abluchsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-luch-sen
Wortzerlegungab-luchsen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp
1.
jmdm. etw. abgucken
a)
etw. durch genaue Beobachtung feststellen
Beispiel:
jeder [der Kunden] ... hatte hier seine Eigenart, die ihm erst abgeluchst werden mußte [G. HermannKubinke46]
b)
etw. durch genaue Beobachtung lernen, sich aneignen
Beispiel:
er wird diesen Römern von ihrer Technik etwas abluchsen [Feuchtw.Jüd. Krieg8]
2.
jmdm. etw. mit List, Raffinesse abnehmen, ablotsen
Beispiele:
der Mutter, dem Spielkameraden etw. abluchsen
den Mitspielern Geld abluchsen
ihre Äcker ... die der Schurke ihr abgeluchst hatte [ViebigDie vor d. Toren119]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Luchs · luchsen · abluchsen · Luchsauge
Luchs m. Der Name des kleinen Raubtieres zeigt in ahd. (9. Jh.), mhd. luhs, asächs. lohs, mnd. mnl. nl. los, aengl. lox suffixales s (vgl. dagegen das ohne s gebildete zugehörige Fem. aschwed. , schwed. lo). Nasalsuffix liegt vor in armen. lusan ‘Luchs’, Nasalinfix in griech. lýnx (λύγξ). Auf einer Wurzelform mit gedehnter Schwundstufe beruhen die balt. Formen lit. lū́šis, lett. lūsis sowie die slaw. Entsprechungen; russ. rys’ (рысь), aruss. rysь ist wohl aus *lysь mit Ersetzung des l durch r unter Einfluß von *rysъ ‘scheckig, rot’, vielleicht durch Tabuvorstellungen begünstigt, entstanden (vgl. Vasmer 2, 557). Auszugehen ist von ie. *leuk̑- (wozu aind. rúśan ‘hell, licht, weiß’, russ. lýsyj, лысый ‘kahlköpfig, mit einer Blässe versehen’), einer palatalisierten Variante der Wurzel ie. *leuk- ‘leuchten, licht’ (s. ↗licht und ↗Lohe), so daß als Benennungsmotiv die funkelnden Augen des Tieres oder sein grauweißes Fell gelten können. luchsen Vb. ‘scharf aufpassen, auf der Lauer sein’, landschaftlich auch ‘stehlen’ (18. Jh.), wofür heute häufiger abluchsen Vb. ‘mit List an sich bringen’ (ebenfalls 18. Jh.). Luchsauge n. meist übertragen ‘scharfes Auge, dem nichts entgeht’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗abräumen · ↗entreißen · ↗entwenden · ↗entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · ↗wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · ↗abknöpfen  ugs. · abluchsen  ugs. · ↗abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abluchsen · ↗(jemandem etwas) abschmeicheln · ↗(jemandem etwas) abschwatzen · ↗(jemandem etwas) abschwätzen · (jemandem etwas) abspenstig machen · (sich) etwas erschmeicheln  ●  (jemandem etwas) aus dem Kreuz leiern  ugs. · ↗(jemandem etwas) entsteißen  ugs. · (so lange) belatschern (bis)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Gegenspieler Gegner Geld Konkurrent Kugel Marktanteil Mittelfeld Strafraum Trick Zusage gegenseitig luchsen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abluchsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er spekulierte darauf, ihm den nahegelegenen Betrieb „abluchsen“ zu können.
Die Zeit, 01.08.1980, Nr. 32
In solchen Fällen kann man sich also nicht restlos dagegen schützen, daß einem wertvolle Daten abgeluchst werden.
C't, 1997, Nr. 13
Ich entgegnete, ich hätte nicht die Absicht, ihm seine Kriegsgeheimnisse abzuluchsen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 144
Mit seinem Reliquiar luchst er zudem den Katholiken die Madonna ab.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 894
Die Brauereien wissen schon, weshalb sie aufs Wasser setzen, jetzt die beste Zeit, den kleinen Familien die Quellen abzuluchsen.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 149
Zitationshilfe
„abluchsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abluchsen>, abgerufen am 20.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ablotsen
abloten
Ablösungssumme
Ablösungsschuld
Ablösungsrecht
Abluft
Ablution
ablutschen
ABM
ABM-Kraft