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abknöpfen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ab-knöp-fen
Wortzerlegung ab- knöpfen
eWDG

Bedeutungen

1.
in gegensätzlicher Bedeutung zu anknöpfen
Beispiel:
die Kapuze, den Kragen, die Hosenträger abknöpfen
2.
salopp, übertragen jmdm. etw. (wider seinen Willen) abnehmen
Beispiel:
er hat mir drei Euro, den letzten Groschen abgeknöpft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knopf · knöpfen · abknöpfen · vorknöpfen · Knopfloch
Knopf m. ‘(meist rundes) Kleidungsverschlußstück, Vorrichtung zum Drücken, Griff, Knauf’, ahd. knoph ‘Knoten, Knorren, Knopf’ (9. Jh.), mhd. knopf ‘Knorren, Knospe, Kugel, kugelförmiges Ende, Knauf, Knoten, Schlinge, Hügel’, mnd. knoppe, knuppe ‘Knoten, Bündel, Knospe’, mnl. cnop ‘Knoten, Knorren, Knopf, Klumpen, Knauf’, nl. knop ‘Knopf, Knauf, Knospe’, schwed. knopp ‘Knospe, Knauf’ führen auf germ. *knuppa- ‘Zusammengeballtes, Klumpen’, woneben ohne Konsonantenschärfung germ. *knupa- (s. Knospe), ablautend germ. *knaupa- (s. Knauf) und germ. *knob- (s. knobeln). Man kann die germ. Formen mit ir. gnobh ‘Knoten am Holz’, lit. gniáubti ‘umfassen, umarmen’ (aus älterem *gnēubh-) und gniùbti ‘Festigkeit verlieren, sich senken’ vergleichen und ie. *gneubh- erschließen, das als Erweiterung der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ gelten kann, wenn man nicht für die Wortgruppe Knopf, knüpfen, Knauf, Knüppel, knuffen, Knospe, knobeln germ. Entstehung annehmen will. knöpfen Vb. ‘mit Knöpfen öffnen oder schließen’, frühnhd. knopffen. abknöpfen Vb. ‘abpflücken’ (15. Jh.), ‘Knöpfe lösen’ (18. Jh.), übertragen ‘weg-, abnehmen’ (19. Jh.). vorknöpfen Vb. ‘zurechtweisen, maßregeln’, eigentlich ‘jmdn. an den Knöpfen fassen und vor sich hinstellen’ (19. Jh.). Knopfloch n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · abnehmen · abräumen · entreißen · entwenden · entziehen · fortnehmen · herunternehmen · mitnehmen · wegnehmen  ●  abjagen  ugs. · abknapsen  ugs. · abknöpfen  ugs. · abluchsen  ugs. · abringen  ugs. · abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · deprivieren  geh., lat. · wegschnappen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›abknöpfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abknöpfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abknöpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Konkret bedeutet das: Sie knöpfen denen, die es sich noch leisten können, mehr Geld ab. [Die Zeit, 17.01.1994, Nr. 03]
Zwanzig Dollar habe ich zwar noch, bin jedoch nicht willig, sie mir abknöpfen zu lassen. [Die Zeit, 24.04.1981, Nr. 18]
Zwar kann man einem Armen weniger abknöpfen, aber dafür gibt es viel mehr davon. [Süddeutsche Zeitung, 28.02.1998]
In 32 Minuten knöpfte er seinem prominenten Gegner den zweiten Satz ab. [Süddeutsche Zeitung, 27.08.1996]
Es ist nicht sinnvoll, den Kids dafür extra was abzuknöpfen. [Bild, 17.06.2002]
Zitationshilfe
„abknöpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abkn%C3%B6pfen>.

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