abnutzen

GrammatikVerb
Worttrennungab-nut-zen
Wortzerlegungab-nutzen
Wortbildung mit ›abnutzen‹ als Erstglied: ↗Abnutzung · ↗abnutzbar
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., sich durch die Benutzung verbrauchen
Beispiele:
die Schuhsohlen abnutzen (= ablaufen)
die Kleider abnutzen (= abtragen)
die Autoreifen abnutzen (= abfahren)
etw. nutzt sich mit der Zeit (von selbst) ab
ein abgenutztes Sofa
abgenutzte (Küchen)geräte
eine abgenutzte Brieftasche
übertragen
Beispiele:
Er kam mir vernachlässigt und abgenutzt vor [RilkeBrigge5,186]
Die großen Worte, abgenutzt wie sie sind [Th. MannHerr u. Hund9,627]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abnutzen · ↗abnützen · ↗verschleißen  ●  ↗ausleiern  ugs.
Synonymgruppe
(Räder, Reifen) abnutzen · ↗(Räder, Reifen) abnützen · ↗abfahren · ↗abreiben

Typische Verbindungen zu ›abnutzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ansehen Autorität Bremsbelag Dauer Drohung Effekt Gebrauch Instrument Knorpel Lauf Laufe Rad Reifen Reiz Teppich Wiederholung Wirbelsäule Wirkung Wohnen Zahn allmählich bald erneuern irgendwann langsam nutzen rasch schnell unnötig verbrauchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abnutzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abnutzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber in einem Konzert aus der Musik ungeheure Energie zu empfangen, diese Erfahrung nutzt sich nicht ab.
Die Zeit, 18.02.2013, Nr. 07
Sie nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt ", fasste de Weck den Tag zusammen.
Der Tagesspiegel, 06.10.1999
Er kam mir vernachlässigt und abgenutzt vor in seiner sparsamen und eiligen Haltung.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 779
Gold ist, verglichen mit anderen unedlen Metallen, verhältnismäßig weich, es nutzt sich leicht ab.
o. A. [mp.]: Feinunze Gold. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Neben dem Motor nutzen sich auch die Reifen schneller ab, und der Verbrauch an Brennstoff führt zu einer unangenehmen Überraschung.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 27661
Zitationshilfe
„abnutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abnutzen>, abgerufen am 24.01.2020.

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