mnd. mnl. nl. helpen, engl. (schwach) to help, anord. hjalpa, schwed. hjälpa, got. hilpan ist lediglich vergleichbar mit balt. Formen wie lit. šel̃pti ‘unterstützen, fördern, beistehen, helfen’, šalpà ‘Unterstützung, Hilfe’, so daß ie. *k̑elb- bzw. (für das Balt.) *k̑elp- ‘helfen, stützen’ angesetzt werden könnte. Möglicherweise ist die zweite Variante dadurch entstanden, daß (im Balt.) die Form durchgeführt wurde, in der die ursprüngliche Media des Wurzelauslauts vor stimmlosem Verschlußlaut oder stimmloser Spirans der folgenden Flexionssilbe (besonders t und s) zur Tenuis wird. Zweifelhaft bleibt, ob die genannten Ansätze als Erweiterungen der Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ (s. ↗hehlen, ↗hüllen, ↗Hülse, ↗Hölle, hier nach Trier Lehm (1951) 56 in einer semantischen Weiterentwicklung zu ‘genossenschaftlicher und unterstützender Männerkreis’) oder der Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde, ↗hold, ↗Huld, vgl. Seebold 254) aufzufassen sind. abhelfen Vb. ‘jmdn. helfend von etw. befreien, einen Übelstand beseitigen’, mhd. abehelfen. behelfen Vb. (reflexiv) ‘sich zu helfen wissen, sich mit Unzureichendem begnügen’, mhd. behelfen (reflexiv) ‘als Hilfe brauchen’; Behelf m. ‘womit man sich in Ermangelung von etw. Besserem behilft, notdürftiger Ersatz(gegenstand), Aushilfe’, mhd. behelf ‘Ausflucht, Vorwand, Zuflucht’; unbeholfen Part.adj. ‘hilflos in den körperlichen Bewegungen, ungeschickt, schwerfällig’, mhd. unbeholfen ‘nicht behilflich’. verhelfen Vb. ‘vermitteln, verschaffen, behilflich sein’, spätmhd. verhelfen. Helfer m. ‘wer jmdm. hilft, jmdn. unterstützt’, ahd. helfāri (8. Jh.), mhd. helfære; Helfershelfer m. zuerst ‘Streitgenosse in einer Fehde’ (Anfang 15. Jh.), doch bald im Sinne von Helfer, seit dem 17. Jh. zunehmend, heute ausschließlich ‘Spießgeselle, Komplize’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Fehler) ausmerzen · ↗(Mangel) beheben · ↗(Missstand) abstellen · ↗(Problem) beseitigen · ↗(Problem) bewältigen · ↗(wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · abhelfen · aus der Welt schaffen · ↗bereinigen · in Ordnung bringen · ↗klären · ↗lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig.
Assoziationen
  • (wieder) geraderücken · (wieder) in Ordnung bringen · (wieder) in eine vernünftige Ausgangslage bringen · (wieder) ins (rechte) Lot bringen · ↗(wieder) richtigstellen · ↗(wieder) zurechtrücken · vom Kopf auf die Füße stellen
  • (Missverständnis) aufklären · ↗(Missverständnis) ausräumen
  • die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig.
  • (eine Sache) bereinigen · (einen) Streit beilegen · (etwas) in Ordnung bringen · (etwas) ins Reine bringen · ↗(etwas) klären · ↗(sich) aussprechen · Ordnung schaffen · für klare Verhältnisse sorgen  ●  Tabula rasa machen  ugs. · reinen Tisch machen  ugs.
  • (gründlich) aufräumen · Ordnung schaffen  ●  (die Dinge) in Ordnung bringen  auch figurativ · klar Schiff machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskräftemangel Armut Bedürfnis Beschwerde Defizit Dilemma Elend Fachkräftemangel Lehrermangel Mangel Manko Misere Mißstand Mißverhältnis Nachwuchsmangel Not Notlage Notstand Organmangel Personalmangel Ratlosigkeit Schaden Wohnungsnot Zustand bedingt helfen teilweise Ärgernis Übel Übelstand

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abhelfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was liegt also näher, als diesem Defizit durch eine demokratische Verfassung abzuhelfen?
Die Zeit, 18.03.1999, Nr. 12
Wie aber kommt man zu so was und wie hilft man dem ab?
konkret, 1988
Man würde abhelfen, wenn nur die Bauern zu ihren Höfen zurückkehrten und ihre Steuern zahlten.
Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1742
Ich werde dann überlegen, was ich dann tun kann, wie ich abhelfen kann.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sie war zufrieden damit, sie tat nichts, um dem abzuhelfen.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 169
Zitationshilfe
„abhelfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abhelfen>, abgerufen am 17.02.2019.

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