abkarten

GrammatikVerb · kartet ab, kartete ab, hat abgekartet
Aussprache
Worttrennungab-kar-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungab-karten
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich etw. heimlich zum Nachteil eines Dritten verabreden
Beispiele:
das hatten sie untereinander abgekartet
So wurde also der neue Gaunerstreich zwischen uns beiden […] abgekartet [G. Hauptm.4,245]
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein abgekartetes Spiel treiben
eine abgekartete Sache, Geschichte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karte · karten · abkarten · Kartei
Karte f. ‘steifes Blatt Papier’, z. B. Ansichts-, Eintritts-, Fahr-, Land-, Post-, Speisekarte, spätmhd. frühnhd. karte ‘Stück Papier oder Pergament, ausgestellte Urkunde, gemaltes Blatt’, auch ‘Spielkarte’ (‘einzelnes Kartenblatt’ und ‘alle Karten eines Spiels’) ist im 14. Jh. aus dem Frz. übernommen. Das zugrundeliegende mfrz. carte ‘Spielkarte, Papier, steifes Papierblatt’ (vgl. frz. carte) beruht in seinen verschiedenen Bedeutungen auf mehrfacher Entlehnung, vor allem wohl von ital. carta ‘Papier, Karte, Land-, Spielkarte’, teilweise vielleicht auch von mlat. charta ‘Papyrus, Papier, Pergament, Urkunde, Brief, Buch’ oder aprov. carta ‘Papier, Brief, Buchblatt, Spielkarte’. Diese Formen setzen lat. charta, griech. chártēs (χάρτης) fort (s. ↗Charta; vgl. daneben das wohl aus dem Deminutivum lat. chartula entwickelte afrz. chartre ‘Urkunde’, s. ↗chartern; s. ferner ↗Kartätsche, ↗Kartell, ↗Karton, ↗Kartusche, ↗Skat). Aus dem Kartenspiel stammen zahlreiche metaphorisch gebrauchte Wendungen: die Karten aufdecken ‘seine wahren Absichten zu erkennen geben’; mit verdeckten, mit offenen Karten spielen ‘seine Absichten verheimlichen, zeigen’; sich nicht in die Karten sehen, gucken lassen ‘nichts von seinen Absichten verraten’; alles auf eine Karte setzen ‘alles auf einmal wagen’; auf die falsche Karte setzen ‘die Lage nicht richtig einschätzen, eine Sache unterstützen, die sich als falsch oder erfolglos erweist’. Dazu die Ableitung karten Vb. (obd. karteln) ‘Karten spielen’, übertragen ‘klug einrichten, schlau einfädeln’ (um 1500), wofür heute abkarten Vb. ‘heimlich (zum Nachteil eines Dritten) vereinbaren’ (Anfang 18. Jh.), eigentlich ‘die Karten nach geheimer Abrede mischen oder geben’, besonders in der Fügung abgekartete Sache, abgekartetes Spiel (18. Jh.). Kartei f. ‘auf Karten oder Zetteln angelegte, in Kästen aufbewahrte Materialsammlung, Zettelkasten’ (Ende 19. Jh.), nach Vorbildern wie Auskunftei, Bücherei für älteres Kartothek (s. ↗karto-).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (unerlaubterweise) absprechen · insgeheim vereinbaren  ●  abkarten  negativ · gemeinsam aushecken  negativ
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es anders gekommen wäre, dann wäre irgendetwas abgekartet gewesen.
Der Tagesspiegel, 18.09.2000
In Zeiten, in denen die meisten Spiele abgekartet sind, erscheint es mir beinah wie ein Versehen, einen Preis zu bekommen.
Süddeutsche Zeitung, 24.10.1997
Alles war geplant, abgekartet, wenn schon nicht Gottes unerforschlicher Ratschluß.
Die Zeit, 01.12.1972, Nr. 48
Der Major und er hatten die Ereignisse ziemlich genau vorausgesehen und ihre Partie miteinander abgekartet.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 3
Beweise dafür, dass Serie-A-Spiele abgekartet waren, haben die Ermittler bisher nicht veröffentlicht.
Die Zeit, 06.06.2011, Nr. 23
Zitationshilfe
„abkarten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abkarten>, abgerufen am 12.12.2019.

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